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Parkinson

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Parkinson: Süchtig nach Medikamenten Parkinson: Genvariante beeinflusst Vitamin B6-Stoffwechsel
Parkinson: Neue Erkenntnisse zur Entwicklung Parkinson: Hirnschrittmacher lindert schwere Gehstörungen
Parkinson: Zeichnungen verraten Krankheitsverlauf Parkinson: Grüner Tee schützt das Hirn
Parkinson-Therapie: Nano-Baugerüst für neue Nerven
Parkinson: Sprechtherapie frühzeitig beginnen
Parkinson: Viele leiden unter Halluzinationen Parkinson: Neue Gentechnik sicher und wirksam
Parkinson: Nervenzellen erhalten Verjüngungskur
Parkinson: Info-Telefon leistet Beratung und Hilfe
Parkinson und Allergie: Zusammenhang erkannt
Parkinson: Erlernbare Techniken verbessern Körpergefühl
Parkinson: Hinweise auf Ursache des Zellsterbens Parkinson: Informationen im Internet
Parkinson: Riechstörungen können Warnzeichen sein Parkinson: Pigment-Körner im Kopf analysiert
Genmutation: Mögliche Ursache für Parkinson Neue Studie: Pestizide sind Risikofaktor für Parkinson
Zwei Gene beschleunigen Alzheimer und Parkinson Tele-Medizin: Parkinson-Therapie per Video
Experte: Parkinson vielleicht bald heilbar Test: Parkinson-Patienten fötale Zellen spritzen
Verletzter Kopf: Parkinson-Risiko erhöht Zittern: Erste Gentherapie gegen Parkinson
Parkinson: Jeder vierte Patient erhält falsche Diagnose Parkinson: Erkrankungen werden zunehmen

Alzheimer, Parkinson: Proteinentfaltung entschlüsselt

Parkinson: Medikament regt fehlende Gehirnsubstanz an

Parkinson: Gestik-Computer für Patienten entwickelt

Parkinson: Coenzym Q10 kann Verlauf bremsen

Parkinson-Krankheit: Grüner Tee hemmt Dopamin-Abbau

Neue Zellersatztherapie für Parkinson -Patienten

Parkinson: Eine viertel Million Deutsche leidet an Schüttellähmung

Zelltransplantation: Parkinson erfolgreich behandelt

Hilfe bei Parkinson: Hirnschrittmacher aktiviert Nervensystem

Parkinson: Antibiotikum könnte Ausbruch verhindern

Morbus Parkinson: Antidepressiva können helfen

Parkinson: Erstmals nicht mehr "im Blindflug operiert

Parkinson: lebendes Gewebe gibt Hoffnung auf Therapie

Parkinson-Vereinigung startet Kampagne

Parkinson-Kranke verlieren die Fähigkeit zu schnüffeln

Parkinson: Symptome werden oft zu spät erkannt

Morbus Parkinson: Antidepressiva können helfen

Boston – Seit längerem vermuten Wissenschaftler, dass eine Überproduktion von Dopamin im Gehirn zur Entstehung des Morbus Parkinson beiträgt. Nun haben US-Wissenschaftler geklärt, wie es zu dieser vermehrten Dopaminfreisetzung kommt: offenbar verändern Gehirnzellen ihre Aktivität bezüglich sogenannter Dopamintransporter. Diese Transporter pumpen normalerweise das überschüssige Dopamin wieder in das Zellinnere zurück. Dies kann nach Studien der Forscher aber auch umgekehrt verlaufen, der extrazelluläre Dopamingehalt steigt dann stark an. Dadurch wird auf Dauer die Substantia nigra der Nervenzellen geschädigt, die eine für die Körperbewegung zuständige Region darstellt und sich in Morbus Parkinson äußert. Bestimmte Antidepressiva können aber die Aktivität der Dopamintransporter hemmen, so Bostoner Universitätswissenschaftler nach einem Bericht der Berliner Zeitung. In einem Veruch an Ratten nahm die Aktivität der Transporter bei Verabreichung von Antidepressiva deutlich ab. (oli)

 

Quelle: Netdoktor.de vom 29.09.2001?

Parkinson: Erstmals nicht mehr "im Blindflug operiert

Köln (dpa) - Eine neue Methode zur Hirn-Operation bei Parkinson-Kranken ist am Montag an der Kölner Universitätsklinik nach Angaben des behandelnden Arztes weltweit erstmals zum Einsatz gekommen. Mit dem so genannten Kernspintomographen sei es möglich gewesen, während des komplizierten Eingriffs am Gehirn per Computer quasi "zuzuschauen", sagte Professor Volker Sturm. Bisher habe man solche Operationen zwar exakt im Voraus berechnet, habe aber während des Eingriffs keinen Einblick in den tatsächlichen Verlauf gehabt. "Wir haben bisher praktisch im Blindflug operiert", sagte Professor Sturm. Die 50-jährigen Patientin, die bereits über zehn Jahre unter Parkinson leidet, habe den erfolgreichen Eingriff gut überstanden. Die Parkinsonsche Krankheit ist nicht heilbar. Die Auswirkungen dieser "Schüttellähmung" können aber durch einen operativen Eingriff deutlich gelindert werden. Bei der Operation werden Sonden ins Gehirn eingesetzt, die inaktive Teile erneut anreizen sollen. Ein Kernspintomograph kostet etwa fünf
Millionen Mark (2,6 Millionen Euro). Ein solches Gerät für die Operation Parkinson -Kranken gebe es außer in Köln nur in den USA, wo es aber noch nicht zum Einsatz gekommen sei. Andere europäische Kliniken würden sich nun für die Kölner Erfahrungen interessieren, so Professor Sturm, um bald auch selbst solche Geräte einsetzen zu können. (cp)

Quelle: Netdoktor.de vom 15. August 2001

Parkinson: lebendes Gewebe gibt Hoffnung auf Therapie

Ein neuer Therapieansatz bringt jetzt neue Hoffnung für Parkinson - Patienten. Dies berich- tet die "Welt am Sonntag". Rund 250 000 Menschen in Deutschland leiden derzeit unter Parkinson. Sie ist damit die häufigste neurologische Erkrankung älterer Menschen. Trotz  intensiver Forschung ist die Krankheit bis heute nicht heilbar. Jetzt haben Forscher der Firma Titan Pharmaceuticals in San Fransisco ein neues Verfahren entwickelt. Bei Parkin- son stellt das Gehirn aus immer noch unbekannten Gründen die Produktion der biochemischen Substanz Dopamin ein. Dieser Botenstoff ist für die Weiterleitung von Nervenimpulsen von einer Zelle in die nächste verantwortlich. Fehlt der Botenstoff, geraten manche Hirnregionen völlig durcheinander und produzieren übermäßig viel andere Botenstoffe. Dadurch laufen Bewegungen unkontrolliert ab, Arme und Hände zittern, Muskeln versteifen sich, der Stoffwechsel spielt verrückt. Bei dem neuen Verfahren pflanzen Wissenschaftler lebende Zellen, die Dopamin und andere wichtige Stoffe produzieren, in das Gehirn ein. Aus der Netzhaut des Auges gewinnen die Forscher sogenannte pigmentierte Retina-Ephithelzellen, kurz RPE-Zellen genannt. Sie schützen das Auge normalerweise vor zu starkem Lichteinfall. Aus bisher unbekannten Gründen produ- zieren gerade diese Zellen Dopamin. Nachdem sie im Reagenzglas vermehrt wurden, werden die Zellen operativ in das Mittelhirn eingepflanzt. Dieser Bereich des Gehirns ist für die koordinierten Bewegungen des Körpers zuständig. Die Zellen sollen dort die motorisch- en Steuerung beleben und den Bedarf an Medikamenten verringern. Irgendwann, so die Hoffnungen der Forscher, sollen die Patienten sogar ganz auf Medikamente verzichten können. Der Berliner Pharmakonzern Schering ist seit 18 Monaten an der Forschung beteiligt. "Die Ergebnisse sind ermutigend. Einschränkende Nebenwirkungen blieben bislang aus", sagt Dr. Hermann Graf, Experte für Zell- und Gentherapie in dem Unternehmen. Doch trotz vielversprechenden Ergebnissen warnt der Wissenschaftler vor zuviel Euphorie. "Wir stehen erst am Anfang. In etwa zwei Jahren erwarten wir gesicherte klinische Ergebnisse über die Effektivität der neuen Therapie. Bis dahin müssen die Patienten mit herkömmlichen Anti-Parkinson-Mitteln auskommen. (dbw)

Quelle: Netdoktor.de vom 15.07.2001

Parkinson-Vereinigung startet Kampagne

Hamburg (dpa) - Mit der Kampagne "Hinsehen - handeln, helfen" will die Deutsche Parkinson Vereinigung (Neuss/dPV) auf die große Bedeutung der Früherkennung der Parkinson-Krankheit aufmerksam machen. Beginn der Aktion ist der Deutsche Parkinson Tag an diesem Mittwoch (11. April). Schirmherr der Kampagne ist Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert. "Derzeit leiden rund 250 000 überwiegend ältere Menschen in Deutschland an Morbus Parkinson, einer bisher unheilbaren Erkrankung des zentralen Nervensystems", erklärte Christina Wartenberg am Dienstag für die dPV in Hamburg. Die Dunkelziffer werde auf rund 100000 Betroffene geschätzt. Vor allem bei jüngeren Menschen unter 40 Jahren nehme der Anteil der Parkinson-Kranken deutlich zu. "Die Ursachen dafür sind noch unbekannt, wie auch die Ursachen für die Krankheit selbst", betonte Wartenberg. Bemerkbar mache sich die Erkrankung im Frühstadium häufig durch leichte Bewegungsstörungen, Rückenschmerzen und zeitweises Zittern zum Beispiel der Hände. Oft dauere es drei bis fünf Jahre, bis die Krankheit erkannt werde. "Die ersten Symptome werden oft nicht richtig diagnostiziert, weil sie auch auf andere, weniger ernste Krankheitsbilder hinweisen können", so Wartenberg. Fehlende oder falsche Behandlungen im Frühstadium seien die Folge. "Je früher Parkinson jedoch erkannt wird, desto besser kann der Betroffene mit Medikamenten und anderen therapeutischen Maßnahmen behandelt werden. Die Erkrankung nimmt dann einen wesentlich besseren Verlauf", betonte der dPV. Ziel der Aktion "Hinsehen - handeln - helfen" sei die Sensibilisierung der Betroffenen, ihrer Familien, Freunde und Kollegen für die Früherkennung der Parkinson Krankheit. (ee)

Parkinson-Kranke verlieren die Fähigkeit zu schnüffeln

Parkinson-Kranke verlieren schnell die Fähigkeit, bestimmte Gerüche wahrzunehmen. Nun entdeckten kalifornische Wissenschaftler die Ursache für den Verlust, wie "Die Welt" berichtet. In den "Proceedings" der amerikanischen Academy of Science berichten die Mediziner, das Parkinson-Patienten nicht mehr ausreichend schnüffeln können. Sie schaffen es nicht, genug Luft mit dem richtigen Druck einzuatmen. Vermutlich stört die Krankheit die Koordination zwischen sensorischen und motorischen Vorgängen. Doch nach Aufforderung, stärker zu schniefen, waren die Patienten wieder dazu in der Lage. Möglicherweise kann so das Riechen wieder "erlernt" werden. (sg)

Quelle: Netdoktor.de vom 21.03.2001

Parkinson: Symptome werden oft zu spät erkannt

Neu-Isenburg (dpa) - Die Parkinson-Krankheit wird nach Angaben von Experten häufig zu spät festgestellt. Dabei könne die Degeneration der Nervenzellen schon im Frühstadium an typischen Symptomen erkannt werden, berichtet die in Neu-Isenburg erscheinende "Ärzte-Zeitung". So könnten anhaltende Schmerzen im Bereich der Schultern und Arme ein   Frühzeichen der Krankheit sein. Die meisten Menschen mit beginnendem Morbus Parkinson litten zudem unter Verstopfung. Der Verdacht erhärte sich, wenn sich auch das Schriftbild verkleinere und eine Riechstörung hinzukomme, heißt es weiter. Von den Gewürzen werde besonders Oregano von Parkinson-Kranken kaum wahrgenommen, daher biete sich der "Pizza-Test" an. Eine frühe Diagnose der Krankheit sei wichtig, um rechtzeitig mit der Therapie beginnen zu können. (im).

Quelle: Netdoktor.de vom 20.03.2001

Hilfe bei Parkinson: Hirnschrittmacher aktiviert Nervensystem

Köln – Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung könnte es bald schon Hilfe für Parkinson-Patienten geben. Professor Volker Sturm und sein Ärzteteam der Uni-Klinik Köln behandelten jetzt eine Patientin (51)erfolgreich am offenen Hirn. Dank eines Kernspintomographen operierten sie nicht mehr "blind", sondern schauten direkt ins Gehirn. Professor Sturm: "Dort wurde eine Sonde platziert, die die inaktiven Bereiche stimuliert. Dieser "Hirnschrittmacher" aktiviert das betroffene Nervensystem, lindert so die Beschwerden. "Die Patientin litt 16 Jahre lang unter starken Zittern, war ständig auf fremde Hilfe angewiesen", so der Professor. Die Nachfrage ist laut "Bild" groß. 160 Patienten aus aller Welt sollen sich bereits für eine Operation angemeldet haben. (hk)

Quelle: Netdoktor.de vom 14.11.2001

Parkinson: Antibiotikum könnte Ausbruch verhindern

Münster – Positive Signale im Kampf gegen Parkinson kommen derzeit von der Universität Münster. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" haben die dortigen Forscher herausgefunden, dass das Antibiotikum Minocyclin möglicherweise den Ausbruch von Parkinson verhindern kann. Bei Experimenten mit Mäusen stoppte das Präparat zumindest eine Parkinson-ähnliche Krankheit. Bei den Versuchen verabreichten die Wissenschaftler den Tieren ein Nervengift, das im Gehirn ähnliche Schäden anrichtet wie Parkinson. Darauf erhielten die Mäuse Minocyclin, das den Ausbruch der Krankheit tatsächlich noch stoppen konnte. Bislang konnten nur Mittel gefunden werden, die die Symptome der Krankheit bekämpfen. (ol)

Quelle: Netdoktor.de vom 29.11.2001

Parkinson: Eine viertel Million Deutsche leidet an Schüttellähmung

München (dpa) - Die Parkinson-Krankheit ist die häufigste Erkrankung im fortgeschrittenen Lebensalter. Nach Angaben der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität leiden derzeit rund 250 000 überwiegend ältere Menschen in Deutschland an dieser bisher unheilbaren Erkrankung des Zentralnervensystems. Doch auch immer mehr Menschen unter 40 Jahren erkranken an Parkinson, sagte Prof. Thomas Gasser am Mittwoch in München zum Parkinson-Tag an diesem Donnerstag (11. April). Bei der Parkinson-Erkrankung kommt es zu einem fortschreitenden Verlust bestimmter Gehirnzellen. Dadurch kann das Hormon Dopamin nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden. Ohne die richtige Menge Dopamin könne sich der Mensch nicht mehr normal bewegen, erläuterte Gasser. Es komme zu den klassischen Symptomen wie Bewegungsarmut, Muskelsteifheit (Rigor) und Zittern (Tremor). (ee)

Quelle: Netdoktor.de vom 11.04.2002

Zelltransplantation: Parkinson erfolgreich behandelt

Atlanta – Forschern der Emory University in Atlanta ist es gelungen, bei sechs Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung mittels Zelltransplantation eine merkliche Verbesserung herbeizuführen. Das berichtet das "Handelsblatt". Nachdem die Wissenschaftler den Patienten Zellen in das geschädigte Gehirnzentrum gespritzt hatten, reduzierte sich die Intensität des Kräfte raubenden Muskeltremors um 40 Prozent. Die Parkinson-Erkrankung ist eine Krankheit, bei der es zu einem fortgeschrittenen Verlust bestimmter Zellen des Gehirns kommt. Dadurch kann das Hormon Dopamin nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden. Ohne die richtige Menge an Dopamin kann sich der Mensch nicht mehr richtig bewegen. Es kommt zu den klassischen Symptomen mit Bewegungsarmut bzw. Verlangsamung, Muskelsteifheit und Zittern. Die Parkinson-Krankheit tritt meist im Alter zwischen 40 und 70 jahren auf. Etwa ein Prozent der 60-Jährigen und drei Prozent der über 80-Jährigen haben unabhängig von Rasse und Kontinent Parkinson. (vth)

Quelle: Netdoktor.de vom 16.04.2002

Parkinson-Krankheit: Grüner Tee hemmt Dopamin-Abbau

Berlin – US-Forscher aus Houston vermuten eine positive Wirkung von Polyphenolverbindungen in grünem Tee auf die Parkinsonsche Krankheit. Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Bei der Erkrankung kommt es zu einem fortschreitenden Untergang bestimmter Nervenzellen des Gehirns. Dadurch kann der Botenstoff Dopamin nicht mehr in ausreichender Menge gebildet werden, was zu Bewegungseinschränkungen der betreffenden Person führt. Bei Untersuchungen an Tieren konnten die Wissenschaftler nun feststellen, dass die Dopmanin-Konzentration durch Phenole erhöht werde. Die Stoffe konnten zwar die Störung an den Nervenzellen nicht beseitigen, aber den Abbau von Dopamin verlangsamen. Ob die Wirkung therapeutisch genutzt werden könne, müsse noch in weiteren klinischen Studien getestet werden. (aa)

Quelle: Netdoktor.de vom 29.04.2002

Neue Zellersatztherapie für Parkinson-Patienten

Leipzig/Berlin (ddp). Leipziger Forscher haben möglicherweise den Grundstein für eine neue Parkinson-Therapie gelegt. Mit der neuen Methode könnten abgestorbene Gehirnzellen ersetzt und die Patienten weitgehend oder ganz ohne Medikamente auskommen, sagte Medizinprofessor Johannes Schwarz der Nachrichtenagentur ddp in Leipzig. Schwarz und seinem Team ist es erstmals gelungen, im Labor so genannte neurale Vorläuferzellen aus dem Mittelhirn zu isolieren. Die Nervenzellen könnten ins Gehirn der Parkinson-Patienten transplantiert werden und die Funktion der abgestorbenen Zellen übernehmen. Erste Tierversuche laufen bereits. In Schweden werde schon seit Ende der 80er Jahre Parkinson-Kranken mit großem Erfolg frisches Gewebe von Embryonen eingepflanzt, erläuterte der Wissenschaftler. In Deutschland komme diese Methode nicht in Frage, da die "ethische Problematik nicht überbrückbar" sei. Außerdem könne mit dem Verfahren nur ein kleiner Teil der Patienten behandelt werden, da für jeden Erkrankten frisches Gewebe von sechs bis acht Embryonen benötigt werde. Dagegen kann Schwarz die Zellen auch aus verlorenen Feten gewinnen, was seiner Einschätzung nach eher als Organspende gelten könnte. Zudem sei das Gewebe lange Zeit haltbar und könne "nahezu unbegrenzt vermehrt werden". Er habe mit drei kleinen Gewebeproben begonnen und inzwischen schon mehrere 100 Millionen Zellen eingefroren - für eine Behandlung seien etwa 200 000 Zellen pro Gehirnhälfte erforderlich. Gleichzeitig seien ausführliche mikrobiologische Tests möglich, wodurch das immunologische Risiko geringer sei. Durch die Zellersatztherapie müssten sich Patienten laut Schwarz lediglich einer einmaligen Behandlung unterziehen. Langfristig könnten so auch "erhebliche Kosten" eingespart werden.

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 04.06.2002

Parkinson: Gestik-Computer für Patienten entwickelt

München (dpa) - Eine neu entwickelte Technik soll den bundesweit rund 370 000 Parkinson- und Multiple-Sklerose-Patienten die Nutzung von Computern erleichtern. Der Gestik-Computer erfasse Handbewegungen mit einer Kamera und gleiche Bewegungsstörungen sowie das Zittern der Patienten aus, teilten die Hersteller, der Elektronikkonzern Siemens und das Pharmaunternehmen Serona aus Unterschleißheim bei München am Freitag in München mit. Sämtliche Programme könnten bei diesem in Deutschland bisher einmaligen Rechner mit Handgesten gesteuert werden. Die Texteingabe erfolge per Fingerzeig. Nach Angaben der Unternehmen gibt es rund 250 000 Parkinsonkranke in Deutschland. Sie leiden unter Bewegungsstörungen und oft unter einem starken Zittern. Von Multipler Sklerose, einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems, sind in Deutschland rund 120 000 Menschen betroffen. Die Krankheit führt zu einer Beeinträchtigung der Sehleistung und der Koordination von Bewegungen. Normale Computertastaturen können von vielen dieser Patienten nicht bedient werden.

Quelle: Netdoktor.de vom 22.06.2002


Parkinson: Coenzym Q10 kann Verlauf bremsen

Dallas/Bethesda (dpa) - Die häufig in Vitamin-Präparaten enthaltene Substanz Coenzym Q10 kann US-Forschern zufolge möglicherweise den Krankheitsverlauf von Parkinson verlangsamen. Mit einer täglichen Dosis von 1200 Milligramm Q10 behandelte Patienten hätten 44 Prozent geringere Einbußen bei ihren geistigen und motorischen Fähigkeiten gezeigt, berichten die Wissenschaftler um Clifford Shults von der Universität von Kalifornien (San Diego) im Fachblatt "Archives of Neurology" (Bd. 59, S. 1541). Allerdings seien bislang nur 80 Parkinson-Erkrankte in die Studie einbezogen worden, eine größere klinische Untersuchung müsse die Ergebnisse vor einer umfassenden Anwendung der Substanz absichern. Alle bisher bekannten Medikamente könnten Parkinson-Symptome nur abmildern, ihre Ausprägung aber nicht verlangsamen, teilten die US- Gesundheitsinstitute in Bethesda (Bundesstaat Maryland) mit, die die Studie unterstützt haben. Das Coenzym Q10 verbessere nach Meinung der Forscher die Funktion der so genannten Mitochondrien, der für die Energieversorgung zuständigen "Kraftwerke der Zellen". Vorangegangene Studien hatten gezeigt, dass Parkinson-Erkrankte in ihren Mitochondrien weniger Q10 als gesunde Menschen besitzen, und dass bei ihnen die Funktion dieser Zellbestandteile beeinträchtigt ist. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass Q10 die von Parkinson betroffenen Hirnbereiche vor Beschädigungen schützen kann. Shults hatte in seine Studie 80 in einem frühen Stadium an Parkinson erkrankten Patienten einbezogen, die 16 Monate lang in vier verschiedenen Gruppen behandelt wurden. Eine war mit einem wirkungslosen Placebo, zwei weitere mit niedrigen Q10-Dosen (300 und 600 Milligramm täglich) und eine mit 1200 Milligramm Q10 täglich behandelt worden. Da diese Dosis die beste Wirkung bei ebenso geringen Nebenwirkungen zeigte, ist nun die Behandlung von weiteren Patienten mit noch höheren Q10-Mengen geplant. In Deutschland gibt es nach Expertenschätzungen etwa 250 000 Parkinson-Patienten.

Quelle: Netdoktor.de vom 14.10..2002


Alzheimer, Parkinson: Proteinentfaltung entschlüsselt

London (pte) - Ein Netzwerk von tausenden PCs hat das bislang ungelöstes Rätsel, wie ein Eiweiß seine Form erhält, gelöst. Vor zwei Jahren forderte Vijai Pande von der Stanford University, Kalifornien, weltweit zur Projekt-Teilnahme auf. 200.000 PC-Besitzer stellten durch den Download eines Bildschirmschoners ihre freie Computerkapazität zur Verfügung. Da nun geklärt ist, wie sich ein Protein selbstständig zu einem dreidimensionalen Knoten verdreht, sollen durch die Technik Krankheiten in Angriff genommen werden, die mit der einer defekten Proteinfaltung in Verbindung stehen, z.B. Alzheimer, Parkinson und die Kreutzfeld-Jakob-Erkrankung. "Die Proteinfaltung ist nicht sehr sexy", bestätigt Pande. Um Teilnehmer zu gewinnen, inserierte der Leiter des Projekts Folding@home in Zeitungen und auf Websites. Wie das Fachblatt Nature schreibt, hat die Unterstützung tausender PC-Besitzer Früchte getragen. Atom für Atom konnte die Proteinfaltung gezeigt werden. Das kleine Molekül, das sich normalerweise in einer Zeit von knapp einer Fünftausendstel Sekunde faltet, benötigte 2000 Jahre Computerzeit, um geknackt zu werden. Der Versuch einer Erhebung, wie die vielen Atome in einem Protein im Zuge der Faltung interagieren, umfasst rund eine Mrd. Schritte. Wie in einem Labyrinth kann sich das molekulare "Rückgrat" auf verschiedenen Wegen in Schleifen legen, was in den meisten Fällen in eine Sackgasse führt. Pande spekulierte damit, dass einige Proteine quasi eine Abkürzung zur endgültigen Form finden. Das Forscherteam baute daher keine Monster-Maschine, um das Problem in einem einzigen Lauf zu lösen, sondern startet 40.000 bis 50.000 Läufe auf vielen Computern. Die Ergebnisse zeigten, dass Pandes Idee die richtige war. Die Art und Weise wie sich die Proteine falteten, stimmen mit den Labormessungen überein.

Quelle: Netdoktor.de vom 21.10..2002


Parkinson: Medikament regt fehlende Gehirnsubstanz an

Radnor/Pennsylvania (pte) - Biologen am Jefferson Medical College konnten im Labor nachweisen, dass sich neurale Stammzellen des Menschen in Gehirnzellen umwandeln und dort die Gehirnsubstanz Dopamin produzieren können. Dopamin ist jene Substanz, die Parkinson-Patienten fehlt. Ist der Prozess erst einmal verstanden bzw. können Wissenschaftler diese Fähigkeit nutzbar machen, könnten daraus Strategien zur Behandlung neurodegenerativer Krankheiten wie z.B. Parkinson folgen. Im Tiermodell hat ein Team um die Entwicklungsbiologin Lorraine Iacovitti bereits gezeigt, dass sich neurale Stammzellen von Mäusen in Gehirnen von Ratten mit Parkinson zu Gehirnzellen entwickeln. Diese Zellen produzierten das Enzym Tyrosin-Hydroxylase (TH), das zur Herstellung von Dopamin benötigt wird. In der Folge untersuchten die Forscher, ob dies auch auf neurale Stammzellen des Menschen zutrifft. Zu diesem Zweck wurden neurale Stammzellen im Labor gezüchtet. Nach dem Zusatz von Eiweiß-Wachstumsfaktoren und Nährstoffen, produzierten in etwa 25 Prozent der Stammzellen das Enzym TH. Für die Forscher war dies die Bestätigung, dass Stammzellen die Kapazität zur Dopamin-Produktion besitzen. Entfernten sie den Wachstumsfaktoren-Cocktail, produzierten die Zellen auch weiterhin das Enzym, berichteten die Forscher auf der Jahrestagung der Society of Neuroscience in Orlando. "Naheliegend ist es nun, die prädifferenzierten dopamin-produzierenden Nervenzellen in Parkinson-Modellsysteme zu integrieren", erklärte Iacovitti. Zuerst müssen diese Neuronen (Nervenzellen) aber gewonnen werden. Dafür entwickelte das Team einen Weg, dopamin-produzierende Neuronen mit einem fluoreszierenden Marker zu identifizieren.

Quelle: Netdoktor.de vom 07.11..2002


Parkinson: Jeder vierte Patient erhält falsche Diagnose

Dresden (dpa) - Falsche Diagnostik wird von Experten als Problem bei der Parkinson-Krankheit gesehen. «Etwa jeder vierte Patient, der mit dieser Diagnose zu uns kam, hatte keinen Parkinson», sagte Johannes Schwarz von der Neurologischen Klinik der Universität Leipzig, am Donnerstag in Dresden auf dem 3. Deutschen Parkinson- Kongress. Hausärzte könnten bei besserer Schulung die Symptome der Krankheit eher erkennen. Bundesweit sind Schätzungen zufolge zwischen 250 000 und 400 000 Menschen an Parkinson erkrankt. Nur etwa 100 000 werden adäquat behandelt, sagte Friedrich-Wilhelm Mehrhoff (Neuss). Das im Volksmund auch als Schüttelkrankheit bezeichnete Gebrechen tritt vor allem im Alter auf. Bei den über 60-Jährigen ist den Angaben zufolge etwa ein Prozent an Parkinson erkrankt, bei den über 80-Jährigen steigt die Quote auf drei Prozent. Bis zu zehn Prozent der Patienten sei aber jünger als 40 Jahre. Die Symptome sind verlangsamte Bewegungen (Akinese), Muskelsteifheit (Rigor) und Bewegungsstörungen (Tremor) bis hin zu unsicherem Gang. Die Latenzzeit von Parkinson liegt zwischen 2,3 und 2,5 Jahren. Studien hätten gezeigt, dass dem Problem der Falschdiagnose begegnet werden könne, sagte der Neurologe Wolfgang Hermann Oertel von der Philipps-Universität-Marburg. «Wenn der Blick der Hausärzte für die Symptome geschärft wird, kommen sie auf die selbe hohe Trefferquote bei der Parkinson-Erkennung wie die Spezialisten», sagte er. Experten versprechen sich auch von einer jüngeren Form des nuklearmedizinischen Scannens, der Single-Photon-Emissions- Computertomografie, ein besseres Erkennen des Krankheitsbildes. Bis zum Samstag werden die rund 600 Wissenschaftler noch auf der Tagung in Dresden zu Gast sein. Unterdessen hat das Dresdner Universitätsklinikum eine große Studie geplant. Dabei soll die Wirkung von Zellen geprobt werden, die in der menschlichen Netzhaut den Botenstoff Dopamin produzieren. Die Zerstörung der so genannten schwarzen Zellen, die im Gehirn diesen Stoff herstellen, führt zur Parkinson-Krankheit. Die Zellen sollen künftig aus der Netzhaut eines ungeborenen Kindes gewonnen werden. Mit einer entsprechenden Entscheidung der Ethikkommission des Klinikums könne die Studie 2004 starten, hieß es.

Quelle: Netdoktor.de vom 07.03.2003


Parkinson: Erkrankungen werden zunehmen

Wolfach (dpa) - Experten rechnen damit, dass die Zahl der Parkinson-Kranken steigen wird. Dies hänge mit der höher gewordenen Lebenserwartung in Deutschland zusammen, sagt der Ärztliche Leiter der Parkinson-Klinik Wolfach (Baden-Württemberg), Gerd A. Fuchs. Derzeit liege die Zahl der Patienten bundesweit zwischen 120 000 und 250 000. Die Krankheit ist nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt und wird oft auch als Schüttellähmung bezeichnet. Auf Grund moderner Therapien können Betroffene heute nahezu beschwerdefrei leben, sagt Fuchs. Für manche Patienten gebe es die Tiefenhirnstimulation als Therapieform. «Dabei gibt eine Art "Hirnschrittmacher" Impulse ab, die Symptome wie Zittern, Überschussbewegungen und Bewegungshemmungen erheblich verbessern.» Das Zittern könne sogar nahezu verschwinden. Voraussetzung für die Therapie sei, dass der Patient nicht unter Gefäßveränderungen leidet. Bei den Therapien gehe es nicht nur darum, körperliche Beschwerden zu lindern. «Parkinson-Patienten leiden häufig unter Depressionen», sagt Fuchs. Anfangs stehe eine psychotherapeutische Begleitung im Vordergrund der Therapie, später könnten zusätzlich Medikamente eingesetzt werden. Auch eine geistige Verwirrtheit könne mit der Erkrankung verbunden sein: «Eine Demenz tritt viel häufiger auf als wir ursprünglich dachten», sagt der Mediziner. Fuchs schätzt, dass 25 bis 30 Prozent der vor allem älteren Patienten dement werden.

Quelle: Netdoktor.de vom 14.08.2003


Verletzter Kopf: Parkinson-Risiko erhöht

Baierbrunn (dpa) - Schwere Kopfverletzungen erhöhen einer Studie zufolge das Risiko, an Parkinson zu erkranken. Das berichtet die Apothekenzeitschrift «Gesundheit» (8/2003, Baierbrunn) mit Verweis auf eine amerikanischen Studie, bei der 196 Parkinson-Patienten mit ebenso vielen Gesunden verglichen wurden. Eine schwere Kopfverletzung vervierfachte demnach das Risiko, später eine Parkinson-Erkrankung zu entwickeln. Bei sehr schweren Verletzungen, stieg es sogar auf das Elffache. Leichte Kopfverletzungen hatten nach Angaben der Forscher um James Bower von der Mayo-Klinik in Rochester (US-Staat Minnesota) keine Auswirkung auf das Parkinsonrisiko. Wie es im Durchschnitt zwanzig Jahre später zu einer Parkinson- Krankheit kommen könne, sei jedoch ungeklärt. Die Forscher spekulieren, dass sowohl das Absterben von Nervenzellen verantwortlich sein kann als auch die Verletzung der so genannten Blut-Hirn-Schranke, eines Schutzwalls des Gehirns gegen unerwünschte Substanzen. Die Originalstudie ist im Fachjournal «Neurology» (2003, Bd. 60, S. 1610) veröffentlicht. Normalerweise beträgt das Parkinsonrisiko 1,7 Prozent.

Quelle: Netdoktor.de vom 20.08.2003


Zittern: Erste Gentherapie gegen Parkinson

London/New York (dpa) - US-Forscher haben mit der ersten Gentherapie gegen die Parkinsonsche Krankheit begonnen. Das berichtet das britische Medizin-Fachjournal «The Lancet» in seiner aktuellen Ausgabe vom Sonnabend (Bd. 362, S. 712). Demnach haben Ärzte um Michael Kaplitt einem 55-jährigen Patienten bereits am 18. August im New York-Presbyterian Hospital die erste Infusion verabreicht. Über einen Katheter wurden dem ersten von zwölf Versuchspatienten in einer Flüssigkeit rund 3,5 Milliarden Viren ins Gehirn geleitet. Die Partikel dienen als «Genfähren». Sie bringen die Erbanlage für das Enzym Glutaminsäure-Decarboxylase (GAD) ins Gehirn. Die US-Ärzte hoffen, dass im Gehirn daraufhin vermehrt die Substanz Gamma-Amino- Buttersäure (GABA) entstehen wird. Sie soll jene fehlgeleiteten Nervenimpulse im Hirn lindern, welche die Parkinson-Patienten fortwährend unkontrolliert zittern oder krampfen lassen. Seit dem Eingriff seien keine Zeichen von Vergiftungen, Fieber oder anderen Störungen festgestellt worden. «Wenn es irgendeine virale Entzündung gegeben hätte, hätte sich schon ein Fieber gezeigt», sagte Kaplitt dem Fachblatt eine Woche nach dem Eingriff. Er kündigte eine umfassende neurologische Untersuchung seines Patienten einen Monat nach der Einleitung der Viren an. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hatte den Versuch im vergangenen Oktober genehmigt.

Quelle: Netdoktor.de vom 30.08.2003


Experte: Parkinson vielleicht bald heilbar

Jena (dpa/th) - Die Parkinsonsche Krankheit ist nach Ansicht eines Jenaer Nervenforschers möglicherweise eher heilbar als bisher angenommen. «Wir hoffen, dass wir in etwa zehn Jahren soweit sind, Parkinson-Patienten besser behandeln und sogar heilen zu können», sagte der Neurologe Stefan Isenmann von der Universität Jena in einem dpa-Gespräch. Die Nervenzellen-Forscher arbeiten auch daran, mit Hilfe bestimmter Methoden zum Nervenzellenschutz auch das Schlaganfall- und Alzheimer-Risiko zu senken. Seit 1995 untersucht der Experte die Verbindung vom Auge zum Gehirn mit dem Ziel, geschädigte Nervenzellen zu retten, ihren Zelltod zu verhindern und ihre Funktion wiederherzustellen. «Dazu werden Gene von anderen Zellen in die geschädigten Nerven eingeschleust», erläuterte der Experte, der nach Tübingen seit vier Monaten in der Thüringer Universitätsstadt arbeitet. Die so genannten Gen-Fähren würden von den Nervenbahnen aufgenommen und die Fremdgene könnten von innen ihre Aufbauarbeit beginnen. «Im Gegensatz zu anderen Methoden, bei denen rettende Faktoren direkt ins Auge gespritzt werden, ist die neue Methode nicht nur weniger belastend, sondern auch um ein Vielfaches effektiver», sagte Isenmann. «Diese Methode wollen wir in den kommenden Jahren so weiterentwickeln, dass nicht nur vorhandene Zellen gerettet werden, sondern auch die optischen Nerven wieder auswachsen und erneut funktionelle Verbindungen knüpfen können», erklärte der 39-Jährige. Ein frühzeitiger Schutz könne auch durch die Behandlung von Parkinson-Patienten gewährleistet werden, bei denen die Krankheit noch nicht richtig ausgebrochen sei. «Auch durch die Transplantation von Nervenzellen kann in Zukunft der Krankheitsverlauf gestoppt werden», sagte der Experte.

Quelle: Netdoktor.de vom 15.09.2003


Test: Parkinson-Patienten fötale Zellen spritzen

München (dpa) - In Deutschland sollen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus» erstmals Parkinson-Patienten in einer Pilotstudie mit fötalen Zellen behandelt werden. Der Neurologe Johannes Schwarz von der Leipziger Universitätsklinik wolle den Probanden Zellen aus fehlgeborenen Föten ins Mittelhirn transplantieren. «Wir werden links und rechts eine kleine Öffnung in die Schädeldecke bohren», so Schwarz. Mehr als 100 Patienten hätten schon bei ihm angefragt. Bei Parkinsonkranken sterben im Gehirn die Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Fehlt diese Substanz, werden Befehle im Mittelhirn verfälscht weitergegeben. Unkontrollierte Bewegungen entstehen, erwünschte werden unterdrückt. Die Zellen aus fehlgeborenen Föten sollen das untergegangene Gewebe ersetzen, den fehlenden Botenstoff Dopamin produzieren und die Krankheitssymptome beseitigen.

Quelle: Netdoktor.de vom 15.09.2003


Zwei Gene beschleunigen Alzheimer und Parkinson

Washington (ddp). Das Fortschreiten von Alzheimer und von Parkinson wird vermutlich von den gleichen Genen beschleunigt. Beide Gene liegen auf Chromosom 10 und scheinen eine Rolle bei Entzündungsprozessen zu spielen, haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden.

Nach einem Bericht von "Science Now", der Online-Ausgabe das Fachjournals "Science", vermuten Forscher bereits seit einiger Zeit einen Zusammenhang zwischen den beiden neurodegenerativen Krankheiten. So haben zum Beispiel Patienten, die unter einer der beiden Hirnerkrankungen leiden, ein erhöhtes Risiko, auch die andere zu bekommen. Zudem sind bestimmte Proteinstörungen und Entzündungen im Gehirn Kennzeichen für beide Krankheiten.

Verschiedene Gene wurden bereits verdächtigt, in Zusammenhang mit Parkinson und Alzheimer zu stehen. So hatten Margaret Pericak-Vance und Yi-Ju Li von der Duke-Universität in Durham beispielsweise entdeckt, dass bestimmte Gene auf Chromosom 10 beim Ausbruch der Krankheit mitspielen. Nun haben die beiden Forscherinnen mit ihrem Team die Genaktivität dieser Erbgutstücke in den Gehirnen verstorbener Alzheimer- und Parkinsonpatienten unter die Lupe genommen.

Bei insgesamt 1773 Alzheimer- und 635 Parkinsonpatienten hatten sie nach Hinweisen gesucht, ob bestimmte Variationen in diesen Genen mitbestimmen, in welchem Alter die Krankheiten ausbrachen. Dabei stießen sie auf zwei ähnliche, nebeneinander liegende Gene: GSTO1 und GSTO2.

Die Eiweiße, für die diese beiden Gene die Informationen enthalten, scheinen unter anderem die entzündlichen Vorgänge im Hirn zu fördern und so das Fortschreiten der Krankheiten zu beschleunigen. Ein Besänftigen der fehlgeleiteten Immunzellen, die diese Entzündungen hervorrufen, könnte die Krankheiten möglicherweise bremsen.

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 03.11.2003


Tele-Medizin: Parkinson-Therapie per Video

Düsseldorf (dpa) - Den Neurologen der Unikliniken in Düsseldorf hilft jetzt Video-Technik bei der Therapie ihrer Parkinson-Patienten. Rund einhundert von den starken Schwankungen der Beweglichkeit Betroffenen sollen nun einen Monat lang zu Hause per Telemedizin behandelt werden, teilte ein Sprecher der Düsseldorfer Uni am Montag mit. Die vorher zwischen einem und zehn Tage in der Klinik behandelten Parkinson-Patienten wären normalerweise zur Medikamenten-Einstellung drei Wochen lang im Krankenhaus geblieben. Das Video-System erlaube es nun dem behandelnden Krankenhausarzt, den Patienten in dessen eigenen vier Wänden mehrmals täglich in festgelegten Intervallen zu beobachten. Außerdem stehe er mit den Patienten in Telefon- und Faxkontakt, um die Medikamenten-Einnahme zu verbessern. Die ambulante Therapie der Schüttellähmung, an der einer von hundert Menschen jenseits des 60. Lebensjahres leide, verbessere nicht nur die Diagnostik, sondern erlaube auch eine höhere Lebensqualität.

Quelle: Netdoktor.de vom 10.02.2004



Genmutation: Mögliche Ursache für Parkinson

London (dpa) - Eine einzelne Genmutation ist für vier Prozent aller Parkinsonfälle verantwortlich. Diese Entdeckung lasse einen Gentest für solche Parkinsonfälle in greifbare Nähe rücken, berichtet das britische Fachjournal «The Lancet», das die Forschungen niederländischer, britischer und US-Forscher am Dienstag online veröffentlicht hat. Die Schüttellähmung Parkinson ist eine der häufigsten Nervenerkrankungen und betrifft etwa ein Prozent aller über 60-Jährigen. Die Mutation in dem erst kürzlich entdeckten Gen LRRK2 ist für etwa fünf Prozent aller erblichen und zwei Prozent der sporadischen Parkinsonfälle verantwortlich, berichtet «The Lancet». Es seien bereits mehr als diese eine Mutation in der Erbanlage LRRK2 bekannt, betont William Nichols vom Cincinnati Children's Hospital Medical Center (US-Staat Ohio), dessen Team das Erbgut von 767 Parkinsonpatienten untersucht hatte. Daher spiele dieses Gen vermutlich in deutlich mehr als in den jetzt identifizierten fünf Prozent der erblich bedingten Parkinsonfälle eine Rolle. Reihenuntersuchungen der Erbanlage würden wahrscheinlich bald ein Schlüsselbaustein von Gentests für Parkinson werden, meint Nichols. Abgesehen von praktischen Hürden müssten zuvor allerdings auch ethische Diskussionen bewältigt werden, kommentiert Alexis Brice vom Hôpital de la Pitié-Salpêtrière in Paris. Denn da es keinerlei vorsorgende Behandlung gegen die Krankheit gebe, biete ein Test keinerlei klinischen Nutzen für die Patienten.

Quelle: Netdoktor.de vom 19.01.2005


Neue Studie: Pestizide sind Risikofaktor für Parkinson

London (ddp). Pestizide können das Risiko erhöhen, an Parkinson zu erkranken. Eine Studie an rund 2700 Probanden aus 5 europäischen Ländern bestätigt nun diese von Wissenschaftlern seit langem gehegte Vermutung: Wer häufig mit den Giften in Kontakt gekommen ist, hat demnach ein um 43 Prozent höheres Risiko einer Erkrankung. Hobby-Gärtner kommen immer noch auf ein um
9 Prozent höheres Risiko. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (28. Mai, S. 14).

Die Forscher um Anthony Seaton von der Universität von Aberdeen fragten 767 Parkinson-Patienten und eine Vergleichsgruppe von knapp 2000 Probanden, wie oft sie Pestizide eingesetzt und welche Schutzmaßnahmen sie dabei ergriffen hatten. Wer intensiv Pestiziden ausgesetzt war, hatte auch ein höheres Risiko für Parkinson, stellten die Forscher fest. Die Wissenschaftler empfehlen daher generell, bei der Arbeit mit Pestiziden auf ausreichenden Schutz zu achten.

Allerdings unterschieden die Wissenschaftler nicht, welche Arten von Pestiziden die Probanden eingesetzt hatten. Damit könne nicht gesagt werden, welche der Wirkstoffe Parkinson begünstigen könnten und welche nicht, kritisiert David Coggon von der Universität Southampton. Künftige Studien sollten sich daher mit den individuellen Reaktionen auf Pestizide befassen.

Quelle: Lichtblick-newsletter.de Nr.163 vom 31.05.2005


Parkinson: Riechstörungen können Warnzeichen sein

Neu-Isenburg (dpa) - Riechstörungen und Schmerzen in Schulter und Arm beim Aufwachen können frühe Warnzeichen für eine Parkinson-Erkrankung sein. Von 100 Parkinson-Patienten berichten 80 über Probleme bei der Wahrnehmung von Gerüchen, so die in Neu-Isenburg erscheinende «Ärzte-Zeitung». Vor allem Oregano und Vanille können von den Betroffenen nicht mehr wahrgenommen werden. Bei morgendlichen Schulter-Arm-Schmerzen sollte ein Arzt überprüfen, ob der Arm beim Gehen noch mitschwingt. Wenn nicht, kann das ein deutlicher Hinweis auf Parkinson sein.

Quelle: Netdoktor.de vom 10.06.2005



Parkinson: Pigment-Körner im Kopf analysiert

München (netdoktor.de) – Forscher haben Pigmente in Gehirnzellen analysiert, die bei der Schüttellähmung Parkinson wichtig sind. Aus welchen Eiweißbausteinen die so genannten Neuromelanin-Körnchen zusammengesetzt sind, fanden Wissenschaftler der Universitäten Würzburg und Bochum. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt "Molecular and Cellular Proteomics" veröffentlicht. Aufgrund der Proteinzusammensetzung glauben die Wissenschaftler, dass die Pigmentkörnchen kein Abfallprodukt der Zelle sind. "Wir vermuten, dass sie gezielt nach einem genetischen Programm gebildet werden, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen", erklärt Florian Tribl von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Würzburg. Die Körner liegen in einer speziellen Region des Gehirns. Offenbar beeinflusse das Neuromelanin das Absterben der Nervenzellen, erklärt Tribl. Die Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren, enthalten unterschiedlich viel von diesem Pigment. Je mehr davon in ihnen vorhanden ist, umso eher sterben sie im Verlauf der Krankheit ab. Die Funktion der Körner ist bislang unbekannt. Jetzt müssen weitere Untersuchungen folgen. Dabei wird zum Beispiel nach Enzymen gesucht, die an der Synthese der Körnchen beteiligt sein könnten. Bei Menschen mit Parkinson sterben in einer schwarz gefärbten Region des Mittelhirns nach und nach Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Diesen Stoff aber benötigt der Mensch für die willkürliche Steuerung seiner Bewegungen. Der Tod der Zellen führt darum bei Parkinson-Patienten zu typischen Symptomen wie einem ständigen Zittern oder nicht kontrollierbaren, sich wiederholenden Handbewegungen.

Quelle: Netdoktor.de vom 03.08.2005


Parkinson: Informationen im Internet

Marburg (ddp). Umfangreiche Informationen über Krankheit und Therapie liefert das Kompetenznetz Parkinson in seinem überarbeiteten Internetangebot. Unter der Adresse www.kompetenznetz-parkinson.de erhalten Betroffene, Interessierte und Ärzte unter anderem einen Überblick über den Verlauf der Krankheit und über den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand. Die wichtigste Änderung im Konzept der Homepage wurde nach Angaben des Kompetenznetzes von den Patienten angeregt: Informationen für Ärzte waren bislang passwortgeschützt und nur Medizinern zugänglich. Jetzt ist dieser Bereich für alle Interessierten geöffnet. So können beispielsweise die Leitlinien zur Diagnostik eingesehen werden. Außerdem stehen aktuelle Fachartikel zum Herunterladen bereit. Ein Glossar erklärt alle wichtigen Begriffe rund um die Krankheit. Darüber hinaus erhalten die Nutzer des Kompetenznetzes eine Übersicht über aktuelle Veranstaltungen und Kongresse. Auf einer Deutschlandkarte sind zudem alle Fachkliniken aufgelistet.

Quelle: Netdoktor.de vom 14.09.2005



Parkinson: Hinweise auf Ursache des Zellsterbens

Bonn (ots) - Ein Hauptmerkmal der Parkinson-Krankheit ist das Absterben von Dopamin-produzierende(dopaminergen) Nervenzellen in der Substantia nigra - einer Region des Mittelhirns, die an der Koordination unserer Bewegungen beteiligt ist. Wieso diese Zellen sterben, während die dopaminergen Nervenzellen in benachbarten Gehirnregionen verschont bleiben, ist bislang ein Rätsel. Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) entschlüsseln jetzt einen Mechanismus, der das selektive Sterben dieser Nervenzellen (Neuronen) erklären kann. Dopamin ist ein Botenstoff, der eine entscheidende Rolle bei der Steuerung von Bewegungen spielt. Das Absterben der dopaminergen Nervenzellen bei der Parkinson-Krankheit führt zu einem Mangel an Dopamin. Verlangsamte Bewegungen, Steifigkeit der Muskulatur und ein Zittern, unter anderem der Hände und Arme, sind die Folgen. In Deutschland leiden etwa 150.000 bis 200.000 Menschen an der Parkinson-Krankheit. Bereits seit einigen Jahren ist bekannt, dass bei Parkinson-Erkrankten die Funktion der Mitochondrien in den Zellen der Substantia nigra gestört ist. Mitochondrien dienen den Zellen als Kraftwerke, die Energie in Form des Moleküls Adenosin-Triphosphat (ATP) liefern. Durch die Funktionsstörung kommt es in den Zellen zu einem Mangel an ATP. Die NGFN-Wissenschaftler um Professor Birgit Liss und Professor Jochen Röper zeigen in ihrer aktuellen Studie einen möglichen Weg auf, wie das Fehlen von ATP die Neuronen schädigen kann: Liegt zuwenig ATP in den Nervenzellen der Substantia nigra vor, öffnen sich bestimmte Poren in der Zellwand der Nervenzellen, so genannte Kalium-Kanäle. Dieser Vorgang stoppt die elektrische Aktivität der dopaminergen Zellen. Sie sterben daraufhin ab. "Die Kalium-Kanäle werden nur in den Neuronen der Substantia nigra geöffnet. In anderen Dopamin-ausschüttenden Neuronen, zum Beispiel in benachbarten Bereichen im Mittelhirn, bleiben die Kanäle geschlossen und somit die elektrische Aktivität erhalten. Diese Zellen überleben", erklärt Birgit Liss, Leiterin der durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch die gemeinnützige Hertie-Stiftung geförderten Studie. Weitere Untersuchungen sollen jetzt klären, warum das Öffnen der Kalium-Kanäle den Tod der Zellen einleitet. "Möglicherweise stellen die Kalium-Kanäle in den Neuronen der Substantia nigra einen geeigneten Angriffspunkt für Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit dar", hofft Liss. Die Ergebnisse der Studie werden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Neuroscience veröffentlicht.

Quelle: Netdoktor.de vom 20.11.2005




Parkinson: Erlernbare Techniken verbessern Körpergefühl

Berlin/Freiburg (ots) - Zittern, Muskelverspannung im ganzen Körper und eingeschränkte Beweglichkeit zählen zu den drei wichtigsten Symptomen der Parkinson'schen Krankheit. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Medikamente, die das fehlende Dopamin ersetzen oder indirekt den Dopaminmangel ausgleichen sollen und so das Gleichgewicht der Überträgerstoffe im Gehirn beeinflussen. Als belastend wird von vielen Betroffenen im Verlauf der Krankheit die voranschreitende gebeugte Körperhaltung empfunden, häufig einhergehend mit Verkrampfungen der Rücken- und Nackenmuskulatur. Wie man eine aufrechte Körperhaltung bewahren, sein Wohlbefinden durch Lockerung des Rigors verbessern, den Tremor reduzieren kann und seine Stimmung dauerhaft hebt, zeigt beispielsweise die F.M. Alexander Technik. Die ganzheitliche Methode zur Harmonisierung und Dynamisierung von Bewegungs- und Handlungsabläufen basiert auf dem Grundgedanken, dass alle geistigen, seelischen und körperlichen Prozesse untrennbar in einem direkten Zusammenhang stehen. Dabei hat für die körperliche Koordination die Beziehung zwischen Kopf, Hals und Rumpf vorrangige Bedeutung: Das ausbalancierte Verhältnis dieser drei Partien ist entscheidend für eine freie und gelöste Steuerung der Bewegungsabläufe. Mit Hilfe der F.M. Alexander-Technik können an Parkinson Erkrankte lernen, ungünstige Bewegungsmuster durch bewusstes Stoppen zwischen Reiz und Reaktion zu durchbrechen. Mit Hilfe mentaler Anweisungen werden neue Bewegungsabläufe eröffnet. Hierbei beziehen sich die zentralen Anweisungen auf das Zusammenspiel von Kopf, Hals und Rumpf. "Ziel ist es, dauerhafte Hilfe zu erhalten", so Irmel Weber (Berlin), eine von rund 300 langjährig ausgebildeten AT-Lehrer/innen in Deutschland. "Die ganzheitliche Methode macht Gewohnheiten und Spannungszustände bewusst, verbessert die Eigenwahrnehmung in alltäglichen Tätigkeiten und verändert dadurch die Körperspannung." Die Alexander-Technik wird in Einzelunterricht in Lektionen von 30-50 Minuten vermittelt. Eine Stunde kostet zwischen 30 bis 40 Euro.

Quelle: Netdoktor.de vom 09.06.2006



Parkinson und Allergie: Zusammenhang erkannt

Baltimore (ddp). Chronischer allergischer Schnupfen könnte das Risiko erhöhen, an Parkinson zu erkranken. Das schließen amerikanische Forscher aus den Ergebnissen einer Studie mit 196 Parkinson-Patienten und einer Gruppe von gesunden Kontrollpersonen. Verantwortlich für diesen Zusammenhang sind nach Ansicht der Wissenschaftler die Entzündungen, die mit der allergischen Reaktion einhergehen und die Veränderungen der chemischen Gleichgewichte im Gehirn, die als Folge davon entstehen. Über ihre Arbeit berichten James Bower und seine Kollegen von der Mayo-Klinik in Rochester in der Fachzeitschrift «Neurology» (Bd. 67, S. 494). Schon in früheren Studien hatte es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Entzündungsreaktionen und dem Parkinsonrisiko gegeben. So scheint etwa die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Wirkstoffe wie Ibuprofen die Wahrscheinlichkeit, an Parkinson zu erkranken, deutlich zu senken. Um diese Verknüpfung genauer zu untersuchen, verglichen Bower und seine Kollegen in ihrer Studie nun die Krankengeschichten der Parkinson-Patienten mit denen ihrer gesunden Altersgenossen. Das Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, an der neurologischen Störung zu erkranken, lag bei Probanden mit allergischem Schnupfen fast dreimal so hoch wie bei Testteilnehmern ohne eine solche Allergie. Je ausgeprägter und langwieriger die allergische Reaktion, desto wahrscheinlicher sei es auch, dass die zugrunde liegende Immunantwort auch das Gehirn beeinflusse, betont Studienleiter Bower den Zusammenhang. Das könne eine Entzündung und damit die Produktion bestimmter Botenstoffe im Hirn auslösen, die wiederum der für Parkinson typischen Zerstörung von Hirnzellen den Weg bereiten. Obwohl die Forscher in ihrer eher kleinen Studiengruppe keinen Einfluss anderer entzündlicher Erkrankungen wie Asthma, Rheuma oder der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes auf das Parkinsonrisiko finden konnten, glaubt Bower, auf einen allgemeinen Zusammenhang gestoßen zu sein. Weitere Studien sollen das nun bestätigten. Die Ergebnisse bedeuten jedoch nicht, dass Allergien Parkinson auslösen, kommentiert der Forscher. Zwar könne allergischer Schnupfen nach momentanem Wissensstand tatsächlich als ein Risikofaktor unter vielen betrachtet werden, es verhalte sich dabei jedoch wie beim Herzinfarkt: Auch hier seien einzelne Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte oder Rauchen nur jeweils ein Teil des Gesamtbildes und lösten für sich genommen nur in den seltensten Fällen tatsächlich einen Infarkt aus.


Quelle: Netdoktor.de vom 09.08.2006


Parkinson: Info-Telefon leistet Beratung und Hilfe

Hagen (ddp). Das erste bundesweite Parkinson-Info-Telefon (PIT) ist am Freitag in Hagen gestartet. Wie das NRW-Umweltministerium mitteilte, ist das Info-Telefon ein Service der Deutschen Parkinson Vereinigung in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe (Regionalverband Hagen/Ennepe-Ruhr). Die insgesamt 13 Mitarbeiter sind rund um die Uhr unter der Nummer 01805-191909 zu erreichen. Parkinson-Patienten und ihre Angehörigen können dort rund um die Uhr Hilfe und Beratung finden. «Das ist für die Betroffenen ein hervorragendes Angebot. Zu jeder Tages- und Nachtzeit findet man bei Fragen und Problemen einen kompetenten Ansprechpartner», sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Durch ein Netz von medizinischen, sozialrechtlichen und psychologischen Fachleuten, das mit dem Infotelefon verbunden ist, wird das Angebot möglich gemacht. «Hier finden Patienten psychische Hilfe und Beratung. Aber auch wertvolle, lebenspraktische Hilfen und Ratschläge, wie man sich den Alltag trotz Parkinson-Krankheit erleichtern kann», sagte Laumann. In Deutschland leiden den Angaben zufolge 150 000 bis 200 000 Menschen an Parkinson. Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Die langsame Degeneration von Zellen eines bestimmten Gehirnsbereichs verursacht einen Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn. Dieser Mangel führt zu den klassischen Symptomen der Krankheit, wie Verlangsamung aller Bewegungsabläufe, erhöhte Muskelspannung oder -steifheit und Zittern. Noch gibt es für die Parkinsonsche Erkrankung keine Heilung. Die medikamentösen Möglichkeiten bei der Behandlung haben sich in den letzten Jahren jedoch wesentlich verbessert.

Quelle: Netdoktor.de vom 12.08.2006


Parkinson: Nervenzellen erhalten Verjüngungskur

London (ddp). Amerikanische Mediziner haben möglicherweise einen Weg gefunden, den Verlauf der Parkinson-Krankheit zu verlangsamen oder sie sogar zu verhindern: Sie unterziehen die betroffenen Nervenzellen im Gehirn einer Art Verjüngungskur, durch die sie weniger anfällig für Stress werden. Auf diese Weise lässt sich der Tod dieser Zellen, die den für die Bewegungssteuerung unverzichtbaren Botenstoff Dopamin bilden, verzögern und zum Teil auch vollständig verhindern, konnten die Forscher bei Mäusen zeigen. Da für diese Verjüngung ein bereits als Bluthochdruckmittel zugelassener Wirkstoff eingesetzt wird, stehe klinischen Studien nichts mehr im Wege, erklärt Studienleiter James Surmeier von der Northwestern University in Chicago. Die Forscher stellen ihre Entdeckung in der Fachzeitschrift «Nature» vor (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nature05865). Die Nervenzellen im Gehirn, die das Dopamin produzieren und deren Tod die Bewegungsstörungen bei Parkinson auslöst, erzeugen pausenlos elektrische Signale und gehören damit zu den so genannten Schrittmacherzellen. Während sich jedoch die meisten anderen Schrittmacher für ihre Arbeit auf geladene Natriumteilchen verlassen, die sie durch ihre Membran strömen lassen, nutzen die dopaminproduzierenden Zellen einen anderen Weg, haben Surmeier und sein Team entdeckt: Zwar verwenden sie kurz nach ihrer Bildung ebenfalls Natrium, gehen aber mit der Zeit zu Kalziumionen über, bis bei alternden Zellen schließlich hauptsächlich diese Ionen für die Erzeugung der elektrischen Impulse genutzt werden. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist genau das der Faktor, der die Zellen sehr viel anfälliger gegenüber Stress, toxischen Substanzen und damit auch dem Zelltod macht als andere Nervenzellen: Da Kalzium in der Zelle vielfältige regulierende Funktionen erfüllt, muss der Ein- und Ausstrom sehr genau unter Kontrolle gehalten werden - was für die Zelle wiederum einen starken Energieaufwand bedeutet. Wäre es nun möglich, die Zellen dazu zu bringen, wieder auf das Natrium umzusteigen, müsste der Stress nachlassen, so die Idee der Forscher. Um das zu testen, blockierten sie mithilfe des Wirkstoffs Isradipin, der auch gegen Bluthochdruck eingesetzt wird, die Eintrittsstellen für das Kalzium. Das Ergebnis: Die Zellen schalteten lediglich mit einer kurzen Verzögerung wieder auf das Natrium um und verhielten sich damit genauso wie die robusten jungen Zellen. Das schützte sie sowohl im Labor als auch in Tests mit Mäusen vor dem Zelltod, der normalerweise mit Parkinson einhergeht, konnten die Wissenschaftler zeigen. Sie hoffen nun, den Ausbruch der Krankheit in Zukunft auch beim Menschen mit einer vorbeugenden Einnahme des Mittels vermeiden oder aber ihren Verlauf deutlich verlangsamen zu können. Klinische Studien mit Betroffenen sollen in Kürze beginnen.

Quelle: Netdoktor.de vom 11.06.2007


Parkinson: Neue Gentechnik sicher und wirksam

London (ddp). Eine neuartige Gentherapie gegen Parkinson hat sich in einer ersten klinischen Studie mit zwölf Teilnehmern als viel versprechend erwiesen: Durch das Einschleusen eines Gens direkt ins Gehirn normalisierte sich die zuvor überschießende Aktivität in der entsprechenden Region, ohne dass irgendwelche Nebenwirkungen auftraten, berichten US-Mediziner. Gleichzeitig verbesserte sich ihren Angaben zufolge die Bewegungsfähigkeit der Probanden im Schnitt um 25 Prozent. Allerdings könne nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass diese Verbesserung auf einem Placebo-Effekt beruhe, schreiben die Forscher. Das soll nun in einer noch in diesem Jahr beginnenden größeren Studie untersucht werden, berichten Michael Kaplitt von der Cornell-Universität in New York und seine Kollegen im Fachmagazin «The Lancet» (Bd. 369, S. 2097). Die typischen Bewegungsstörungen bei Parkinson entstehen, weil Nervenzellen im Gehirn absterben, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Der dadurch entstehende Dopaminmangel beeinträchtigt eine ganze Reihe Hirnareale, darunter auch den für die Steuerung von Bewegungen zuständigen Subthalamus, der bei Parkinsonpatienten überaktiv wird. Verantwortlich dafür ist ein Mangel an einem zweiten Botenstoff namens GABA, der normalerweise die Aktivität der Nervenzellen bremst. Genau diesen Mangel nahmen nun Kaplitt und sein Team ins Visier. Dazu statteten sie ein harmloses Virus aus der Gruppe der so genannten Adeno-assoziierten Viren mit einem Gen aus, das den Bauplan für ein Enzym namens Glutamatdecarboxylase trägt. Dieses Protein ist entscheidend für die Produktion von GABA. Die beladene Genfähre wurde den Probanden dann direkt in den Subthalamus gespritzt, und zwar lediglich auf einer Seite ihres Gehirns. Dadurch, schreiben die Forscher, sei es möglich gewesen, die biologischen Vorgänge auf der behandelten Seite direkt mit denen auf der unbehandelten zu vergleichen. Im Lauf der nächsten zwölf Monate kontrollierten die Wissenschaftler immer wieder die Aktivität im Gehirn und die motorischen Fähigkeiten ihrer Probanden. Das Ergebnis: Nach einer kurzen Anlaufphase, in der wohl das neue Gen eingebaut und aktiviert wurde, normalisierte sich der Stoffwechsel im Subthalamus. Gleichzeitig verbesserte sich die Bewegungsfähigkeit der Probanden - und zwar lediglich auf der Seite, die von der behandelten Hirnhälfte kontrolliert wurde. Nebenwirkungen wie Immunreaktionen oder Entzündungen habe es nicht gegeben, erklären die Forscher. Die Studie sei dazu entworfen worden, Sicherheit und prinzipielle Wirksamkeit der Therapie zu prüfen, und das habe sie auch leisten können, betonen die Wissenschaftler. Alles weitere, wie etwa auch der Vergleich mit einer nur zum Schein behandelten Kontrollgruppe, müsse nun in größeren Studien genauer untersucht werden. Selbst bei Erfolg werde es jedoch noch viele Jahre dauern, bis eine derartige Therapie allgemein verfügbar sei.

Quelle: Netdoktor.de vom 23.06.2007



Parkinson: Viele leiden unter Halluzinationen

Baltimore (ddp). Fast ein Fünftel aller Parkinson-Patienten entwickelt Halluzinationen, während mehr als ein Drittel unter Schläfrigkeit leidet. Das haben amerikanische Wissenschaftler in einer Studie an rund 300 Patienten nachgewiesen und gleichzeitig die Risikofaktoren für diese Begleitsymptome aufgezeigt. Über ihre Ergebnisse berichten die Neurologen um Kevin Biglan von der Universität von Rochester in der Fachzeitschrift «Neurology» (Bd. 69, S. 187). Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Patienten im Frühstadium der Parkinson-Krankheit über vier Jahre untersucht. Die Betroffenen waren im Schnitt 61 Jahre alt und bekamen entweder L-Dopa oder Pramipexol, zwei Wirkstoffe, die im Gehirn den Botenstoff Dopamin ersetzen sollen. Von diesem Stoff wird bei den Patienten durch das Absterben von Nervenzellen zu wenig produziert. Obwohl zu Beginn der Studie keiner der 301 Patienten über Halluzinationen geklagt hatte, entwickelten sich diese im Lauf der vierjährigen Untersuchung bei einem Fünftel der Betroffenen. Zudem litt mehr als ein Drittel der Patienten unter Schläfrigkeit, und fast die Hälfte erlebte im Lauf der Zeit Schwellungen. Schläfrigkeit trat häufiger auf, wenn die Patienten viele gesundheitliche Probleme hatten, männlich waren und den Wirkstoff Pramipexol bekamen, stellten Biglan und seine Kollegen fest. Halluzinationen waren ebenfalls mit gesundheitlichen Problemen verbunden, traten jedoch auch häufiger auf, wenn die Patienten älter waren und bereits leichte Gedächtnisprobleme hatten. Dagegen waren Schwellungen bei weiblichen Patienten häufiger, insbesondere dann, wenn sie eine Herzkrankheit hatten und Pramipexol einnahmen. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass andere körperliche Erkrankungen ein wichtiger, aber oft übersehener Risikofaktor für Halluzinationen, Schläfrigkeit und Schwellungen sind», sagt Biglan. Solche zusätzlichen Erkrankungen sollten daher von Ärzten in Zukunft mehr berücksichtigt werden, erklärt der amerikanische Forscher. Patienten, die an der Parkinson-Krankheit erkranken, entwickeln durch den Abbau bestimmter Nervenzellen Symptome wie Zittern, Muskelstarre und Bewegungsunfähigkeit. Häufiger als bei Gesunden werden bei ihnen jedoch auch Schläfrigkeit, Halluzinationen und Schwellungen zum Beispiel der Beine oder Hände beobachtet.

Quelle: Netdoktor.de vom 10.07.2007


Parkinson: Sprechtherapie frühzeitig beginnen

Kiel (ddp). Die Parkinson-Krankheit schreitet in der Regel schleichend voran. Neben Gliedersteifheit und Muskelzittern gehören Schluck- und Sprechbeschwerden zu den häufigsten Symptomen. Im fortgeschrittenen Stadium reden Patienten oft sehr leise und leiden unter unkontrolliertem Speichelfluss. «Mit einer speziellen Therapie beim Logopäden lassen sich diese Störungen sehr wirksam behandeln», sagt Adelheid Nebel, Sprachtherapeutin im Universitätsklinikum Kiel. Wichtig sei, mit der so genannten LSVT-Behandlung (Lee-Silverman-Voice-Treatment) frühzeitig zu beginnen und nicht erst dann, wenn sprachliche Äußerungen bereits unverständlich sind. Üblich seien vier Wochen tägliches Training bei einem Logopäden. Danach können die Patienten die Übungen selbstständig fortsetzen. Stimmstörungen fallen meist zuerst den Angehörigen auf. Die Patienten selbst nehmen ihre Sprachschwierigkeiten oft nicht wahr, weil sie sich ganz langsam einschleichen. «Ihrer eigenen Einschätzung nach sprechen die Betroffenen laut und verständlich, dabei flüstern sie nur», erläutert die Logopädin. In der Therapie lernen die Patienten, lautstark - also für den Hörer normal laut - zu sein und ihre Stimme zu heben. Zu Beginn haben sie häufig das Gefühl zu schreien. Nach ein paar Wochen Training können sie die Lautstärke ihrer Stimme richtig einschätzen. «Dann wissen die Betroffenen, dass ihr vermeintliches Schreien gerade richtig für eine normale Verständigung ist», betont Nebel. Auch Schluckbeschwerden und Speichelausfluss lassen sich mit gezielten Übungen mildern. Unter Anleitung des Logopäden lernen die Patienten, ihre Aufmerksamkeit auf den Mundraum zu lenken und den Schluckablauf zu kräftigen. «Das ist sehr wichtig, weil Schluckstörungen zu Lungenentzündungen führen können - im späteren Stadium eine der häufigsten Todesursachen von Parkinson-Erkrankten», erklärt Nebel. Die Logopädin empfiehlt Parkinson-Patienten, alle zwei Jahre eine vierwöchige LSVT-Therapie zu machen. Die Krankenkassen bezahlen die Behandlung. Qualifizierte Therapeuten vermittelt der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl-ev.de).


Quelle: Netdoktor.de vom 16.07.2007


Parkinson-Therapie: Nano-Baugerüst für neue Nerven

Berlin (idw/netdoktor.de). Ein australischer Doktorand hat eine neue Methode entwickelt, die die Stammzellenbehandlung bei Parkinson oder Rückenmarksverletzungen revolutionieren könnte. David Nisbet vom Department of Materials Engineering an der Monash University in Melbourne hat ein dreidimensionales Gerüst geschaffen, mit dessen Hilfe Stammzellen eine schnellere und effektivere Erneuerung beschädigter Nerven im menschlichen Körper erreichen könnten. Das weltweit einmalige 3-D-Gebilde besteht aus biologisch abbaubaren Polymerfasern. Es kann im menschlichen Körper an der Stelle platziert werden, an der Nerven regeneriert werden sollen. "Wir können die Stammzellen außerhalb des Körpers im Gerüst anbringen oder nachdem dieses in den Körper injiziert wurde", beschreibt Nesbit den möglichen Einsatz des Nanogerüsts. "Die Nervenzellen verwachsen mit dem Gerüst genauso wie sich Efeu an einem Gitter entlang schlängelt und bilden so eine Brücke im Gehirn oder Rückenmark. Mit der Zeit zerfällt das Gerüst und wird auf natürliche Weise vom Körper ausgeschieden. Zurück bleiben die regenerierten intakten Nerven." Laut Nisbet werden bei bisherigen Verfahren Stammzellen in das Nervensystem gegeben und können sich dort frei bewegen. "Unsere Untersuchungen zeigen, dass Stammzellen, die mit einem Gerüst verankert sind, nicht nur leichter anwachsen, sondern sich auch schnell ihrer Umgebung anpassen und sich gut erneuern." Einige Forscherkollegen sind bereits auf die Arbeit von Nesbit aufmerksam geworden. Wissenschaftler an der University of Toronto sowie am Howard Florey Institute in Melbourne führen gegenwärtig weitere Tests durch, deren vorläufige Ergebnisse bereits sehr viel versprechend sind.


Quelle: Netdoktor.de vom 15.02.2008



Parkinson: Grüner Tee schützt das Hirn

Baierbrunn (ots) - Grüner Tee kann möglicherweise vor der Parkinson-Krankheit schützen, bei der bestimmte Nervenzellen im Gehirn zugrunde gehen, berichtet die "Apotheken Umschau". Chinesische Forscher von der Academica Sinica in Peking fanden den Effekt, als sie die Wirkung der im Tee enthaltenen zellschützenden Polyphenole an Ratten testeten, die an einer parkinsonähnlichen Krankheit litten. Grünem Tee werden schon seit längerem nervenschützende Effekte zugeschrieben.

Quelle: Netdoktor.de vom 07.03.2008



Parkinson: Zeichnungen verraten Krankheitsverlauf

München (netdoktor.de) - Neurologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben eine einfache Messmethode entwickelt, um das Fortschreiten von Parkinson- und Huntington-Krankheit genau zu verfolgen: Die Patienten zeichnen regelmäßig - zu Hause oder in einer Arztpraxis - eine Spirale auf Papier, die dann per Fax in die RUB-Klinik geschickt und dort binnen Minuten per Computer standardisiert ausgewertet wird. In zwei großen Telemedizinstudien wird die Methodik jetzt an Parkinson- Patienten aus neun europäischen Ländern und 360 Risiko-Personen für die Huntington-Krankheit aus Europa und Amerika nehmen daran teil. Ziel ist es, den Therapieeffekt des Parkinsonmedikaments Pramipexol zu evaluieren bzw. festzustellen, wann bei Huntington-Patienten erste Krankheitszeichen auftreten und wie der frühe Verlauf aussieht. "Im Umfeld der beiden Studien und weiterer kleinerer Projekte erwarten wir in den nächsten zwei Jahren 40.000 Spiral-Zeichnungen", so PD Dr. Peter H. Kraus, der die Arbeitsgruppe in der RUB-Neurologie im St. Josef-Hospital leitet.Das unwillkürliche Zittern der Hände ist eines der Hauptsymptome der Parkinson-Krankheit. Eine Verbesserung oder Verschlechterung der Symptomatik schlägt sich direkt in der Spiralzeichnung nieder. 2000 Patienten aus neun europäischen Ländern nehmen an der zehnmonatigen Studie teil. Sie werden auf das weltweit zugelassene Parkinson-Medikament Pramipexol eingestellt: Dessen Therapieeffekt soll anhand der regelmäßigen Spiralzeichnungen überprüft werden. Hauptfrage der zweiten Studie ist, wann genau bei Huntington-Patienten erste Auffälligkeiten beim Zeichnen auftreten und wie der frühe Verlauf der Krankheit aussieht. Die Huntington-Krankheit ist eine unheilbare, dominant vererbte Erkrankung: Eine Person, die das entsprechende Gen trägt, wird auf jeden Fall im Laufe ihres Lebens daran erkranken. Das Hauptsymptom sind unwillkürliche Bewegungen (Hyperkinesen), die sich auf die Zeichenfähigkeit auswirken. In der Studie, die über drei Jahre läuft, werden 360 Risiko-Personen für die Huntington-Erkrankung mit einer Reihe von Tests (Rating-Skalen und instrumentelle Motorik-Tests) untersucht. "Die Grafimetrie wird hier nicht nur - wie die anderen Tests - bei jährlichen Untersuchungen in den klinischen Zentren in Leiden, Paris, London und Vancouver durchgeführt, sondern darüber hinaus monatlich bei den Versuchspersonen zu Hause", erläutert Dr. Kraus. Die Testbögen kommen zur Auswertung nach Bochum. Sie läuft über Hightech-Equipment. Das ausgeklügelte Verfahren haben die Forscher über Jahre hinweg optimiert. "Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Verfahren, bei denen Patienten in spezialisierte Zentren kommen, um in gewissen Abständen in einer Laborsituation einen Test zu machen, liefert die Grafimetrie engmaschig viele Werte vom Patienten zu Hause", erklärt Dr. Kraus die Vorteile des Verfahrens. "Es ist möglich, den Patienten in seinem Alltag zu erfassen."

Quelle: Netdoktor.de vom 16.04.2008


Parkinson: Hirnschrittmacher lindert schwere Gehstörungen

Hannover (ddp). Ein neues Verfahren kann Patienten mit schweren Störungen der Gehfähigkeit, beispielsweise aufgrund einer Parkinsonerkrankung, wieder zu mehr Stabilität auf den Beinen verhelfen. Bei der nun von der Medizinischen Hochschule Hannover praktizierten Technik werden den Patienten in den Hirnstamm Elektroden implantiert. Diese sind mit zwei Schrittmachern verbunden, die unter die Haut unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt werden. Nach der Operation und der aufwendigen Programmierung zeigten die Patienten eine deutlich verbesserte Gehfähigkeit, teilt die Medizinische Hochschule Hannover mit.

Der Einsatz von Hirnschrittmachern bei Parkinson ist zwar inzwischen etabliert, doch werden die Elektroden im Gehirn bisher in die sogenannten Basalganglien implantiert. Diese Hirnbereiche liegen zentral im Gehirn unter der Großhirnrinde. Die Forscher um Joachim Krauss implantieren bei ihrem Verfahren die Elektroden nun jedoch in den deutlich tiefer liegenden Hirnstamm.

Gerade für Menschen mit schwersten Gehstörungen, für die es bislang überhaupt keine Therapie gab, bringe diese Art der Stimulation einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität, erläutert Krauss die Vorteile des Verfahrens. So konnte einer der bisher zwei behandelten Patienten nach der Operation wieder selbstständig ohne Gehhilfe gehen und zeigte eine gegenüber früher deutlich geringere Tendenz zu Stürzen

Quelle: Netdoktor.de vom 21.08.2009


Parkinson: Süchtig nach Medikamenten

München (netdoktor.de) - Jeder fünfte Parkinson-Patient leidet unter schweren Entzugssymptomen, wenn seine Dosis an Dopamin-Agonisten gesenkt wird. Die Symptome - von Übelkeit bis Panikattacken - fallen ähnlich stark aus, wie bei einem Kokain-Entzug. Das berichten Forscher des New York Presbyterian Hospital in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Archives of Neurology" (2010; 67: 58-63).

Das Forscherteam fasst die Beschwerden unter dem Begriff "dopamin agonist withdrawl syndrome" (DAWS) zusammen. Sie umfassen Beklemmung, Panik, Depression, übermäßiges Schwitzen, Übelkeit, allgemeine Schmerzen, Abgeschlagenheit, Schwindel und heftiges Verlangen nach den Medikamenten. Andere Parkinson-Medikamente können die Entzugssymptome nicht mildern, nur eine Erhöhung der Menge an Dopamin-Agonisten verschafft den Betroffenen Linderung.

Von den 93 Teilnehmern der Studie, deren Medikation aus unterschiedlichen Gründen verringert wurde, erhielten 26 eine reduzierte Dosis an Dopamin-Agonisten. Fünf dieser Parkinson-Patienten (19 Prozent) litten anschließend am DAWS. Zwei der Betroffenen überwanden die Entzugssymptome, bei Dreien mussten die Ärzte die Dosis der Dopamin-Agonisten jedoch wieder erhöhen. "Wie Kokain und Methamphetamine funktionieren Dopamin-Agonisten, indem sie das Belohnungssystem im Gehirn stimulieren", sagt Dr. Melissa J. Nirenberg, Leiterin der Studie. Daher sei es nicht überraschend, dass die Medikamente ähnliche Entzugssymptome hervorriefen wie die Drogen.

Ein Risikofaktor für DAWS scheinen Impulskontrollstörungen bei den Patienten zu sein. Unter der Behandlung mit Dopamin-Agonisten können diese Störungen auftreten, die sich zum Beispiel in Essstörungen oder Spiel- und Kaufsucht äußern. Alle Teilnehmer der Studie, die mit Entzugssymptomen zu kämpfen hatten, zeigten zuvor solche Verhaltensauffälligkeiten. Außerdem trat ein DAWS umso häufiger auf, je höher die Dosis an Dopamin-Agonisten vor Beginn der Studie war. "In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass Ärzte und ihre Patienten Dopamin-Agonisten vernünftig einsetzen und ihre Dosis nur vorsichtig reduzieren", fasst Nirenberg das Untersuchungsergebnis zusammen.

Die Parkinson-Erkrankung trifft etwa ein bis zwei von 1.000 Personen. Erste Symptome treten in der Regel im Alter zwischen 50 und 60 auf, es kommt zum Verlust von dopaminproduzierenden Zellen im Gehirn. Insbesondere jüngere Patienten können von einer Therapie mit Dopamin-Agonisten profitieren. Die Arzneimittel entfalten eine ähnliche Wirkung wie Dopamin und können die typischen Bewegungsstörungen der Parkinson-Krankheit aufhalten. (fs)

Quelle: Netdoktor.de vom 13.01.2010


Parkinson: Genvariante beeinflusst Vitamin B6-Stoffwechsel

München (netdoktor.de) - Ein deutsch-britisches Forscherteam hat eine neue Genvariante entdeckt, die das Erkrankungsrisiko für Morbus Parkinson erhöht. Das Gen enthält den Bauplan für ein Enzym, das für die Verstoffwechslung von Vitamin B6 notwendig ist. Der Körper braucht das Vitamin zur Herstellung des Hormons Dopamin. Dieser Botenstoff sorgt für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen und ist im Gehirn von Parkinson-Patienten in zu geringer Konzentration vorhanden. An der aktuellen Studie waren unter anderem Münchener Wissenschaftler der Technischen Universität, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) sowie des Helmholtz Zentrums beteiligt. Ihre Ergebnisse wurden im Fachmagazin "Annals of Neurology" veröffentlicht (DOI: 10.1002/ana.21780).

Die Forscher hatten untersucht, welche Gene in Gehirnzellen von Parkinson-Patienten eine veränderte Aktivität zeigen. Dabei stießen sie unter anderem auf eine erhöhte Aktivität des Gens, das den Bauplan für das Enzym Pyridoxalkinase (PDXK) enthält. Der Vergleich der Erbinformation von über 1.200 Parkinson-Kranken mit der von rund 2.800 Gesunden bestätigte den Verdacht der Forscher: Eine bestimmte Variante des PDXK-Gens erhöht das Risiko, die fortschreitende neurologische Erkrankung Parkinson zu entwickeln.

PDXK wandelt Vitamin B6 aus der Nahrung in seine aktive Form um, die für die Bildung von Dopamin notwendig ist. Die bei Parkinson-Patienten beobachtete Genvariante könnte für eine veränderte PDXK-Aktivität und damit eine verminderte Dopamin-Produktion verantwortlich sein. Ein Mangel an dem Botenstoff erklärt die meisten Symptome, die für Parkinson typisch sind: Muskelstarre (Rigor), Muskelzittern (Tremor) und eine Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese).

"Obwohl diese Genvariante nur einen kleinen Beitrag zum Gesamtrisiko einer Parkinson-Erkrankung leistet, könnten unsere Ergebnisse die Entwicklung maßgeschneiderter Therapien unterstützen", hofft Dr. Holger Prokisch vom Helmholtz Zentrum München (HHZM) und der TU München in einer Pressemitteilung des HHZM. (mf)

Quelle: Netdoktor.de vom 28.01.2010


Parkinson: Neue Erkenntnisse zur Entwicklung

Dresden (ddp). Dresdner Wissenschaftler haben einen wichtigen Fortschritt bei der Untersuchung der Entstehung der Parkinson-Krankheit erzielt. Wie die Technische Universität Dresden am Freitag mitteilte, war bisher nur vermutet worden, dass Pestizid-Wirkstoffe, die die Krankheit mit verursachen können, über die Blutbahn ins Gehirn gelangen und die Hirnstrukturen schädigen. Ein Dresdner Forscherteam habe nun mit Hilfe von Untersuchungen an Mäusen herausgefunden, dass durch die schädlichen Substanzen zunächst das Nervensystem des Darmes angegriffen werde.

Die veränderten Proteine gelangten dann über das Rückenmark bis ins Gehirn. Dort verursachte der Wirkstoff die bei Parkinson-Patienten typischen Krankheitssymptome. Die bislang nicht heilbare Krankheit beeinträchtigt insbesondere die motorischen Fähigkeiten, führt zu Schlafstörungen und Depressionen. Das bessere Verständnis der Ursachen der Krankheit eröffne auch neue Ansätze beim Erforschen geeigneter Heilmittel, teilte die TU Dresden mit.

Quelle: Netdoktor.de vom 01.02.2010


 

 



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Zuletzt geändert am:16.02.2010