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Kinder-Jugend.

Hier veröffentlichen wir News aus dem Bereich:
Kinder- und Jugendpsychiatrie

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Mülheimer Kontakte e.V
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Psychische Probleme: Jedes fünfte Kind betroffen
Auch Kinder können unter Depressionen leiden
Studie: Jedes dritte Kind leidet unter massiven Ängsten "Zappelphilipp-Syndrom": Neue Erkenntnisse erzielt
"Baby Blues" und "Heultage" - Internet-Angebot für junge Mütter
Baby-Blues: Hilfe bei Depression
Tier-Therapeuten: Kaninchen für die Kinderpsychiatrie "Zappelphilipp"-Syndrom: Neues Mittel auf dem Markt
Immer mehr Kinder und Jugendliche psychisch gestört DHS-Ratgeber: "Lass mich, doch verlass mich nicht"
Trauma-Therapie: Nothilfe entwickelt Programm für Kinder Entwicklungsrisiko: Kinder psychisch kranker Eltern
 
Schule: Stress erzeugt Kinder-Kopfschmerzen Ärtzliche Information: Bei Kindern häufig unzureichend
Körper und Seele: Jedes fünfte Kind hat Probleme Schlafstörungen bei Kindern: Oft folgen Verhaltensstörungen
Antidepressiva: Beschleuniger für Suizidgefahr bei Kindern Kinderärzte: "Zappelphilipp-Syndrom" frühzeitig behandeln
Krankheit Schulphobie: Immer mehr Schwänzer Selbstmord: Sehr häufige Todesursache bei Jugendlichen
Hänseleien: Kindliche Psyche angekratzt Ess-Brech-Sucht: Viele Junge betroffen
Depressionen machen vielen Kindern das Leben schwer Studie: Training mindert Verhaltensprobleme bei Kindern
Teenager: Selbstmord Todesursache Nummer 2 Kinder unter Stress: «Bleib locker»-Kurs in Berlin
Depressive Kinder: Trennung der Eltern macht krank Praxis-Gebühr: Weniger junge Patienten zum Psychiater
Ständiges Hänseln: Schlimme psychische Schäden bei Kindern Angststörungen: Kindern frühzeitig behandeln
Zappelphilipp und Traumsuse - Schlecht erzogen oder einfach nur anders? Experten: Mangel an Schulpsychologen
Kein Kinderspiel: Grundschüler mit Einschlafproblemen Mutter-Kind-Klinik bietet Kuren für "Burn-Out-" und ADS-Syndrom
Für Kinder gibt es nur Erwachsenen-Medikamente Armut: Kinder reagieren mit Depressionen
Fast jeder fünfte Jugendliche in tiefer psychischer Krise Neues Internetportal klärt über Essstörungen auf
Hyperaktive Kinder: Ritalin-Konsum «erschreckend» Flip und Flap helfen: Ein Comic für Epilepsie-Kinder
Magersucht: Mehrzahl der Erkrankten unheilbar Essstörungen bei Kindern: Auf Warnsignale achten
Überraschende Wirkung: Musiktherapie statt Psychiatrie Kopfschmerzen bei Kindern: Oft mit seelischen Problemen verbunden
Seelische Schäden: Immer mehr depressive Kinder Traurige Kinder: Winterdepressionen oft nicht erkannt

Ess-Störungen: Immer mehr junge Menschen krank

Hyperaktive Kinder: Experte warnt vor Medikamenten

Schlaflos in der Nacht: Jedes sechste Grundschulkind leidet

Oft übersehen: Angst und Depression bei Kindern

Seelisch kranke Eltern: Kinder brauchen Hilfe

Warnung: Immer mehr Kinder verhaltensauffällig

Epilepsie: Gehirn-OP kann Kindern helfen

Alarmierend: Immer mehr Jugendliche psychisch krank

Ritalin: Zappelphilipp-Medikament mit Spätfolgen und Suchtgefahr

Aggressive Kinder: Unbegründet in Psychiatrie abgeschoben

Zappelphilipp einfach ruhig gestellt?

Dramatisch: Immer mehr Schüler schlucken Psychopharmaka

Schwierige Jugend: Die Hälfte kämpft mit psychischen Problemen

Psychische Störungen bei Kindern nehmen zu

Jedes zehnte Kind leidet unter seelischer Erkrankung

Gesundheitsministerium: Zu viele Psycho-Pillen für Kinder

Hyperaktiv: 4000 Jugendliche schlucken Psycho-Pillen

Viele Kinder leiden unter Psychostress, Schlaflosigkeit

Kinderschutzbund: Kinder psychisch kranker Eltern mehr beachten

 

Hyperaktiv: 4000 Jugendliche schlucken Psycho-Pillen

Hamburg (dpa) - Rund 4000 Mädchen und Jungen nehmen in Hamburg jeden Tag Psycho- Pillen, weil sie unkonzentriert und aggressiv sind oder den Schulunterricht stören. Sie leiden am so genannten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS). Insgesamt sind rund 10 000 Kinder von ADHS betroffen, berichtet das «Hamburger Abendblatt» (Montag-Ausgabe). Die Zeitung beruft sich auf Angaben des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte. "Die Zahl der Kinder, die Ritalin oder Medikinet nehmen, ist dramatisch angestiegen", sagte Charlotte Köttgen, Leiterin des Jugend- und Psychologischen Dienstes der Hansestadt. "Es brennt", ergänzt Oberschulrat Peter Pape. Die Hamburger Schulbe- hörde hat einen Arbeitskreis "Kinder mit ADHS" ins Leben gerufen. Teilweise bekommen die Hamburger Kinder die Psycho-Stimulanz direkt in der Schule verabreicht vor dem Unterricht, vom Arzt verschrieben. Zwischen Kinderärzten und Psychologen ist der Einsatz der Medikamente umstritten. (dbw)

Quelle: Netdoktor.de vom 06. August 2001

Dramatisch: Immer mehr Schüler schlucken Psychopharmaka

Düsseldorf – Die Zahl der Schüler, die regelmäßig Psychopharmaka einnehmen ist nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" dramatisch gestiegen. Nach Schätzungen von Experten nehmen mittlerweile allein in Nordrhein-Westfalen 10000 Schüler regelmäßig Medikamente gegen Konzentrationsstörungen ein. Ähnlich hoch ist der Anteil auch in anderen Bundesländern. Die Mittel würden manchmal im Selbstversuch konsumiert, häufig aber auch von den Eltern verabreicht und auf ärztlichen Rat hin verschrieben. Man dürfe die augen vor den Gefahren nicht verschließen, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Lerk (SPD). Lehrer hätten ihr berichtet, dass Psychopharmaka sogar auf den Schulhöfen während der Pausen verkauft würden. Dabei handle es sich meistens um die verschreibungspflichtige Substanz Methylphenidat, die als "Ritalin" oder "Medikinet" im Handel erhältlich ist. Nach Angaben der Drogenbeauftragten ist der Verkauf der Präparate sprunghaft gestiegen. Diese Besorgnis erregende Entwicklung bestätigt auch der Psychologe an der Kölner Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychatrie, Manfred Döpfner. Der Wissenschaftler ist Experte für Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts- Störungen (ADHS). Die Krankheit sei seit vielen Jahren bekannt, vermutlich vererbbar und beruhe auf leichten Funktionsstörungen im Gehirn, sagt Döpfner. Die betroffenen Kinder seien in ihrer motorischen Aktivität kaum zu stoppen. Sie könnten sich im Unterricht nicht konzentrieren, ließen in ihren Leistungen nach und zeigten dissoziales Verhalten. Döpfner geht davon aus, dass die ADHS-Häufigkeit objektiv zugenommen hat. Auch wenn die Krankheit genetisch bedingt sei, könne ihr Auftreten durch äußere Umstände (TV-Konsum, mangelnde Bewegung) gefördert werden. Am Medikamentenkonsum der Kinder tragen Experten die Eltern eine gewisse Mitschuld. Sie kämen in die Praxen, weil sie mit dem nachwuchs nicht mehr fertig werden und fragten verzweifelt nach Mitteln gegen die Rastlosigkeit ihrer Kinder. Anschließend erhalten sie ohne Bedenken Pillen auf Rezept. (hk)

Quelle: Netdoktor.de vom 28.12.2001

Viele Kinder leiden unter Psychostress, Schlaflosigkeit
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Hamburg (ots) - Jedes fünfte Kind in Deutschland ist psychisch oder körperlich so ange- schlagen, dass es Hilfe bräuchte. Dies ergab die erste bundesweite Studie über die seelische und körperliche Gesundheit von 4- bis 18-Jährigen. Die Untersuchung wurde im Auftrag des Magazins stern von der Hamburger Universität durchgeführt. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Auch viele Sprösslinge aus so genannten heilen Familien leiden - aber die Eltern merken oft nichts. Wie aus der Datenerhebung weiter hervorgeht, hat fast jeder dritte Jugendliche Albträume, die ihn mindestens gelegentlich quälen. Rund jeder Dritte leidet unter Phobien wie Angst vor Dunkelheit oder Tieren, ist häufig oder mindestens manchmal deprimiert und macht sich zu viele Sorgen. Rund 46 Prozent schlagen sich mit Konzentrationsproblemen herum, 40,3 Prozent können manchmal einfach nicht still sitzen, und 30,9 Prozent kauen auf ihren Nägeln. Laut der stern-Gesundheits-Studie leidet jeder Zweite unter plötzlichen Stimmungswechseln, 52,2 Prozent sind gelegentlich oder häufig misstrauisch, und den Drang nach Perfektionismus beklagen rund 36 Prozent. Etwa 27 Prozent sind gelegentlich verwirrt oder zerstreut. Offenbar ist der innere Druck bei vielen so groß, dass zehn Prozent über nahezu ständige Kopfschmerzen klagen und 2,5 Prozent häufig Magenschmerzen haben. Über bleierne Müdigkeit berichten 5,4 Prozent der Jugendlichen. Besonders besorgniserregend: 10,3 Prozent der Befragten haben Angst vor der Schule. 4,1 Prozent haben sich schon absichtlich selbst verletzt oder versucht, sich umzubringen, 4,9 Prozent denken über Selbstmord nach. Viele Eltern, so zeigen die Ergebnisse, ahnen überhaupt nicht, welche Leiden ihre Kinder belasten. Nicht einmal jedes achte Elternpaar der Kinder, die sich mutwillig selbst verletzen oder einen Selbstmordversuch begehen, weiß überhaupt davon. Auch mit der körperlichen Fitness ist es bei den Jugendlichen nicht weit her: 6,2 Prozent klagen über Asthma, 19,7 Prozent leiden häufig oder mindestens manchmal an Allergien. Jeder fünfte Jugendliche hat gelegentlich Hautprobleme. Nach der stern-Untersuchung haben außerdem 6,8 Prozent häufig oder dauernd Rückenschmerzen, weitere 13,5 Prozent mindestens zuweilen - oft Folge von Haltungsschäden, die viele Kinder den täglichen Stunden vor Fernseher und Computer verdanken. 17,5 Prozent aller Jugendlichen haben Gewichtsprobleme, und rund ein Viertel der Mädchen und Jungen treibt überhaupt keinen Sport. Die stern-Studie belegt eindeutig, dass wohlbehütete Kinder am oberen Ende der sozialen Skala nicht unbedingt gesünder sind. Im Gegenteil: Der Akademiker- und Unternehmernachwuchs neigt zum Teil noch stärker zu Auffälligkeiten als Kinder sozial schwacher Eltern. Michael Schulte-Mark- wort, Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Ep- pendorf, der die Daten ausgewertet hat, sagt: "Die unbeschwerte Kindheit - das ist ein Mythos." Für die Studie befragte das Kölner Psydata-Institut 2000 repräsentativ ausgewählte Familien mit Kindern im Alter zwischen 4 und 18 Jahren. Neben den Eltern wurden 1065 Jugendliche aus diesen Familien zwischen 11 und 18 Jahren interviewt. Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de10.7.2001

Kinderschutzbund: Kinder psychisch kranker Eltern mehr beachten

Lüneburg (dpa) - Der Kinderschutzbund hat eine stärkere Beachtung von Kindern psychisch kranker Eltern gefordert. "Kinder werden häufig übersehen, wenn Eltern psychisch krank sind. Die Folge ist, dass sie oft in große Nöte geraten", sagte Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Heidemarie Jung in einem dpa-Gespräch bei einer Fachtagung des Deutschen Kinderschutzbundes am Samstag in Lüneburg. Unter dem Thema "...nicht von schlechten Eltern" diskutierten Fachleute über Hilfen für diese Kinder. "Für Kinder psychisch Kranker ist das Risiko größer, selber psychisch krank zu werden", sagte die Psychologin. Dieses Risiko müsse so klein wie möglich gehalten werden. Es sei deshalb zum Beispiel notwendig, die Kinder in die Behandlung der Eltern  einzubeziehen, auch wenn sie sich zunächst nicht auffällig verhielten. Die Zu- sammenarbeit zwischen Neurologen, Allgemeinmedizinern und Sozialarbeitern müsse zu Gunsten der Kinder unbedingt verstärkt werden, sagte Jung."Ein gebrochenes Bein können sich Kinder erklären. Doch eine psychische Erkrankung macht den Kindern häufig Angst", erklärt die Therapeutin. Immer wieder müssten sie sich wegen regel- mäßiger Behandlungen von den Eltern trennen. In akuten Notsituationen würden die Kinder mal hier und mal da untergebracht. Besonders schwer wiege aber, dass das Rollenverhältnis zwischen Eltern und Kind umgedreht werde. "Kinder werden zu früh zur Verantwortung gezogen. Sie müssen auf die Mutter aufpassen oder Dinge im Haushalt tun, denen sie noch nicht gewachsen sind. Das führt zur Überlastung", sagte Jung. Zudem würden sie häufig isoliert, hätten wenig Freunde oder schämten sich, diese mit nach Hause zu bringen. (ths)

Quelle: Netdoktor.de vom 21.05.2001

Jedes zehnte Kind leidet unter seelischer Erkrankung

Hamburg (netdoktor.de) - Psychische Erkrankungen von Kindern nehmen nach Erkenntnis von Experten tendenziell zu. Nach Schätzungen der Europäischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (ESCAP) sind ein Zehntel der Kinder davon betroffen, berichtet die Zeitschrift FÜR SIE. Die meisten Eltern seien kaum in der Lage, hinter auffälligem Verhalten die Not auf der Kinderseele zu entdecken. "Mehr oder weniger bewusst geben sie sich selbst die Schuld, wenn sich ihr Kind nicht ganz planmäßig entwickelt", sagt der                Hamburger Psychologe Michael Thiel. "Vermutlich werden deshalb 'stille Kinderkrank- heiten' so häufig übersehen", meint der Fachmann. Jeder Beginn eines neuen Lebensab- schnitts - ob Geburt eines Geschwisterchens oder ein Umzug - sei für die meisten Kinder zunächst mit großen Ängsten verbunden. Eltern sollten diese Ängste nicht bagatellisieren, auch wenn sie ihnen noch so übertrieben erschienen, rät der Psychologe. Das Kind erlebe seine seelische Not sehr real. "Es kann seine Krise am besten meistern, wenn ihm die Eltern viel Verständnis und Rückhalt geben", sagt Thiel. Die Angst vor einem neuen Lebens- abschnitt habe auch positive Seiten. Sie versetze das Kind in äußerste Anspannung und beflügele es so, das Beste aus sich herauszuholen. Das sei eine gute Voraussetzung für den nächsten Entwicklungsschritt. Zum anderen stärke es das Selbstbewusstsein des Kindes, wenn es seinen Kummer nach einer gewissen Zeit überwinden konnte. Kinder schafften das jedoch nicht, wenn die Situation, unter der sie litten, nicht vorüber gehe. So sei nicht selten die Trennung der Eltern oder der Verlust einer anderen wichtigen Bezugsperson der Auslöser für eine schwere Krise. (ee)

Quelle: Netdoktor.de vom 11.04.2001

Gesundheitsministerium: Zu viele Psycho-Pillen für Kinder

Hamburg/Berlin (dpa) - Das Bundesgesundheitsministerium sieht den dramatisch angestie- genen Konsum der Psycho-Pille Ritalin bei Kindern mit Sorge. Ein Sprecher des Minister- iums sagte dem "Hamburger Abendblatt" (Dienstagausgabe): "Wir nehmen die Entwicklung sehr ernst." Der Verbrauch von Ritalin und vergleichbaren Präparaten habe sich seit 1994 etwa verzehnfacht. Von 1997 bis 2000 sei er nach Feststellung der Bundesopiumstelle um etwa 270 Prozent gestiegen. "Wir sehen mit Sorge, dass das Medikament im Einzelfall zu leichtfertig verschrieben wird", zitierte die Zeitung das Gesundheitsministerium. Die obersten Landesgesundheitsbehörden seien aufgefordert worden, die Verbrauchsentwicklung zu analysieren. Ritalin und andere Medikamente mit ähnlicher Zusammensetzung werden von Ärzten zur Behandlung des so genannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) verschrieben und unterliegen den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes. In Hamburg wird Ritalin nach dem Bericht des Abendblatts offenbar besonders oft und schnell verschrieben. Nach Berechnungen des Landesverbandes Nord der Betriebskrankenkassen   (BKK) wird danach fast jedes dritte Ritalin-Rezept in der Hansestadt ausgestellt. Bundesweit würden jährlich 31 Millionen Psycho-Pillen wie Ritalin geschluckt, schon von Kindern ab drei Jahren. (aa)

Quelle: Netdoktor.de vom 07. August 2001

Psychische Störungen bei Kindern nehmen zu

Leipzig (dpa) - In Deutschland leiden nach Expertenangaben immer mehr Kinder und Jugendliche an psychischen Erkrankungen. "Besonders Angst- und Zwangsstörungen, emotionale und Störungen des Sozialverhaltens sowie Essstörungen haben in den letzten fünf bis zehn Jahren drastisch zugenommen", sagte die Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Leipzig, Prof. Christine Ettrich. Auch dort werde die Warteliste für eine Therapie immer länger, die Patienten jünger und der Grad der Erkrankungen schwerer. Zum 75-jährigen Bestehen der Klinik treffen sich von Freitag an Ärzte, Pfleger und Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz zu einem zweitägigen Symposium. Gründe für die steigenden Zahlen seien neben einer anlagebedingten Anfälligkeit "die Herausforderungen der Leistungsgesellschaft wie Leistungsdruck in der Schule", erklärte sie. Viele ihrer Patienten seien Gymnasiasten. "Sie überschreiten aus übertriebenem Ehrgeiz ihre Kapazitäten und sind damit anfällig für seelische Erkrankungen." Ein weiterer Grund sei mangelhafte elterliche Fürsorge. Vor allem Kinder, deren Väter und Mütter sehr viel arbeiteten oder langzeitarbeitslos seien, entwickelten häufig psychische Störungen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen könne die moderne Psychotherapie vieles leisten. So gebe es kindgerechte Verfahren in der Verhaltenstherapie. Zusätzliche Therapieformen etwa mit Hilfe von Hunden in Leipzig ergänzten das individuelle Behandlungsspektrum. "Dabei beobachten Ärzte und Wissenschaftler die Interaktion zwischen Mensch und Hund", erklärte Ettrich. "In einer ersten Testreihe mit 150 Patienten konnten bereits wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose von psychischen Störungen gewonnen werden." (ol)

Quelle: Netdoktor.de vom 19.10.2001

Schwierige Jugend: Die Hälfte kämpft mit psychischen Problemen

Berlin (dpa) - Das Ausmaß seelischer Krankheiten bei Jugendlichen und Erwachsenen wird nach Expertenmeinung oft unterschätzt. 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung litten mindestens einmal im Leben an behandlungsbedürftigen Störungen, sagten Mediziner auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) am Mittwoch in Berlin. Einer Langzeitstudie des Münchner Max-Planck-Instituts für Psychiatrie zufolge haben bereits 55 Prozent der 14- bis 17-Jährigen Depressionen, krankhafte Angst, psychisch bedingte körperliche Störungen, Sucht oder Ess-Störungen erlebt. Die Ergebnisse der Münchner Studie wurden am Mittwoch auf dem Ärzte-Kongress der weltgrößten Medizin-Fachmesse Medica in Düsseldorf vorgestellt. Für die repräsentative Untersuchung waren unter anderen 1395 junge Leute zwischen 14 und 17 Jahren sowie deren Eltern befragt worden. Bei 29 Prozent der Jugendlichen wurde eine Abhängigkeit von Nikotin, Alkohol oder Drogen diagnostiziert. Bei 28 Prozent lag nach den Untersuchungsergebnissen eine Angststörung vor, bei 14 Prozent eine Depression, und 2 Prozent litten unter Ess-Störungen. "Psychische Störungen sind heute die sechshäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit", sagte DGPPN-Geschäftsführer Jürgen Fritze in Berlin. Die ärztliche und psychologische Betreuung lasse nach wie vor zu wünschen übrig, betonten die Fachärzte von der DGPPN. Nur etwa ein Drittel der Betroffenen erhalte ärztliche Hilfe, meistens durch den Hausarzt. Diese würden aber jede zweite psychische Erkrankung übersehen. (bs)

Quelle: Netdoktor.de vom 22.11.2001

Zappelphilipp einfach ruhig gestellt?

"Zwei bis drei Prozent der Vorschulkinder und Schulkinder leiden am Zappelphilipp-Syndrom", so Prof. Dr. Helmut Remschmidt, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Marburg. Auf dem diesjährigen 26. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer informieren Experten über neue Erkenntnisse in Diagnose und Therapie des Hyperkinetischen Syndroms (ADHS). Etwa 20 Prozent der ADHS-kranken Kinder leiden auch an einer Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie). Und sogar 30 Prozent der Legastheniker weisen ein Hyperkinetisches Syndrom auf. "Neue Erkenntnisse zeigen, dass bei beiden Störungen sowohl genetische Faktoren als auch Fehlfunktionen im Gehirnstoffwechsel eine Rolle spielen", sagte Remschmidt. ADHS ist gekennzeichnet durch stark mangelnde Konzentrationsfähigkeit, körperliche Überaktivität und unkontrollierte Impulsivität. Doch ab wann ist kindliche Spontaneität überschritten? Nur schwer lassen sich die Grenzen ziehen. Eine Beantwortung dieser Frage ist durch die sorgfältige Untersuchung der Kinder möglich, die nicht nur eine standardisierte Befragung der Eltern, sondern auch eine direkte Beobachtung des Kindes umfassen sollte. So lässt sich vermeiden, dass Ärzte wie Eltern unter den Verdacht geraten, unruhige Kinder einfach still halten wollen, wenn sie ihnen Beruhigungsmittel verabreichen. So genannte Psychostimulanzien wie Methylphenidate können den kleinen Patienten helfen. Kinder- und Jugendpsychiater weisen jedoch darauf hin, dass der Nutzen der Präparate von der Ausprägung der Krankheit abhängt. Eine besondere Stellung nimmt die Kombination aus psychotherapeutischer und medikamentöser Behandlung ein. "Kinder mit ADHS, die ein ängstliches, sozial auffälliges Verhalten zeigen, sollten sowohl verhaltenstherapeutisch, als auch mit Medikamenten behandelt werden", rät Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl. Hingegen sprächen Kinder mit einer reinen Überaktivität besser auf die Arzneimitteltherapie an. Die Experten warnen aber, Vorschulkinder unkontrolliert medikamentös zu behandeln. Bei den 5- bis 7-Jährigen beobachten sie häufiger Nebenwirkungen, wie Schlaflosigkeit, Appetitminderung, Übelkeit und Kopfschmerzen. Elterntraining und Verhaltenstherapie stehen in diesem Alter an erster Stelle. Nur wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, sollte eine Therapie mit Psychopharmaka erwogen werden. (ots)

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 02.02.2002

Aggressive Kinder: Unbegründet in Psychiatrie abgeschoben

Frankfurt/Main (dpa) - Verhaltensauffällige Jugendliche landen nach Einschätzung von Experten oft fälschlich in der geschlossenen Psychiatrie. Die Kliniken seien für viele Eltern und Sozialarbeiter die letzte Möglichkeit, wenn ein stark aggressives Kind weder zu Hause, noch in einer Jugendhilfe-Einrichtung bleiben könne, sagte der Psychiater Klaus Schmeck von der Frankfurter Universität am Mittwoch bei einer Tagung zum Thema "Aggressive und verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche". Viele kämen auch in die Psychiatrie, weil ein Gericht Unterbringung mit Freiheitsentzug angeordnet, aber keines der wenigen geschlossenen Heime in Deutschland einen Platz habe. "Die Kinder sind in der Klinik aber nicht richtig." Sie könnten vom Hilfsangebot nicht profitieren und drangsalierten Mitarbeiter und andere Patienten. Etwa sieben Prozent aller Kinder sind Schmeck zufolge stark aggressiv. Die Voraussetzung einer geschlossenen Unterbringung, "dass nichts anderes mehr geht", sei nicht immer erfüllt. Oft sei das Kind gar nicht angehört oder nicht psychiatrisch behandelt worden. Zehn geschlossene Heime gibt es nach Darstellung der Experten in Deutschland, die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg. Die Erfolgsquote der größten Einrichtung, im bayerischen Gauting liegt nach eigenen Angaben bei gut 60 Prozent. Diese Jugendlichen würden auch nach mehreren Jahren meist nicht mehr straffällig, hätten ein Dach über dem Kopf und ein Beschäftigungsverhältnis. Ein Jahr bleiben die 12-17 Jahre alten Mädchen im Durchschnitt in Gauting. "Heimerziehung ist besser als ihr Ruf", betonte der Mannheimer Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Martin Schmidt. Die Symptome auffälliger Kinder ließen sich dort besser reduzieren. Jugendliche, die erst mit der Pubertät straffällig oder anderweitig auffällig werden, haben Schmidt zufolge gute Chancen, "das bald wieder zu lassen". Bei Kindern, die schon im Vorschulalter negativ auffielen, sei dagegen die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass sie lebenslang aggressiv oder straffällig blieben. Risikofaktor für diese dauerhafte Auffälligkeit ist nach Darstellung des Amsterdamer Psychiaters Prof. Theo Doreleijers das Zappelphilipp-Syndrom (hyperkinetische Störung). (ee)

Quelle: Netdoktor.de vom 07.03.2002

Ritalin: Zappelphilipp-Medikament mit Spätfolgen und Suchtgefahr

Hamburg (dpa) - Der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther hat vor möglichen Spätfolgen des Medikaments Ritalin gewarnt, das in großem Maß bei der Behandlung von hyperaktiven Kindern verschrieben wird. Auch wenn es dafür noch keine Nachweise gebe, könne Ritalin unter Umständen die Parkinson-Krankheit begünstigen, sagte Hüther dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Von Jugendlichen wird Ritalin nach Informationen von "Focus" als Droge mit Kokain-ähnlicher Wirkung genommen. "Ein Missbrauch des Wirkstoffs kann nicht ausgeschlossen werden", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, laut "Focus". Ritalin wird gegen Hyperaktivität (ADHS) vor allem bei Grundschulkindern verschrieben, die wegen mangelnder Selbstkontrolle im Klassenzimmer auffällig werden. Nach "Spiegel"-Angaben schlucken weltweit rund 10 Millionen Kinder den Wirkstoff Methylphenidat. Experten gehen laut "Spiegel" von mindestens 160 000 ADHS-kranken Kindern in Deutschland aus. Allein im Zeitraum von 1995 bis 2000 habe die Pharmaindustrie ihren Ritalin-Absatz in Deutschland um das Zehnfache auf 13,5 Millionen Tagesdosen gesteigert. Nach Darstellung Hüthers, Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, verhindert Ritalin, dass im Hirn ständig der anregende Botenstoff Dopamin ausgeschüttet wird. Spätfolgen seien nicht ausgeschlossen, sagte der Wissenschaftler. In einigen Jahren könnten so viele Parkinson-Fälle bereits bei 40-Jährigen auftreten. Ein Sprecher des Ritalin-Herstellers Novartis sagte in Basel, bei der Warnung handele es sich lediglich um eine weitere Theorie, "die wir auch ernst nehmen". "Das Medikament muss verantwortungsbewusst verschrieben werden", sagte der Novartis-Sprecher. Nach "Focus"-Angaben missbrauchen immer mehr ältere Jugendliche an deutschen Schulen Ritalin als euphorisierende Droge, die wie Kokain geschnupft werden könne. "Es ist ungut, dass Ärzte, die nicht auf Aufmerksamkeitsstörungen spezialisiert sind, Ritalin-Rezepte ausstellen", sagte Thomas Poehlke, Suchtmediziner aus Münster, dem Blatt. (ol)

Quelle: Netdoktor.de vom 11.03.2002

Epilepsie: Gehirn-OP kann Kindern helfen

Freiburg (dpa) - Immer mehr Kindern, die an einer Epilepsie leiden, kann durch eine Operation am Gehirn geholfen werden. Dies erklärte am Donnerstag der Präsident der Gesellschaft für Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen an der Uniklinik Freiburg, Rudolf Korinthenberg, zur Eröffnung eines Ärztekongresses. Seit 1999 wurden 40 Kinder an der Universitätsklinik operiert; künftig sollen es 50 pro Jahr sein. "Der epileptische Herd wird nur dann operativ entfernt, wenn die Kinder auf Medikamente nicht ansprechen", sagte Prof. Korinthenberg. Eine Voraussetzung für die zwei- bis sechsstündige Operation ist eine so genannte funktionelle Magnetresonanz-Tomografie. Durch dieses Verfahren können die Mediziner den Krankheitsherd im Hirn genau orten, aber auch die Arbeitsweise des Hirns verstehen. Ein Krankheitsherd kann beispielsweise ein Tumor an der Hirnoberfläche sein. "Wir müssen sicher sein, dass durch den Eingriff das Gehirn in seiner Funktion nicht geschädigt wird", sagte Korinthenberg. Wichtig sei es, Patienten möglichst im Kindesalter zu operieren, um ihnen so ein anfallsfreies und selbstständiges Leben zu ermöglichen. Epilepsien gehören bundesweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland ist etwa jeder hundertste von dieser Funktionsstörung betroffen. Dabei geben Nervenzellen unkontrolliert Impulse ab, so dass die Hirnstromtätigkeit aus dem Takt gerät. Die Folge können Bewusstlosigkeit und ein heftiges, krampfartiges Zucken der Glieder sein. In rund 60 Prozent der Fälle kann Betroffenen langfristig mit Medikamenten geholfen werden. Die chirurgische Behandlung von Epilepsien im Kindesalter ist ein Schwerpunktthema der 28. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie. (ee)

Quelle: Netdoktor.de vom 05.04.2002

Alarmierend: Immer mehr Jugendliche psychisch krank

Göttingen (dpa) - Die Zahl der psychisch auffälligen Jugendlichen in Deutschland steigt immer weiter. Inzwischen gerieten bereits 20 Prozent der 12- bis 18-Jährigen in psychische Krisen, sagte Prof. Franz Resch, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Freitag in Göttingen. Ein Viertel dieser Jugendlichen sei so krank, dass therapeutische Hilfe nötig sei. Es fehle jedoch an Therapeuten, sagte Resch anlässlich eines Kongresses von 600 Fachleuten zum Thema Jugendgewalt. Zu beobachten sei vor allem eine Zunahme von Magersucht, Depressionen und Aggressionsstörungen, sagte Resch. Bei Mädchen gebe es dabei häufig eine Tendenz zu destruktivem Verhalten gegen sich selbst. Als Beispiele nannte er selbst zugefügte Schnittverletzungen oder Verbrennungen durch Zigaretten. Die Ursache für die zunehmende "Zerstörung der Innenwelt von Kindern" sehen die Fachleute vor allem in fehlenden Bindungen. Die Wurzeln der psychischen Probleme, die zum Teil in gewalttätigen Handlungen eskalierten, lägen bereits in frühester Jugend im Elternhaus, sagte Kongress-Organisatorin Annette Streek-Fischer. Um diesen Jugendlichen wirksam zu helfen zu können, sei die Zahl der Fachleute jedoch viel zu gering, bemängelte die Vorsitzende der Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Renate Höhfeld. Bundesweit gebe es nur rund 1400 ausgebildete Kinder- und Jugend-Therapeuten. Vor allem in den neuen Ländern herrsche ein großer Bedarf.

Quelle: Netdoktor.de vom 15.06.2002

Seelisch kranke Eltern: Kinder brauchen Hilfe

Hamburg (dpa) - Kinder von psychisch labilen Eltern sind nach Experteneinschätzung besonders gefährdet, später selbst seelisch zu erkranken. "Diese Kinder leiden mit und unter ihren Eltern und kommen dabei selbst zu kurz", sagte die Kinder- und Jugendpsychiaterin Christiane Deneke aus Anlass einer Fachtagung am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) am Mittwoch. Weil diese Kinder oft mit ihren Ängsten und Nöten weitgehend auf sich gestellt sind, sprechen Experten von "vergessenen Kindern". Etwa jedes 30. Kind in Deutschland hat nach Schätzung des UKE ein psychisch krankes Elternteil. Bundesweit wird die Zahl der gefährdeten Kinder auf mehr als eine halbe Millionen geschätzt. "Die Erkrankung der Eltern wird in den meisten Familien tabuisiert, da viele Eltern Angst haben, dass ihnen die Kinder weggenommen werden", beschreibt Oberärztin Deneke das Problem. Auch die Kinder schwiegen meist instinktiv, weil sie Vater oder Mutter nicht verraten wollten. Den Kindern fehle häufig emotionale Wärme und Geborgenheit, sagte Deneke. Da sie das Verhalten ihrer Eltern nicht verstünden und niemanden hätten, mit dem sie sprechen könnten, liefen sie selbst Gefahr, seelisch krank zu werden. Nach Denekes Erfahrung finden die Kinder Hilfe meist bei privaten Einrichtungen sowie bei engagierten Ärzten und Pflegekräften. "Private Projekte können der großen Nachfrage nach Beratung allein aber nicht nachkommen. Die Betreuung und psychologische Beratung dieser Kinder gehört in die öffentliche Hand", fordert Deneke. Die Einrichtung und finanzielle Unterstützung entsprechender Institutionen sei notwendig. Richtige Betreuung helfe Kindern, sich normal zu entwickeln, auch wenn ihre Eltern krank sind.

Quelle: Netdoktor.de vom 29.08.2002

 

Warnung: Immer mehr Kinder verhaltensauffällig

Düsseldorf (dpa) - Immer mehr Kinder und Jugendliche werden nach der Erkenntnis von Medizinern und Psychologen verhaltensauffällig. Gleichzeitig stünden immer weniger öffentliche Mittel zur Vorsorge und Therapie der Betroffenen zur Verfügung. Dies haben Mitarbeiter der Jugendhilfe, Ärzte und Schulpsychologen am Donnerstag bei einem Kongress über Trauma-Folgen bei Kindern in Düsseldorf betont. Nach ihren Schätzungen bräuchten derzeit etwa 25 Prozent der Schulkinder fachkundige Behandlung durch Psychologen. "Vor 20 Jahren waren etwa 15 Prozent der Kinder behandlungsbedürftig, und damals haben wir uns schon erschrocken", erklärte ein Mediziner. Besonders deutlich sei ein Anstieg seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen seit Anfang der 90er Jahre zu beobachten. Ursachen seien schwindende Strukturen in Familie und Gesellschaft, die helfen könnten, seelische Folgen schwerer körperlicher oder psychischer Verwundungen aufzufangen: "Fernseher oder Computer kann man seine Sorgen nicht mitteilen." Dringend forderten die Kongress-Redner aus den Bereichen Jugendhilfe, Kinderschutz und Jugendpsychiatrie eine stärkere Vernetzung ihrer Einrichtungen. Dies könne etwa nach schwedischem Vorbild auf der Ebene von Stadtteilen geschehen, wo Schulen mit Psychologen und Jugendhelfern eng zusammen arbeiten. "Damit hätten auch Lehrer etwas, das sie Eltern auffälliger Kinder anbieten und wo sie hingehen könnten", sagte der Bundesgeschäftsführer der Kinderschutz-Zentren, Arthur Kröhnert. Nach der Auskunft von Hirnforschern lassen sich die oft lebenslangen Folgen von Verletzungen etwa nach Misshandlung, Verwahrlosung oder sexueller Gewalt im Hirn nachweisen. Dies sei Grund genug zum Umdenken bei der Fürsorge für geschädigte Kinder: "Man darf nicht länger so tun, als sei ein Trauma nichts anderes als ein Durchfall".

Quelle: Netdoktor.de vom 27.09.2002

Schlaflos in der Nacht: Jedes sechste Grundschulkind leidet

Göttingen/Köln (dpa) - Jedes sechste Grundschulkind in Deutschland leidet an Schlafstörungen. Viele der Betroffenen können sich deshalb in der Schule nicht richtig konzentrieren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie, die am Donnerstag während der 10. Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM) in Göttingen vorgestellt wurde. An der Studie beteiligten sich 6700 Kinder. Hauptursache für Ein- und Durchschlafstörungen bei Kindern sei das Fernsehen vor dem Zubettgehen, sagte DGSM-Vorstandsmitglied Alfred Wiater, der als Chefarzt der Kinderklinik Köln-Porz für die Studie verantwortlich ist. Auch ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus oder regelmäßiges spätes Essen führten zu Schlafstörungen. Lärm sei ebenfalls ein Problem. In der Schule seien rund 60 Prozent der Kinder mit Schlafstörungen unruhig oder unkonzentriert. Langfristig hätten Schlafstörungen erhebliche negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern, sagte Prof. Göran Hajak von der psychiatrischen Klinik der Universität Regensburg. Die Lernleistungen dieser Kinder seien schlechter als die ihrer Altersgenossen. Denn richtiger Schlaf sei Studien zufolge eine wesentliche Voraussetzung für die Gedächtnisleistung des menschlichen Gehirns. Die Schlafprobleme der Kinder würden größtenteils von den Eltern mit verursacht, sagte der Leiter der psychiatrischen Universitätsklinik Göttingen und Tagungspräsident Prof. Eckart Rüther. Das Schlafen werde vielfach als Strafe eingesetzt nach dem Motto: "Weil du nicht artig warst, musst du jetzt ins Bett." Auch der frühe Schulbeginn sei problematisch. Grundsätzlich sei es nämlich nicht gut, Kinder zu wecken, statt sie ausschlafen zu lassen. Er sei sich aber sicher, dass sich dieser Hinsicht in den nächsten Jahren etwas ändern werde, meinte Rüther. Obwohl die Schlafmedizin in Deutschland in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht habe, beklagten die DGSM-Sprecher das Fehlen ausreichender Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten gerade für Kinder. Derzeit gebe es nicht einmal ein Viertel der erforderlichen rund 80 Schlaf-Ambulanzen und -Labors. Insgesamt leiden nach Angaben der DGSM bis zu sieben Prozent aller Bundesbürger unter ernsthaften Schlafstörungen. Am weitesten verbreitet seien nächtliche Schlaflosigkeit mit einhergehender Tagesmüdigkeit sowie Schnarchen mit vorübergehendem Atemstillstand. Andere Symptome seien unruhige Beine, Zähneknirschen, Einnässen oder Schafwandeln.

Quelle: Netdoktor.de vom 27.09.2002


Oft übersehen: Angst und Depression bei Kindern

Würzburg (dpa) - Psychische Störungen bei stillen Kindern werden nach Expertenansicht in vielen Fällen übersehen. "Bei Kindern, die nicht mit ihrem Verhalten stören, fallen Eltern und Lehrern Angstzustände oder Depressionen leider oft nicht auf", sagte Andreas Warnke, Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg, in einem dpa-Gespräch. So genannte "stille Störungen" sind Thema einer an diesem Montag in Würzburg beginnenden Tagung mit rund 300 Experten. Mitarbeiter von Jugendhilfeeinrichtungen, Kinder- und Jugendärzte, Psychologen, Wissenschaftler und Lehrer beschäftigen sich dabei unter anderem mit dem Problem des Schulschwänzens. Häufig schwänzten Kinder nicht deshalb die Schule, weil sie keine Lust dazu haben, sondern weil sie die Schule fürchten, erklärt Warnke. "Dass solche Schüler von der Polizei aufgegriffen werden, löst das Problem nicht. Es muss in jedem Fall eine Diagnostik und Behandlung folgen", meinte der Würzburger Klinikdirektor in dem dpa-Gespräch. Das Problem werde unterschätzt. Die Kinder seien vielleicht überfordert, erlebten die Schule als einen Ort des Misserfolgs, litten unter Zwängen oder würden von Mitschülern gehänselt. "Das Kind sagt aber vielleicht nicht, dass es Angst hat", erläutert Warnke das Problem. Warnsignale für die Eltern sind nach Ansicht des Experten Bauch- und Kopfweh sowie Appetitlosigkeit des Kindes, die gehäuft zu den morgendlichen Schulzeiten auftauchten, nicht aber am Wochenende, abends oder in den Ferien. "Wir müssen das sehr ernst nehmen", riet Warnke. Eltern sollten Beratungsstellen der Jugendhilfe oder psychiatrische Praxen und Kliniken aufsuchen. Mindestens fünf bis sieben Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland seien akut psychisch krank und könnten nicht mehr mit den Alltagsanforderungen klar kommen. Bis zur Pubertät seien vor allem Buben von psychischen Störungen betroffen, erläuterte der Leiter der Würzburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Danach träten Angststörungen oder Depressionen häufiger bei Mädchen beziehungsweise jungen Frauen auf. Das Thema werde aber oft noch tabuisiert, viele Mütter seien mit Schuldvorwürfen konfrontiert. "Wir müssen davon weg kommen, die Schuldfrage zu stellen", fordert Warnke in dem dpa- Gespräch. Entscheidend sei eine geeignete Behandlung, um den Kindern zu helfen.

Quelle: Netdoktor.de vom 07.10.2002


Ess-Störungen: Immer mehr junge Menschen krank

Köln (dpa) - Immer mehr junge Menschen erkranken nach Einschätzung von Ernährungsexperten an Essstörungen. "Weil die Außenreize durch zu schlanke Prominente weiter zunehmen, wollen junge Menschen zunehmend genauso aussehen", sagte der Sprecher der Aachener Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, Sven-David Müller. Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass oft Menschen zum Maßstab gemacht würden, die es unter natürlichen Bedingungen so gar nicht gebe. Unterscheiden müsse man zwischen zwei Formen von Essstörungen: der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und der Magersucht (Anorexia nervosa). "Magersüchtige sind in der Regel besser zu erkennen, weil sie sehr dünn sind. Bei Bulimie-Erkrankten liegt das Gewischt zwischen dünn, durchaus normal bis leicht übergewichtig", sagte Müller. An Magersucht litten nach Schätzungen in Deutschland rund 100.000 Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, an Ess-Brech-Sucht rund 600.000, sagte Müller. "Das Hauptmanifestationsalter für Magersucht liegt bei 14 Jahren." Fünf Prozent aller Erkrankten seien aber schon jünger als zwölf Jahre. Wie viele Menschen in Deutschland insgesamt betroffen sind ist laut Müller ungewiss. "Es gibt keine exakten Gesamtzahlen." Die Zahl der erkrankten Männer liege etwa bei 10 bis 20 Prozent der insgesamt Betroffenen. "Männer mit Essstörungen werden in der Regel nicht diagnostiziert", sagte der Diätassistent. "Wer kommt schon bei einem schlanken Mann auf die Idee, dass er sich auf ein Schönheitsideal runterhungert und dadurch eine Essstörung bekommt." Essstörungen können nach Angaben von Müller verschiedene Ursachen haben. "Gründe sind nicht nur Außenreize, sondern auch eine falsche Selbstwahrnehmung oder sexuelle Übergriffe von Erwachsenen", sagte der Experte. Besonders wichtig bei Bulimie und Magersucht seien möglichst schnelle Diagnosen. "Bis zu 15 Prozent der Magersüchtigen sterben an den Folgen ihrer Krankheit. Nur 25 Prozent der Essgestörten sind zwanzig Jahre nach Beginn der Krankheit geheilt." Wichtig sei, dass die Familie bei den ersten Anzeichen reagiere und Hilfe suche. "Im Vordergrund einer Behandlung muss die Lösung des zu Grunde liegenden Konflikts im Rahmen einer Psychotherapie stehen", sagte Müller. Bei einer ernährungsmedizinischen Therapie müsse aber auch ein normales Essverhalten wiedererlernt werden.

Quelle: Netdoktor.de vom 28.10.2002


Hyperaktive Kinder: Experte warnt vor Medikamenten

Darmstadt (dpa) - Vor einer generellen Behandlung so genannter hyperaktiver Kinder mit Medikamenten hat der Darmstädter Pädagogikprofessor Manfred Gerspach gewarnt. "Im überwiegenden Teil der Fälle liegen keine körperlichen sondern soziale Störungen vor", sagte Gerspach bei einem Kongress über "Aufmerksamkeitsdefizite" (ADS) am Freitag in Darmstadt. Die Ursachen von ADS seien nicht mit Pillen, sondern mit neuen pädagogischen Konzepten zu beheben. Nach Angaben von Fachleuten zeigen heute bis zu 40 Prozent der Kinder Verhaltensauffälligkeiten. Die Bezeichnung ADS habe sich zur "Modekrankheit" entwickelt, die allen verhaltensgestörten Kindern "aufgestempelt" werde. "Eine wirkliche Diagnose wird meist nicht gestellt", kritisierte Gerspach, Dekan des Fachbereich Sozialpädagogik an der Fachhochschule Darmstadt und Organisator der Tagung. Nach Angaben von Gerspach wurden 1986 deutschlandweit rund 400 Kinder, die unter einer Hirnfunktionsstörung litten, mit Ritalin behandelt. Heute griffen mehr als 23 000 Kinder regelmäßig zu diesem Medikament, das unter das Betäubungsmittelgesetz falle. Die Ursachen der Verhaltensauffälligkeiten von Kindern seien ebenso vielfältig wie die Ausprägungen. Als Stichworte nannte Gerspach die steigende Zahl der Scheidungen und der Doppelverdiener. Dies führe zu einem "Aufmerksamkeitsdefizit" der Eltern gegenüber ihren Kindern. Hinzu komme der Leistungsdruck, mangelnde Bewegung und hoher Fernseh- und Computerkonsum. Die Schule verfüge ebenfalls nicht über entsprechende Methoden, um diesen Kindern gerecht zu werden. Die vorliegenden Forschungen zeigen für Gerspach eindeutig, dass durch intensive Beschäftigung mit den Kindern die Symptome verschwinden. Für die Schule bedeute dies, dass kleinere Gruppen gebildet werden müssten. Durch neue Lehrmethoden solle außerdem der einzelne Schüler besser gefördert werden. Notwendig sei die Einstellung von Schulsozialarbeitern, die sich zusätzlich um betroffenen Kinder kümmern könnten. "All das kostet Geld", führte der Professor aus, "aber es rechnet sich, weil gesellschaftliche Verschiebungen damit verhindert werden können." Eine Massen- Medikamentierung sei in jedem Falle der falsche Weg.

Quelle: Netdoktor.de vom 09.11.2002


Seelische Schäden: Immer mehr depressive Kinder

Stuttgart (dpa) - Rund eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach Experteneinschätzung seelisch krank. Neben emotionalen und sozialen Verhaltensstörungen und Aufmerksamkeitsdefiziten behandelten Psychiater und Psychotherapeuten immer mehr Kinder mit Ängsten und Depressionen, sagte die Vorsitzende des Berufsverbandes der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Deutschland, Christa Schaff. "Depressive Heranwachsende werden schneller übersehen als etwa Hyperaktive", sagte Schaff. Sie seien oft still, traurig, angepasst und einsam. Andere Auffälligkeiten, wie sozialer Rückzug, Kopfschmerzen oder Unzufriedenheit seien häufige Begleiter einer Depression bei unter 18-Jährigen. Bei ihrem Umfeld fänden die Kranken manchmal wenig Unterstützung: "Ein Erwachsener will meist gar nicht wissen, dass schon Kinder und Jugendliche depressiv sein können." Dennoch gebe es für seelisch kranke Heranwachsende bereits gute Konzepte für eine ganzheitliche Behandlung. "Wir schauen zum einen auf Krankheiten und körperliche Behinderungen, das andere Bein haben wir in der Psyche", erklärte die Fachärztin aus Weil der Stadt (Kreis Böblingen). Um nach einer eingehenden Diagnose ein schlüssiges Therapiekonzept zu entwickeln, müssten neben den Fachärzten auch beispielsweise Heilpädagogen und Sozialarbeiter einbezogen werden. Dies geschehe in den so genannten sozialpsychiatrischen Praxen, von denen es bereits etwa 500 in Deutschland gebe. Problematisch sei jedoch, dass diese Praxen "finanziell auf sehr wackligen Füßen" stehen. Schaff erläuterte, dass bisher lediglich Ersatzkassen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen Verträge über die Bezahlung von fest angestellten Heilpädagogen und Sozialarbeitern in den Fachärztepraxen abgeschlossen hätten. "Die Primärkassen sperren sich noch immer gegen Verträge", bedauerte Schaff. So käme es, dass die Unkosten in den sozialpsychiatrischen Praxen kaum zu decken seien, die Ärzte trotz steigender Patientenzahlen keine Honorare erzielten. Neben der Heilung von seelischen Krankheiten achte der Berufsverband zudem auf die Möglichkeiten, seelische Krankheiten zu vermeiden. Hier müsse der Facharzt vor allem das soziale Umfeld von Kindern und Jugendlichen betrachten: "Eltern brauchen heute sehr viel mehr Beratung als früher." Schaff appellierte an die Erziehenden von Jugendlichen, auf die emotionale Entwicklung der Heranwachsenden zu schauen - "und nicht immer nur auf die Leistungen". Der Berufsverband wurde 1978 gegründet. Nach eigenen Angaben gehören von den insgesamt knapp 1000 Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Deutschland etwa 700 dem Berufsverband an.

Quelle: Netdoktor.de vom 16.11.2002


Überraschende Wirkung: Musiktherapie statt Psychiatrie

Münster (dpa) - Musiktherapie könnte nach einer Studie der Universität Münster vielen Schülern mit emotionalen und sozialen Problemen das Leben erleichtern. Zugleich könnten entsprechende Förderangebote die Lehrer entlasten. Nach Ansicht der Leiterin des Studiengangs Musiktherapie, Rosemarie Tüpker (50), wird diese Chance aber von zu wenigen allgemein bildenden Schulen genutzt, obwohl im Rahmen des Projektes «Selbständige Schule» dazu die Möglichkeit bestünde. Die Untersuchung von Erika Mennebröker aus dem Entlassjahrgang belege, dass auch Lehrer einen hohen Bedarf an musiktherapeutischen Angeboten sehen, sagte die Wissenschaftlerin. Insgesamt seien 200 Pädagogen an 14 Schulen in Bremen und Niedersachsen sowie 10 Musiktherapeuten an Schulen in sechs Bundesländern befragt worden. «Danach zeigten sich 98 Prozent generell gegenüber solchen Fördermaßnahmen aufgeschlossen. 92 Prozent würden ein derartiges Angebot auch an der eigenen Schule begrüßen.» Die laut Tüpker hinsichtlich Schulformen und Standorten repräsentative Umfrage kommt außerdem zu eindeutigen Aussagen über die Problemfelder der Schüler. Danach würden die Lehrer Musiktherapien in der Reihenfolge ihrer Bedeutung angezeigt finden bei Konzentrationsschwäche (84 Prozent), motorischer Unruhe (78) und geringer Frustrationstoleranz (53), aber auch bei aggressivem Verhalten, bei Gruppenunfähigkeit und Kontaktarmut. Die meisten Befragten zeigten sich überzeugt, dass die Verhaltensprobleme auf diese Weise von ihren Ursachen her besser verstanden werden könnten. «Außerdem könnten sie außerhalb der Leistungssituation in der Klasse besser behoben werden», sagte Tüpker. Versuche in anderen Ländern hätten bewiesen, dass die Musiktherapie im schulischen Alltag selbst schwer wiegende Störungen auffangen könne, so dass sich Klinikaufenthalte in der Kinder- und Jugendpsychiatrie vermeiden ließen. In Luxemburg seien solche Angebote bereits etabliert.

Quelle: Netdoktor.de vom 29.11.2002


Traurige Kinder: Winterdepressionen oft nicht erkannt

Mannheim (dpa) - Winterdepressionen bei Kindern werden nach Auskunft des Mannheimer Mediziners Christopher Göpel häufig übersehen. «Verstimmungen werden oft als Reaktion auf bestimmte Ereignisse wie etwa einen Lehrerwechsel und nicht als Symptome einer Depression gewertet», sagte der Oberarzt vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Diagnose so genannter saisonaler depressiver Störungen (SAD) sei gerade bei Kindern sehr schwierig. Erschwerend hinzu komme, dass die Symptome sehr vielfältig seien, sagte Göpel. Anzeichen für SAD seien etwa regelmäßig im Winter auftretende Schwankungen der Schulleistungen. Die Erkrankung könne sich aber auch in Interesselosigkeit, ständig depressiver oder gereizter Stimmung sowie durch Konzentrationsmängel ausdrücken. Ihren Anfang nähmen die Depressionen meist im September und Oktober, besonders stark ausgeprägt seien sie im Januar und Februar. Wenn die Verstimmungen des Kindes immer nur in dieser Jahresphase aufträten, sei das ein Anzeichen für mögliche Winterdepressionen. «Bei der Diagnose müssen aber mögliche andere Ursachen ausgeschlossen werden», sagte Göpel. Mädchen und Jungen seien vor der Pubertät von der Erkrankung gleichermaßen betroffen. Erst danach sei die Erkrankung überwiegend bei Frauen anzutreffen - wie bei Depressionen allgemein. Da sich die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter fortsetzen und negative Auswirkungen auf Schule, Ausbildung und Beruf haben könne, sei eine umfassende Beratung und Behandlung unverzichtbar, sagte der Mediziner. Als Behandlung empfahl Göpel eine Lichttherapie. Dabei blicken die Patienten für zwei bis drei Stunden täglich - jeweils für 5 bis 10 Sekunden pro Minute - in fluoreszierendes Licht. «Damit wurden bislang sehr gute Erfolge erzielt», sagte der Mediziner.

Quelle: Netdoktor.de vom 02.12.2002


Kopfschmerzen bei Kindern: Oft mit seelischen Problemen verbunden

Heidelberg (dpa) - Regelmäßig an Kopfschmerzen leidende Kinder und Jugendliche haben auch häufiger psychische Störungen als ihre gesunden Altersgenossen. Etwa ein Drittel der Betroffenen leidet neben den Kopfschmerzen an Verhaltensstörungen und emotionalen Problemen, teilt das Universitätsklinikum Heidelberg mit. Es beruft sich dabei auf eine Studie an der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Hauses, für die 128 Betroffene zwischen 6 und 18 Jahren untersucht wurden. Nach Angaben der Experten gehören chronische Kopfschmerzen zu den häufigsten körperlichen Beschwerden im Kindesalter. Schon im Kindergarten seien 20 Prozent der Kinder betroffen. Bis zum Ende der Grundschulzeit hätte mehr als die Hälfte aller Kinder Erfahrungen damit gemacht. Meist gehörten Kopfschmerzen zur Gruppe der Migräne oder der Spannungskopfschmerzen. Damit diese Schmerzen nicht zu einem Begleiter bis in das Erwachsenenalter würden, sollten sie so früh wie möglich, grundlegend und mit wirksamen Mitteln behandelt werden. Unter Umständen könne dafür auch eine zusätzliche Behandlung der psychiatrischen Symptome nötig sein.

Quelle: Netdoktor.de vom 17.12.2002


Magersucht: Mehrzahl der Erkrankten unheilbar

München (dpa) - Derzeit kann die Mehrzahl der Magersüchtigen nach Einschätzung von Experten auch durch Psychotherapie und Klinikaufenthalt nicht geheilt werden. Darauf weist der Berufsverband der Frauenärzte in München hin. Demnach nimmt jede dritte Magersüchtige nach einer Therapie zwar etwas zu, das Normalgewicht wird aber nicht annähernd erreicht. Bei jeder vierten bleibt das Krankheitsbild auf Dauer bestehen, und jede zehnte stirbt sogar infolge ihrer Magersucht. Nur bei 30 Prozent der Patienten kommt es nach einer Behandlung zu einer vollständigen Besserung. Bei sehr starkem Untergewicht und medizinischen Komplikationen ist eine Klinikeinweisung unumgänglich, so der Ärzteverband weiter. Bestehe akute Lebensgefahr, sei sogar eine Zwangsernährung gegen den Willen der Betroffenen erforderlich. In der Psychotherapie zählten Familien- und Partnertherapie sowie Entspannungstechniken und Übungen zur Körperwahrnehmung zu den Behandlungsmöglichkeiten. Günstig sei oft auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe. Die Adressen von Selbsthilfegruppen können den Angaben zufolge beim örtlichen Gesundheitsamt erfragt werden.

Quelle: Netdoktor.de vom 16.01.2003


Essstörungen bei Kindern: Auf Warnsignale achten

München (dpa) - Ein gestörtes Essverhalten bei Kindern und Jugendlichen macht sich nicht nur durch den Verzicht auf Nahrung bemerkbar. Klare Warnsignale seien auch mehrfach tägliches Wiegen und übertriebene körperliche Aktivität, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in München. Ein extrem langsames Essverhalten wie das Zerschneiden der Nahrung in sehr kleine Bissen sollte bei Eltern ebenfalls die Alarmglocken klingeln lassen. Verschlingt das Kind Nahrungsmengen in großen Mengen ohne Gewichtszunahme, verschwindet es nach jeder Mahlzeit auf der Toilette und zeigt es Symptome des häufigen Erbrechens wie Entzündungen der Magen- und Mundschleimhaut, deute dies auf eine Ess-Brechsucht (Bulimie) hin. Kennzeichnend dafür seien auch Episoden eingeschränkter Nahrungszufuhr im Wechsel mit Heißhungerattacken. Den Erkrankungen liegen meist schwere seelische Konflikte zu Grunde, die grundsätzlich behandelt werden müssen, heißt es weiter. Das heutige Schlankheitsideal fungiert nach neuesten Erkenntnissen teilweise zwar als ein Auslöser, nicht aber als Ursache.

Quelle: Netdoktor.de vom 23.01.2003


Hyperaktive Kinder: Ritalin-Konsum «erschreckend»

Köln (dpa) - Der IKK-Bundesverband hat eine «erschreckende» Zunahme von Verschreibungen des umstrittenen Ritalin für hyperaktive Kinder kritisiert. Ärzte, die das amphetaminartige Medikament verordneten, sollten speziell ausgebildet sein und dies durch eine besondere Qualifikation nachweisen, verlangte der Verband am Freitag in Bergisch Gladbach bei Köln. Eine Ritalin-Therapie sei keinesfalls immer sinnvoll und berge ein Sucht-Risiko in sich. Das Medikament mit dem Wirkstoff Methylphenidat falle in Deutschland unter das Betäublungsmittelgesetz. Oft könne eine Psychotherapie besser beim Aufmerksamkeits- Defizit-Syndrom (ADS) helfen als eine Ritalin-Gabe, betonte der IKK- Bundesverband. Dennoch sei in der gesamten Gesetzlichen Krankenversicherung eine drastische Zunahme feststellbar. Bei den IKK-Versicherten stiegen die Verordnungszahlen von 1999 bis 2002 um das zwei- bis dreifache. Von ADS sind nach unterschiedlichen Angaben zwischen zwei bis sechs Prozent der Kinder und Jugendliche betroffen. Sie leiden in Folge ihrer Hyperaktitivität unter Konzentrationsschwäche und reagieren teilweise unkontrolliert oder aggressiv. Ritalin wirkt beruhigend auf hyperaktive Kinder.

Quelle: Netdoktor.de vom 25.01.2003


Flip und Flap helfen: Ein Comic für Epilepsie-Kinder

Lübeck (dpa) - Mit einem Comic wollen Kinderärzte der Universität Lübeck epilepsiekranken Kindern helfen. Die Bildergeschichten mit den Nervenzellen "Flip" und "Flap" sollen den jungen Patienten erklären, was bei einem epileptischen Anfall in ihrem Körper passiert. Nach Ansicht der Wissenschaftler können Kinder auf diese Weise lernen, selbstständig mit ihrer Krankheit zu leben. Für die Umsetzung des Projektes erhält die Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin aus einem Sponsoringprogramm 150.000 Euro. Das Geld stammt aus einem Programm des amerikanischen Chemiekonzerns Johnson & Johnson, mit dem Gesundheitsangebote für Kinder und Jugendliche gefördert werden. Der Scheck wird nach Angaben der Universität am 8. März bei einer Fachtagung in der Kinderklinik Datteln der Universität Witten/Herdecke überreicht werden. Etwa 60 von 100.000 Kindern unter 15 Jahren leiden nach Angaben der Universität an Epilepsie. Bereits seit drei Jahren arbeiten die Fachleute der Uni Lübeck an dem Comic, der Teil eines umfangreichen Schulungsprogramms für Kinder und Eltern ist. "Die betroffenen Kinder wissen oft gar nicht, unter welcher Krankheit sie leiden", sagt die Leiterin der Lübecker Universitätskinderklinik, Ute Thyen. "Sie bekommen die Anfälle nicht bewusst mit und merken nur an den fragenden Blicken der Mitschüler oder am besorgten Verhalten der Eltern, dass mit ihnen irgendetwas nichts stimmt", erläutert sie. Deshalb litten die Kinder häufig an Angst, Schuld- und Schamgefühlen. Mit dem von Lübecker Wissenschaftlern entwickelten Schulungssystem lernen Kinder im Alter zwischen 7 und 15 Jahren in Wochenendseminaren, ihre Krankheit zu verstehen und mit ihr umzugehen. Für die Eltern gibt es eigene Schulungen. "Sie müssen lernen, ihre Kinder nicht zu stark zu behüten und ihnen aus Angst vor einem neuen Anfall alles zu verbieten", sagt Thyen. Erste Tests in Kinderkliniken unter anderem auch in Hamburg und Hannover haben gezeigt, dass die Comicfiguren "Flip" und "Flap" dabei eine große Hilfe sind. "Viele Kinder haben die Comics mit in die Schule genommen und dadurch dort erstmals offen über ihre Krankheit gesprochen", sagt die Psychologin Esther Müller-Godeffroy, die die Seminare leitet. Außerdem habe sich gezeigt, dass die Kinder die notwendigen Medikamente gewissenhafter einnahmen, nachdem sie über ihre Krankheit Bescheid wussten. Vom Sommer an soll das Lübecker Schulungsprogramm in zehn Kinderkliniken bundesweit getestet und die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet werden.

Quelle: Netdoktor.de vom 06.03.2003


Fast jeder fünfte Jugendliche in tiefer psychischer Krise

Weimar (ddp). Nahezu jeder fünfte Jugendliche in Deutschland gerät während seiner Pubertät in gefährliche psychische Krisen. Depressionen, Magersucht, Essstörungen und Suizide hätten in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen, sagte die Mainzer Psychologin Inge Seiffge-Krenke bei einem jugendmedizinischen Kongress am Freitag in Weimar. Bis zu 4000 Jugendliche töteten sich pro Jahr in Deutschland selbst. Bei den 15- bis 24-Jährigen jungen Männern sei der Suizid nach dem Unfall zur zweithäufigsten Todesursache geworden.

Vier Prozent der Jugendlichen in Krisen müssten sich wegen schwerer Depressionen in medizinische Behandlung begeben. Zehn Prozent litten unter depressiven Symptomen wie Appetit- oder Lustlosigkeit. 70 Prozent der Jugendlichen in Krisen machen den Angaben zufolge diffuse Körperschmerzen wie Kopf- und Bauchschmerzen zu schaffen. Betroffen seien doppelt so viele Mädchen wie Jungen. Essstörungen würden heute allerdings zunehmend auch bei männlichen Jugendlichen diagnostiziert. Grundsätzlich reagierten Mädchen auf schwere innere Krisen mit Depressionen und Angststörungen, während Jungen sich in delinquentem Verhalten und Drogenmissbrauch abreagierten.

Eine Hauptursache dafür sieht der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Klaus Gritz, in den weggefallenen sozialen Netzen. Intakte Familien seien immer seltener, die Kirche verliere zunehmend ihre Rolle und der Staat ziehe sich immer mehr aus seinen sozialen Verpflichtungen zurück. Hinzu komme, dass die Jugendzeit auf Grund früherer biologischer Reife und späterer Berufstätigkeit deutlich länger werde.

Die Experten fordern eine Vernetzung aller Strukturen, die Jugendlichen in Krisen helfen können. Nötig sei, die Kompetenzen von Hausärzten, Jugendmedizinern und Psychologen besser zu verbinden. Als Basis dienten finanziell und personell gut ausgestattete Hausarztpraxen, die präventiv wirksam werden müssten. Da Krisen Jugendlicher sich bereits in der Kindheit andeuteten, müsste die Prävention bereits früh einsetzen. In der Schule sollten Gesundheitserziehung und Familienkunde wieder eingeführt werden. In Deutschland gibt es nach Angaben des Verbandes rund 1200 Krisenberatungsstellen für Jugendliche.

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 10.03.2003


Neues Internetportal klärt über Essstörungen auf

Köln (ddp). Mit einem neuen Internetportal will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über Essstörungen informieren. Die Seiten stellen einzelne Formen von Essproblemen vor und weisen auf Beratungsmöglichkeiten hin. Das Angebot richtet sich an Betroffene und Angehörige. Gerade in der Anfangsphase der Erkrankung sei die richtige Unterstützung durch das soziale Umfeld entscheidend für den weiteren Verlauf, sagte Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Deshalb sei es wichtig, mit dem Onlineangebot eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.

Essstörungen sind den Angaben zufolge ein «ernst zu nehmendes gesundheitliches Problem», dass «in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen hat». Weitreichende Gesundheitsstörungen wie Osteoporose, Niereninsuffizienz und psychische Erkrankungen können die Folge sein. Einer Studie der BZgA zufolge wären in Deutschland 56 Prozent der 13- und 14-Jährigen gern dünner. Sieben Prozent der Jungen und acht Prozent der Mädchen, die zum Zeitpunkt der Befragung objektiv untergewichtig waren, bemühten sich trotzdem abzunehmen. http://www.bzga-essstoerungen.de

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 21.03.2003


Für Kinder gibt es nur Erwachsenen-Medikamente

Bisher kein eigenes Forschungsgebiet
Bis zu 90 Prozent der Kinder werden mit
nicht zugelassenen Arzneien behandelt

(naps). Im psychiatrischen Bereich gibt es kaum Medikamente, die für Kinder zugelassen sind, mit Ausnahme der Behandlung des Hyperkinetischen
(Zappelphilipp-) Syndroms. Die Ärzte müssen Mittel für Erwachsene verschreiben, Arzneiforschung für Kinder findet nicht in erforderlichem Maße statt. Ein großer Nachteil für alle Kinder mit ernsthaften psychischen Erkrankungen, kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP).

"Natürlich behandelt kein Kinder- und Jugendpsychiater seine jungen Patienten ohne gewichtigen Grund mit Medikamenten. Die kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaften haben Leitlinien entwickelt, die dem Arzt die Auswahl der günstigsten Therapieform auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen erleichtern", sagt Prof. Jörg Fegert von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP).

"Doch bei schwereren psychischen Erkrankungen im Kindesalter führen Medikamente, meist in Kombination mit Psychotherapie, oft zu einer deutlichen Besserung. Die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Internet führt dazu, dass immer mehr gut informierte Eltern mit der – begründeten oder medizinisch auch nicht begründeten – Bitte um Medikamente für ihr Kind auf den Arzt zukommen." Der Kinder- und Jugendpsychiater steht hier vor einem Konflikt. ...

Lesen Sie hier weiter: http://www.lichtblick-newsletter.de/aufsatz8.html

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 20.08.2003


Armut: Kinder reagieren mit Depressionen

Jena (dpa) - Ärmliche Verhältnisse im Elternhaus führen laut einer Studie der Fachhochschule Jena zu gesundheitlichen Schäden der Kinder. «Bauchweh, Kopfschmerzen und Depressionen sind typische Symptome bei von Armut betroffenen Kindern», sagte Professor Karl August Chassé in einem dpa-Gespräch. Drei Jahre lang befragte der Sozialwissenschaftler 14 Familien aus dem Raum Jena, die mit einem Minimum an Geld auskommen müssen, also meist von Sozialhilfe leben. Sehr deutlich zeigt sich die Armut laut Studie in Ernährungsfragen: «Es werden billige und minderwertige Nahrungsmittel gekauft und zum Monatsende gibt es aus Geldmangel keine regelmäßigen Mahlzeiten mehr», sagte der 55-Jährige. Was für das Essen gilt, ist bei der Kleidung ähnlich. Markenware sei für arme Familien tabu. Die Kinder trügen eher gebrauchte Kleidung oder Sachen vom «Polen- und Tschechenmarkt». Damit würden sie von ihren Klassenkameraden als anders wahrgenommen und teilweise ausgegrenzt. Wenig Gefallen fänden auch Lehrer an den Kindern armer Herkunft. Sie hätten häufig Konzentrationsprobleme, seien leistungsschwach und störten den Unterricht. Schwer hätten es arme Kinder vor allem deshalb, weil ihr Aktionsradius im Vergleich zu Gleichaltrigen sehr gering sei. «Die Eltern haben kein Geld für Urlaubsreisen und kostenintensive Unternehmungen», erläuterte Chassé. «Außerdem können sie die Neigungen ihrer Sprösslinge nicht unterstützen.» Gefragt sind hier laut Studie vor allem Offenheit der Eltern und soziale Netzwerke. Es gebe nur einzelne Kinder, die von der finanziellen Lage der Eltern nicht seelisch oder körperlich beeinträchtigt werden. Ausgleichend wirkten hier vor allem Freundschaften, Großeltern und weitere Verwandte. Schulen und Kindertagesbetreuung dagegen versagten. Deshalb fordert Chassés Forschungsgruppe, Ganztagsschulen auszubauen, die Begabungsförderung stärker an Schulen zu binden und sozialpolitischen Rahmenbedingungen für arme Familien zu verbessern. Nach Meinung des Jenaer Professors ist die Überlegung, Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammenzulegen, das falsche Signal: «Dadurch wird die Lebenssituation armer Familien nicht verbessert, sondern verschärft.»

Quelle: Netdoktor.de vom 25.08.2003


Kein Kinderspiel: Grundschüler mit Einschlafproblemen

Köln (dpa) - Mit Beginn des neuen Schuljahrs kommen viele Kinder übermüdet in die Klassenräume. Denn Schlafstörungen unter Schülern sind weit verbreitet, wie die bundesweit erste umfassende Studie zum Schlafverhalten von Grundschulkindern in Köln nun ergeben hat. Demnach schläft fast jedes fünfte Grundschulkind schlecht. «Die Folgen können Tagesmüdigkeit, traurig-depressives Verhalten, Hyperaktivität und sicherlich auch schlechtere Schulleistungen sein», erklärt der Initiator der Studie, der Chefarzt der Kinderklinik Köln- Porz, Alfred Wiater. Die Untersuchung macht zugleich deutlich, dass Grundschulkinder schlechter schlafen als ihre Eltern annehmen. Für die Studie befragte Wiater im vergangenen Jahr fast 11 500 Grundschüler (erste und vierte Klasse) und Eltern nach Schlafverhalten, häuslicher Umgebung und Tagesaktivitäten der Kinder in den vergangenen drei Monaten. Die Angaben der Eltern und ihrer Sprösslinge weichen deutlich voneinander ab, wie Wiater betont. Sein Fazit: «Erschreckend ist, dass viele Eltern offenbar keinen umfassenden Einblick in die Befindlichkeit und den Gesundheitszustand ihrer Kinder haben.» So haben etwa laut Eltern-Einschätzung 28 Prozent der Viertklässler manchmal oder häufig Einschlafstörungen. Die befragten Viertklässler beurteilen ihre Lage aber deutlich schlechter: 45 Prozent können schwer einschlafen. 40 Prozent der Viertklässler haben zudem Albträume, jeder vierte ist tagsüber müde. Die Berufstätigkeit beider Elternteile, Vernachlässigung, aber auch soziale Probleme unter den Schülern seien häufig Ursachen für die Schlafprobleme, sagt Forscher Wiater. «Ziel der Studie ist auf keinen Fall, die Eltern global in ein schlechtes Licht zu rücken, wir wollen sie aber dazu animieren, sich mehr um ihre Kinder zu kümmern». Gift für einen gesunden Kinderschlaf sei auch der allabendliche Fernsehkonsum. «Am Abend wäre stattdessen ein großes Aufarbeiten des Tages wichtig.» Laut Untersuchung, die in Kooperation mit der Klinik für Kinder- Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Köln entstand - haben schlafgestörte Kinder ein mehrfach erhöhtes Risiko für Hyperaktivität. «Unser Rat ist es daher, bei hyperaktiven Kindern nachzuforschen, ob sie unter einer Schlafstörung leiden.» Im Schlafzimmer des Kinder sollte es stets ruhig und dunkel sein - Zigarettenqualm sei tabu, rät der Mediziner. «Dem Kind soll auch schon sehr früh ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus mit regelmäßigen Schlafenszeiten antrainiert werden.» Das größte für die Kleinen ist aber laut Wiater: «Kein CD-Spiel und kein Fernseher als Einschlafritual, sondern eine ruhige halbe Stunde mit ihren Eltern.»

Quelle: Netdoktor.de vom 29.08.2003


Mutter-Kind-Klinik bietet Kuren für "Burn-Out-" und ADS-Syndrom

Von ddp-Korrespondentin Nadine Emmerich

Borkum (ddp-nrd). Die 33-jährige Mutter zweier Kinder ist mit den Nerven völlig am Ende. Sie ist allein erziehend, mit dem Vater der drei- und fünfjährigen Kinder gibt es ständig Krach um Unterhaltszahlungen und Besuchszeiten. Ihr Job als Kellnerin schlaucht, die fünfjährige Tochter hat Neurodermitis, die Mutter ist pflegebedürftig. Die gestresste junge Frau selbst hat Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen, reagiert aggressiv auf ihre Kinder. "Burn-Out-Syndrom" nennen dies die Mediziner. Auf der Nordseeinsel Borkum gibt es eine Mutter-Kind-Klinik, die sich auf Wege aus der Krise spezialisiert hat.

"Die Zahl der erschöpften Mütter nimmt zu", sagt Klinikchef Winfried Weber. In der Vergangenheit sei das Ausgebranntsein nur bei Managern und Menschen mit so genannten Helferberufen aufgetreten, dann bei Lehrern und nun auch bei Müttern. "Das Fatale ist, dass viele Frauen dies nicht bemerken oder verdrängen und auch Ärzte die Dimension der Überforderung nicht immer erkennen", sagt Weber. Seiner Erfahrung nach stehen "Burn-Out"-Patientinnen unter starkem Leistungsdruck: Sie wollen perfekt sein, alles allein bewältigen - und vernachlässigen sich dabei selbst.

Auf Borkum soll diesen Frauen geholfen werden. Weber hält den Standort Insel für ideal: "Das bedeutet weit weg sein von zu Hause und viel Distanz zum Alltag", sagt er. Die Urlaubsatmosphäre sei ein heilsamer Nebeneffekt. Für jede Frau gibt es einen eigenen Behandlungsplan. Darauf stehen neben medizinischer Betreuung auch Entspannungsübungen, Gespräche mit anderen Betroffenen, Massagen, Sport und Strandspaziergänge. Eine Kinderbetreuung ermöglicht es den Frauen, Zeit für sich und ohne Kind zu erfahren und genießen zu lernen. "Die Mütter stehen bei uns im Fokus", betont der Klinikleiter. Auf 36 Patientinnen kommen 12 feste Therapeuten.

In rund 90 Prozent der Fälle übernehmen laut Weber die Krankenkassen die Kosten für die Mutter-Kind-Reha. Die Patientinnen müssen neun Euro pro Tag zuzahlen, ihr Aufenthalt ist auf maximal fünf Wochen begrenzt. Trotz der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen rechnet Weber vorerst jedoch nicht mit Verschlechterungen für Klinik und Patienten.

Er wünscht sich jedoch einen "Imagewechsel": Mütter-Kuren würden in der Öffentlichkeit häufig als sinnlos dargestellt, nach dem Motto "die Frauen jammern nur". 97 Prozent der Borkumer Patientinnen benötigten hingegen tatsächlich professionelle Hilfe, betont Weber, der das Ausgebranntsein aus seiner früheren Tätigkeit als Unternehmensberater selbst kennt. In 90 Prozent der Fälle sei die Therapie zudem erfolgreich. Vor und nach sowie sechs Monate nach der Kur werden die Frauen zu Ergebnissen befragt.

Ein zweiter Schwerpunkt der Mutter-Kind-Klinik ist die Behandlung von hyperaktiven Kindern, die unter dem so genannten ADS-Syndrom leiden. Das Haus ist ganzjährig geöffnet. Im Winter sind auch Väter auf der Insel als Begleitpersonen erlaubt. Für allein erziehende Männer, die ebenfalls zunehmend unter dem "Burn-Out"-Syndrom leiden, gibt es derweil eigene Therapieangebote. Weitere Informationen zu Reha-Kuren in der Borkumer Mutter-Kind-Klinik gibt es telefonisch unter 08000 - 82 82 82.


Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 04.09.2003


Zappelphilipp und Traumsuse - Schlecht erzogen oder einfach nur anders?

Ärzte diagnostizieren oft eine Krankheit
Von ddp-Korrespondentin Iris Hansch

Berlin (ddp). Paul zerrt an den Nerven von Eltern und Lehrern. Ständig stößt der Junge etwas um, hört nie zu, macht nicht das, was man ihm sagt. Der Sechsjährige ist einfach nur laut und scheint "Hummeln im Hintern" zu haben. Im Volksmund heißen solche Kinder "Zappelphilipp". Das Vorurteil: Sie sind schlecht erzogen, widerborstig und aggressiv.

Mediziner nennen sie hyperaktiv, aufmerksamkeits- und verhaltensgestört. Bei zwei bis sechs Prozent aller Kinder im Schulalter in Deutschland wird eine so genannte Aufmerksamkeitsdezifit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert. Das sind immerhin bis zu 600 000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 18 Jahren.

ADHS gilt heute als die häufigste psychiatrische Störung bei Kindern und Jugendlichen. Dabei handele es sich nicht um eine Modediagnose, sondern "um eine Erkrankung mit weit reichenden Folgen für die Kinder und ihr gesamtes soziales Umfeld", erläutert Michael Huss von der Berliner Charite. Ursache sei unter anderem eine "neurobiologische Funktionsstörung", eine Reizüberflutung im Gehirn.

Nun hat aber nicht jede kleine Nervensäge gleich ADHS. Davon sprechen Mediziner erst, wenn ein Kind über mehr als sechs Monate Auffälligkeiten wie Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität in verschiedenen Lebensbereichen zeigt, wie Huss betont. Charakteristisch für das Krankheitsbild ist nach den Worten des Kinder- und Jugendpsychiaters, "dass die Verhaltensweisen nicht dem altersgemäßen Entwicklungsstand entsprechen".

Die Krankheit hat viele Gesichter, weiß Huss aus der täglichen Praxis. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und müssen auch nicht alle gleichzeitig auftreten. Jungen leiden wesentlich häufiger darunter als Mädchen. Während Jungen eher hyperaktiv sind, haben die "Traumsusen" eher mit den Problemen der Unaufmerksamkeit zu kämpfen.

Bei einigen Kindern lassen die für ADHS typischen Symptome in der Pubertät deutlich nach. "Bei mehr als der Hälfte der Fälle bleiben die Verhaltensauffälligkeiten jedoch ein Leben lang", sagt Experte Huss.

Wird die Erkrankung nicht behandelt, hat das oft weit reichende Folgen. Für die meisten betroffenen Kinder wird die Schulzeit zur Leidenszeit. Sie können sich nicht konzentrieren, stören ständig. Flüchtigkeitsfehler sorgen für schlechte Noten. Obwohl die Kinder normal intelligent sind, ist ein schulischer Abstieg oft vorprogrammiert. Als ewiger Störenfried stößt das Kind überall auf Ablehnung. Das führt nicht selten in die soziale Isolation.

Bei ADHS handele es sich um eine sehr komplexe Erkrankung, betont Huss. Wie stark die Symptome tatsächlich ausgeprägt sind, können neben erblichen Faktoren auch Umwelteinflüsse entscheiden. "Wenn den Kindern zu wenige Grenzen gesetzt sind, die Bezugspersonen häufig wechseln oder die Tagesabläufe unstrukturiert sind, verstärkt dies die Verhaltensauffälligkeiten", sagt der Mediziner. Deshalb sei es wichtig, dass vor jeder Therapieentscheidung eine gründliche Diagnose eines erfahrenen Kinderarztes oder Kinder- und Jugendpsychiaters steht.

Idealerweise wird das gesamte Umfeld in die Diagnose mit einbezogen. In Gesprächen mit Eltern wird geklärt, ob es bereits solche Krankheitsfälle in der Familie gab und wie sich das Lebensumfeld des Kindes gestaltet. Nach Möglichkeit sollten auch Erzieher und Lehrer um eine Darstellung der Verhaltensauffälligkeiten gebeten werden.

Geheilt werden kann die Krankheit derzeit nicht. "Dennoch ist sie gut in den Griff zu bekommen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen", sagt Huss. Sind die Symptome nur gering ausgeprägt, kann bereits eine Verhaltenstherapie helfen. Dabei wird zusammen mit Kind und Eltern versucht, unerwünschte Verhaltensweisen abzubauen und gezielt durch neu erlernte zu ersetzen.

Funktioniert das allein nicht, werden zusätzlich Medikamente verabreicht. Mit den so genannten Psychostimulanzien gelingt es heute wissenschaftlichen Studien zufolge in den meisten Fällen, die Symptome wirkungsvoll zu reduzieren.

--> Buchtipps und Links zum Umgang mit hyperaktiven Kindern

Bücher:

E. Aust-Claus, P-M. Hammer: Das ADS-Buch: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Neue Konzentrationshilfen für Zappelphilippe und Träumer. Oberstebrink Verlag GmbH, ISBN 3-9804493-6-X, 19,80 Euro

M. Döpfner, J. Frölich, G. Lehmkuhl: Hyperkinetische Störungen, Leitfaden
Kinder- und Jugendpsychotherapie. Hogrefe Verlag, ISBN 3-8017-1354-7, 22,95 Euro

Döpfner, Schürmann, Lehmkuhl: Wackelpeter und Trotzkopf, Hilfen bei hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten, Beltz, Psychologie Verlags Union, 2000 ISBN 3-621-27481-2, 19,90 Euro

C. Neuhaus: Das hyperaktive Kind und seine Probleme, Ravensburger Verlag, ISBN 3-473-42747-0, 12,90 Euro

K. Skrodzki/ K. Mertens: Hyperaktivität: Aufmerksamkeitsstörung oder Kreativitätszeichen, Borgmann, Verlag modernes Lernen, ISBN 3-86145-190-5, 19,50 Euro

Links:

Arbeitskreis Überaktives Kind
http://www.auek.de

Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität e.V. http://www.bv-ah.de

Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e. V. http://www.ag-adhs.de

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 22.09.2003


Experten: Mangel an Schulpsychologen

Bonn (dpa) - In Deutschland gibt es nach Expertenansicht zu wenig Schulpsychologen. Derzeit komme im Schnitt ein Psychologe auf 15 000 Schüler, sagte der Vorsitzende der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), Bernd Jötten, zu Beginn eines BDP-Kongresses am Donnerstag in Bonn. Dagegen stehe in Schweden oder Finnland, die im Schulvergleichstest PISA sehr gut abgeschnitten hätten, ein Psychologe immerhin rund 3000 Schülern zur Verfügung. In Deutschland tendiere die Zahl der Schulpsychologen sogar noch nach unten. Derzeit sei ein Schulpsychologe in vielen Fällen eher ein Krisenmanager, kritisierte Jötten. Die präventive Arbeit komme dabei zu kurz. Ein Schulpsychologe sei aber ein idealer Vermittler bei Konflikten zwischen Schule und Schülern oder Eltern. Neben dieser Forderung nach mehr Schulpsychologen müssen laut Jötten auch die Schulstruktur und der Unterricht geändert werden. Statt auf verschiedene Schularten aufgeteilt zu werden, sollten die Schüler gemeinsam in einer Schule lernen. Damit würden «strukturelle Demütigungen» durch Auslese und Stress vermieden. Durch solche «kleinen Traumata» könnten die Kinder und Jugendlichen beispielsweise schulmüde werden. An die Lehrer richtete Jötten die Forderung, nicht mehr auf den lehrerzentrierten Unterricht zu setzen. Beim Kongress vom 2. bis 5. Oktober in Bonn werden mehr als 600 Psychologen erwartet. Das Motto der Veranstaltung heißt «Menschen und Politik in Krisen? Chancen aus psychologischer Sicht». Rund 150 Vorträge und Veranstaltungen sollen dieses Thema beleuchten.

Quelle: Netdoktor.de vom 03.10.2003



Ständiges Hänseln: Schlimme psychische Schäden bei Kindern

Marburg (dpa) - Ständiges Hänseln kann bei Kindern schlimmere psychische Folgen nach sich ziehen als körperliche Angriffe. Ein Drittel der schikanierten Schüler entwickele schwere psychische Störungen bis hin zu Angsterkrankungen und Depressionen, sagte Prof. Michael Schulte-Markwort von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Montag in Marburg. «Hänseln darf daher in Schulen nicht länger verharmlost werden.» Der Wissenschaftler stützt sich auf eine aktuelle Studie der britischen Universität Warwick mit 331 Schülern. Während ihrer Schullaufbahn werden der Untersuchung zufolge insgesamt rund 40 Prozent der britischen Kinder von Mitschülern schikaniert. Schüler, die systematisch ausgegrenzt und abgewertet werden, litten etwa an mangelndem Selbstwertgefühl, an einem «Leistungsknick» in der Schule, an Schlafstörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen, erläuterte Schulte-Markwort. Angesichts der alarmierenden Häufigkeit und den schwer wiegenden Konsequenzen sollten sich Programme zur Gewaltprävention an Schulen nach Ansicht der Gesellschaft immer auch mit verbaler Gewalt befassen. Die gravierenden Folgen von Mobbing am Arbeitsplatz seien inzwischen anerkannt, sagte Schulte-Markwort. «Das kindliche Äquivalent hierzu - das Hänseln in der Schule - wird jedoch allzu oft immer noch als ein für Kinder 'normales' Verhalten abgetan, dem man keine besondere Aufmerksamkeit widmen muss.» Schon der Begriff «hänseln» klinge im Vergleich zum englischen Wort «bullying» sehr verharmlosend.

Quelle: Netdoktor.de vom 18.11.2003


Angststörungen: Kindern frühzeitig behandeln

München/Jena (dpa) - Wenn Kinder unter heftigen Ängsten leiden, sollten sie frühzeitig eine Verhaltenstherapie beginnen. Anderenfalls könnten sich die Angststörungen verfestigen, warnt die in München erscheinende Fachzeitung «Ärztliche Praxis» unter Berufung auf Professor Bernhard Blanz von der Universität Jena. Wenn ein Elfjähriger zum Beispiel unter Trennungsangst von den Eltern leidet und sich deswegen vor einer Klassenfahrt fürchtet, sollte er behandelt werden, da die Störung die soziale Entwicklung beeinträchtigen könne. Dem Bericht zufolge leiden schätzungsweise fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen unter Angststörungen. Ängste von kleineren Kindern seien dagegen oft durch ihre jeweilige Entwicklungsstufe bedingt: So hätten Babys zwischen sechs und neun Monaten Angst vor Fremden, Einjährige litten unter Trennungsangst, Drei- und Vierjährige fürchten sich vor Dunkelheit und dem Alleinsein. Eine behandlungsbedürftige Trennungsangst finde sich häufig zwischen dem sechsten und dem elften Lebensjahr.

Quelle: Netdoktor.de vom 03.12.2003


Depressive Kinder: Trennung der Eltern macht krank

Aachen (dpa) - Die Trennung der Eltern kann Kinder nach Expertenmeinung depressiv machen. Anzeichen dafür seien Konzentrationsstörungen, schlechte Laune und Gereiztheit. «Die Freude an Dingen geht völlig verloren», sagte Professor Beate Herpertz-Dahlmann am Donnerstag in Aachen. Experten schätzen, dass Depressionen bei Kindern in jedem zweiten Fall erkannt und behandelt wird. Viele Betroffene litten auch als Erwachsene unter Depressionen, Angststörungen und Tablettenmissbrauch. Vor allem Vorschulkindern mache die Trennung der Eltern stark zu schaffen. «Ob ein Kind eine Depression entwickelt, hängt vom Einzelfall ab», sagte Herpertz-Dahlmann im Vorfeld des 29. Westdeutschen Psychotherapieseminars (27.-29.2) mit 1000 Fachleuten zum Thema Depression. Depressive Kinder reagierten nicht unbedingt mit Traurigkeit. Die Lebenskraft nehme ab: «Sie wollen nicht mehr mit Freunden spielen und sich nur noch ins Bett legen», sagte die Kinder- und Jugendpsychologin. Im Erwachsenenalter neigten sie dazu, erneut an Depressionen zu erkranken. Nach Umfrage-Ergebnissen entwickeln 15 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens eine Depression. Frauen seien doppelt so häufig betroffen wie Männer. Auslöser könnten Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit, Trennung, Tod oder Niederlage sein. Typische Symptome seien Stimmungstief, geringer Antrieb, Erschöpfung und Schlafstörungen über einen «langen» Zeitraum, sagte Professor Henning Saß. Damit verbunden sei ein «Unwertgefühl». «Diese Menschen sehen sich subjektiv nicht als krank an. Sie denken: Ich bin nichts wert», sagte Saß. Die Aufforderung «Reiß dich zusammen» bringe nichts. Betroffene brauchten eine medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung.

Quelle: Netdoktor.de vom 27.02.2004


Praxis-Gebühr: Weniger junge Patienten zum Psychiater

Mosbach (dpa) - Die Gesundheitsreform könnte nach Einschätzung des Jugendpsychiaters Karsten Rudolf dazu führen, dass junge Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht zum Arzt gehen. «Einige potenzielle Patienten unter den Heranwachsenden überlegen es sich inzwischen sehr genau, ob sie einen Psychiater in Anspruch nehmen», sagte der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Mosbach in Schwarzach in einem dpa-Gespräch. Am Freitag treffen sich dort rund 70 Experten zum 1. Schwarzacher Hof- Symposium der Johannes-Anstalten. «Gerade in den Familien, wo das Budget knapp ist, könnten wichtige Besuche beim Psychiater herausgezögert oder sogar ganz unterlassen werden», warnte Rudolf. Viele seiner Patienten kämen aus sozial schwachen Familien. «Häufig sind auch die Eltern selbst von körperlicher oder psychischer Krankheit betroffen. Unterbleibt eine notwendige Behandlung, besteht auch für die Kinder ein hohes Risiko, psychisch zu erkranken», sagte der Jugendpsychiater. Die Praxisgebühr stelle für diese Familien oft eine große finanzielle Belastung dar. Ein weiteres Problem in der Behandlung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen sieht Rudolf beim Praxisbudget. Viele moderne Psychopharmaka seien nicht gerade billig. In einer Klinik könne dies durch Mengenrabatte noch ausgeglichen werden. «Wird ein gut eingestellter Patient dann entlassen ist es wichtig, dass er dieses Präparat weiter einnimmt.» Das könne das Budget niedergelassener Ärzte sprengen. «Eine Umstellung auf preisgünstigere Medikamente aus wirtschaftlichen Gründen ist jedoch in vielen Fällen sehr bedenklich.» Mit landesweit 18 Kliniken stehe Baden-Württemberg bei der stationären Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher noch überdurchschnittlich gut dar, sagte der Arzt. «Eigentliche Sorge macht, dass die Versorgung mit niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern nicht flächendeckend ist.» Hier seien Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr keine Seltenheit.

Quelle: Netdoktor.de vom 13.03.2004


Teenager: Selbstmord Todesursache Nummer 2

Marburg (dpa) - Selbstmord ist nach Angaben von Jugendpsychiatern die zweithäufigste Todesursache bei den 15- bis 19-Jährigen. «Jedes Jahr nehmen sich über 200 Teenager das Leben», teilte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (DGKJP) am Dienstag in Marburg mit. Dazu kämen 30 bis 40 Suizide von Kindern zwischen 10 und 14 Jahren. Nur bei Unfällen sterben der Gesellschaft zu Folge noch mehr junge Menschen als durch Selbstmord. Die Zahl der Suizidversuche liege um ein Vielfaches höher: 30 Prozent der Jugendlichen hätten Selbstmordgedanken. Landläufige Auffassungen wie «Wer über Selbstmord spricht, macht keinen» sind aus Sicht von Prof. Andreas Warnke von der DGKJP «durch nichts belegte Vorurteile». Eine Selbstmorddrohung müsse immer ein «alarmierendes Warnzeichen» für Eltern sein. Ein Grund für Suizide sind aus Sicht des Verbandes Depressionen. «Etwa ein Prozent der Vorschulkinder, aber bereits zwei bis drei Prozent der Schulkinder und bis zu fünf Prozent der 15- bis 19- Jährigen haben Depressionen.» Kinder und Jugendliche litten damit weit häufiger unter Depressionen als bisher angenommen. Bis zur Pubertät erkrankten Jungen genauso wie Mädchen, später seien Mädchen zwei- bis drei Mal so oft betroffen.

Quelle: Netdoktor.de vom 14.04.2004



Kinder unter Stress: «Bleib locker»-Kurs in Berlin

Berlin (dpa) - Auch Kinder im Grundschulalter sind heute immer gestresster. «Die Reizüberflutung ist in unserer Gesellschaft gerade für Kinder dramatisch um ein Vielfaches gestiegen», sagt der Hamburger Psychologe Michael Thiel. Gehirn und Seele würden durch Medien, Computerspiele, Konflikte in den Familien und Überforderungen in der Schule unter Druck gesetzt wie noch nie. Der bedrohlichen Entwicklung begegnet in Berlin die Techniker Krankenkasse nach eigenen Angaben mit einem in Deutschland noch sehr seltenen «Anti- Stress-Kurs» für Kinder. «Bleib locker» heißt es für gestresste 8- bis 10-Jährige. Zwölf Kinder toben und lärmen im 14. Stock des Eden-Hochhauses in der West-City von Berlin. Sie üben Rollenspiele, schlüpfen in die Haut von Eltern, Lehrern. Sie streiten. Manchmal fließen Tränen. Die Emotionen können hochschlagen. Alles ist Kursleiter Wolfgang Schulz hier oben, wo der Großstadtlärm langsam abebbt und der Stress des Alltags Schritt für Schritt «mit Spaß statt Druck» ausgeblendet wird, schon begegnet. Die Palette der Stressfolgen auch für Kinder ist vielfältig: Aggressionen, Depressionen zeigen sich, typische psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Probleme sind nicht selten. Konkrete Zahlen über stressgeschädigte Kinder liegen nicht vor. Nach einer repräsentativen Befragung des Marburger Professors Arnold Lohaus, dessen Ideen eine Säule der Berliner Kurse sind, leiden etwa 72 Prozent der Kinder zwischen 8 und 10 Jahren einmal oder mehrmals in der Woche an Erschöpfungszuständen. Dagegen hilft neben den Rollenspielen eine spezielle Therapie der Muskelentspannung. «Bleib locker», das Motto umfasst auch die Körperarbeit. Im Zentrum des Konzepts steht aber der Gedanke, den Kindern zu einer mentalen Schutzhaut zu verhelfen, damit sie den Belastungen draußen mit gestärkter Konzentration widerstehen können. «Kinder im Grundschulalter müssen heute mehr denn je medienfreie Erholungsoasen bekommen», sagt der Hamburger Psychologe Thiel. Nach Beobachtung der Vorsitzenden des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychologie, Christa Schaff, aus dem baden- württembergischen Weil kommen immer mehr Kinder mit dem ständig steigenden Lärmpegel nicht mehr zurecht. «Diese Kinder ziehen sich dann zurück, wollen allein sein, fast bis zum Autismus.» Damit versuchten sie sich zu schützen vor den Folgen von zu viel Lärm, aber auch vor Stress durch Mobbing von Mitschülern. «Die Kinder müssen sich ständig behaupten, sich wehren. Manche sagen mir, sie müssten in eine Art täglichen Krieg ziehen.» Der Berliner Kursleiter Schulz hilft den Kindern, «mehr private Räume zu beanspruchen». Wer kein eigenes Zimmer für den Rückzug hat, kann lernen, «auf Phantasiereise» zu gehen. «Bitte nicht stören», müssen Kinder der Erwachsenenwelt räumlich und geistig deutlicher klar machen können. Die Eltern sind in Sitzungen vor den Kursen und bei der Bilanz nach den zwölfteiligen Kursen einbezogen. Die Techniker Krankenkasse (TK) hat sich für das Anti-Stress- Konzept entschieden, weil sie auf Vorbeugung setzt. «Das kann Kosten senken, bevor das Kind in den Brunnen fällt», sagt Gesundheitsberater Guido Grunenberg. Die Kinderkurse sind umsonst. Jedoch sind die Kurse kein Ersatz für eine Psychotherapie. In gut 20 Prozent der Fälle gibt der Kursleiter eine Therapie-Empfehlung. Der Dauerstress hat viele Kinder so erfasst, dass sie laut Schulz «nicht mehr gruppenfähig sind».

Quelle: Netdoktor.de vom 05.05.2004



Depressionen machen vielen Kindern das Leben schwer

Kinder und Jugendliche leiden weit häufiger unter Depressionen als bisher angenommen. Bis zu fünf Prozent der Jugendlichen sind von behandlungsbedürftigen Depressionen betroffen. Jahr für Jahr nehmen sich etwa 200 Teenager das Leben, teilt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (DGKJP) mit.

Depressionen und Suizidalität gehören zu den wichtigsten Themen, die beim 16. Weltkongress für Kinder- und Jugendpsychiatrie vom 22. bis 26. August in Berlin [http://www.iacapap-berlin.de] behandelt werden. Depressionen bei Kindern machen sich mit einer anhaltenden, bedrückt-traurigen Stimmung,
Freud- und Antriebslosigkeit, niedrigem Selbstwertgefühl, Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit bemerkbar. "Kinder sind empfindsam und sensibel, sie reagieren häufig sehr emotional", erklärt Prof. Andreas Warnke von der DGKJP.

Je älter das Kind wird, desto deutlicher treten die Symptome zu Tage. Etwa ein Prozent der Vorschulkinder, aber bereits zwei bis drei Prozent der Schulkinder und bis zu fünf Prozent der 15- bis 19-Jährigen haben Depressionen. Bis zur Pubertät erkranken genauso viele Jungen wie Mädchen, später trifft es zwei- bis dreimal so viele Mädchen. Die Traurigkeit ist oft vererbt: Kinder, deren Eltern Depressionen haben, tragen ein deutlich höheres Risiko, später selbst depressiv zu werden. Belastende Lebensereignisse wie die Trennung der Eltern, Schulprobleme oder enttäuschtes Verliebtsein begünstigen die Entstehung. Depressionen können aber auch ohne erkennbare äußere Ursache auftreten – wenn Fehlregulationen im Hirnstoffwechsel die Fähigkeit beeinträchtigen, Gefühle wie Trauer oder Freude zu steuern. "Dann zwingen sich den Kindern depressive Gedanken auf. Sie verlieren das Interesse an der Umwelt und ziehen sich in eine Ecke zurück", sagt Prof. Warnke.

Bei 30 Prozent der Mädchen und Jungen treten irgendwann in der Adoleszenz Selbstmordgedanken auf, die von einigen in die Tat umgesetzt werden. Laut DGKJP ist der Tod durch Suizid die zweithäufigste Todesursache bei den 15- bis 19-Jährigen; nur bei Unfällen sterben noch mehr junge Menschen. Etwa 200 Teenager nehmen sich Jahr für Jahr das Leben; außerdem 30 bis 40 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren. Suizidversuche sind um ein Vielfaches häufiger. Wer einen solchen Versuch unternommen hat, probiert es oft erneut: Jeder Vierte macht innerhalb von sechs Monaten einen zweiten Selbstmordversuch. "Wenn Kinder oder Jugendliche von Freitod sprechen oder bereits einen Versuch unternommen haben, sind dies alarmierende Warnzeichen", betont Prof. Warnke. "Die oft gehörten Sätze 'Wer über Selbstmord spricht, macht keinen' oder 'Ein fehlgeschlagener Versuch zeigt, dass es nicht ernst gemeint war' sind durch nichts belegte Vorurteile. Vielmehr sollten sich Eltern mit ihren Kindern unmittelbar in kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung begeben." Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, doch ist es zunächst wichtig, die Erkrankung überhaupt zu erkennen. "Ein Kind mit Depressionen wird leicht übersehen, wenn es nicht stört oder auffällt. Auch die Eltern nehmen depressive Symptome häufig nicht wahr", sagt Prof. Warnke. So erhalten nach Schätzungen der DGKJP nur 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen überhaupt eine Therapie. Bewährt haben sich vor allem Verfahren, die das Verhalten junger Patienten beeinflussen. In Kombination mit einer medikamentösen Therapie, die nicht bei allen Patienten und nicht während der gesamten Behandlungszeit notwendig ist, kann nach Angaben der DGKJP bei fast allen Betroffenen eine Linderung der Symptome erreicht werden.

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 07.05.2004



Studie: Training mindert Verhaltensprobleme bei Kindern

Berlin (dpa) - Gezielte und frühzeitige Trainingsprogramme für Familien können Verhaltensprobleme von Kindern wie Aggression und Hyperaktivität deutlich verringern. Dies ist das Ergebnis einer kombinierten Entwicklungs- und Vorbeugungsstudie, die Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) am Montag in Berlin vorstellte. Über die Hälfte der Eltern klage über regelmäßige Verhaltensprobleme der Kinder und über Erziehungsschwierigkeiten. Jungen würden deutlich mehr Probleme des Sozialverhaltens, Mädchen überwiegend emotionale Probleme zeigen. Für die Studie von Friedrich Lösel von der Universität Erlangen wurden 675 Kinder aus 609 Familien in Kindergärten drei Jahre lang beobachtet. Dazu kamen knapp 160 Kinder aus so genannten Brennpunkt- Kindergärten. Die Trainingsmaßnahmen sollten die Erziehungskompetenz der Eltern und die sozialen Fähigkeiten der Kinder verbessern. Ergebnis: Das Ausmaß der Verhaltensprobleme nahm bei den Kindern der Kontrollgruppe ohne Training leicht zu. Zugleich ergab sich bei den Kindern, die selbst oder deren Eltern an dem Training teilgenommen hatten, ein deutlicher Rückgang ihrer Probleme.

Quelle: Netdoktor.de vom 25.05.2004


Hänseleien: Kindliche Psyche angekratzt

München (dpa) - Ständige Hänseleien unter Kindern können für die Betroffenen schlimmere Folgen haben als körperliche Angriffe. Das berichtet die in München erscheinende Zeitung «Ärztliche Praxis» unter Berufung auf eine Studie an der Universität Warwick in England. Diese ergab, dass von Gleichaltrigen systematisch ausgegrenzte und abgewertete Schüler nicht selten schwere psychische Schäden entwickeln. Diese können bis zu Angststörungen und Depressionen reichen. Die seelischen Folgen des kindlichen Mobbings äußern sich zum Beispiel in nachlassenden schulischen Leistungen, mangelndem Selbstbewusstsein, Schlafstörungen oder Kopf- und Bauchschmerzen. Für die Studie waren 331 Kinder untersucht worden.

Quelle: Netdoktor.de vom 02.06.2004



Krankheit Schulphobie: Immer mehr Schwänzer

Berlin (dpa) - Immer mehr Kinder in Deutschland schwänzen die Schule. «Es ist ein langsamer, aber stetiger Anstieg: Im Bundesdurchschnitt gehen mittlerweile rund drei Prozent der Kinder nicht regelmäßig zur Schule», sagte Prof. Helmut Remschmidt (Uniklinik Marburg) im Vorfeld des 16. Weltkongresses für Kinder- und Jugendpsychiatrie, der an diesem Sonntag in Berlin beginnt, der dpa. «In manchen Schulklassen von Großstädten wie Berlin oder München sitzt nur noch die Hälfte der Schüler.» Gründe dafür seien Vernachlässigung der Kinder - auch bei materiellem Wohlstand - oder Schulphobien. Vor allem die wachsende Aggressivität an den Schulen mache für viele den Schulbesuch schwer erträglich. «Hier können Programme gegen Gewalt helfen. Das Feedback der Anwender ist gut: Die Gewaltquote ging um über die Hälfte zurück», berichtet Remschmidt. Im Mittelpunkt stehe das Bekenntnis «Keine Gewalt an unserer Schule» und die schnelle Intervention. «Streithähne müssen sofort getrennt werden, Gespräche gleich erfolgen und nicht erst Tage später. Auch müssen Lehrer, Eltern und Schüler dabei an einem Strang ziehen: «Nicht weggucken, einmischen - heißt die Devise.» Leider mache erst ein kleiner Anteil von Schulen bei entsprechenden Programmen mit. «Und meist erst dann, wenn es zu schlimmen Vorfällen gekommen ist.» Europaweit haben rund 13 Prozent der Schüler zwischen 6 und 18 Jahren psychische Störungen, sagt Remschmidt. 5 Prozent aus dieser Altersklasse benötigten therapeutische Hilfe. «Aber diese Quote wird in Deutschland nur zur Hälfte erreicht», beklagt der Marburger Klinikdirektor für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Spektrum reiche von Aufmerksamkeitsdefiziten (ADHS) über Depressionen bis zu Essstörungen.

Quelle: Netdoktor.de vom 23.08.2004



Ess-Brech-Sucht: Viele Junge betroffen

Berlin (dpa) - Bis zu vier Prozent aller 15- bis 24-Jährigen in Deutschland leiden an Ess-Brech-Sucht. Dies sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Beate Herpertz-Dahlmann, am Montag in Berlin. Mindestens 250 000 junge Mädchen in Deutschland sind demnach von Bulimie betroffen. Solche Essstörungen legten den Grundstein für seelische Erkrankungen im Erwachsenenalter, darunter Depressionen, Angststörungen und Alkoholmissbrauch. Daher müssten die Mädchen früh behandelt werden, betonte Herpertz-Dahlmann auf dem Weltkongress der Kinder- und Jugendpsychiater, der am Sonntag begonnen hat. Oft erkenne der Zahnarzt als erster die Bulimie, die Magensäure greife durch häufiges Erbrechen die Zähne an. Diäten spielen den Angaben zufolge eine immer größere Rolle bei Kindern und Jugendlichen. Etwa die Hälfte der elfjährigen Mädchen und ein Drittel der Jungen in dieser Altersgruppe sei mit ihrer Figur nicht zufrieden. Übergewicht bei den Kindern oder auch bei den Eltern gelte als Risikofaktor für Essstörungen, bei denen es um Abnehmen geht. Seit den 30er Jahren hätten Krankheiten wie Bulimie und Magersucht stetig zugenommen. Zeitweise Probleme mit dem Essen, wie Heißhungerattacken oder starkes Fasten, kämen bei bis zu 15 Prozent der 15 bis 24-Jährigen vor, sagte Herpertz-Dahlmann. Besonders gravierend für Mädchen sei es, wenn Essstörungen während der Wachstumsphase oder zur Zeit der ersten Menstruation vorlägen. Die Mädchen könnten gegebenenfalls später Schwierigkeiten mit der Fruchtbarkeit bekommen. Der Weltkongress der Kinder- und Jugendpsychiater in Berlin dauert noch bis zum Donnerstag. Mehr als 2000 Teilnehmer aus 87 Ländern haben sich angemeldet.

Quelle: Netdoktor.de vom 24.08.2004



Selbstmord: Sehr häufige Todesursache bei Jugendlichen

Berlin (dpa) - Selbstmord ist eine der häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen in Deutschland. Durch Suizid sterben bundesweit fast so viele junge Menschen wie im Straßenverkehr, teilte der Verein «Hilfen für suizidgefährdete Kinder und Jugendliche» am Mittwoch in Berlin mit. Allein in Berlin kamen im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Landesamtes rund 500 Menschen durch Suizid ums Leben, darunter rund 40 Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren. Die Zahl der Selbstmordversuche junger Menschen schätzt der Verein 20 bis 30 Mal höher ein. «Suizid bei Kindern und Jugendlichen ist ein unterschätztes Problem», sagt Michael Witte, Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft für Suchtprävention. Gründe für die Selbsttötung junger Menschen seien sowohl negative Lebenserfahrungen wie Gewalt oder sexueller Missbrauch als auch Belastungen wie Liebeskummer oder Schulversagen. «Suizidgedanken sind immer Ausdruck eines schwerwiegenden Problems», erläuterte Psychologin Monika Schnell. Ein Selbstmordversuch solle oft ausdrücken, was sich mit Worten nicht mehr sagen ließe. In Deutschland starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2002 rund 11 000 Menschen durch Suizid. Das seien mehr Todesfälle als durch Aids, Verkehrunfälle und Tötungsdelikte zusammen, ergänzte Witte. In Berlin bietet die Beratungsstelle «Neuhland» Krisenhilfe und Prävention für selbstmordgefährdete junge Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den 10. September als «World Suicide Prevention Day» ausgerufen. (Internet: www.neuhland.de)

Quelle: Netdoktor.de vom 09.09.2004


Antidepressiva: Beschleuniger für Suizidgefahr bei Kindern

Washington (dpa) - Die US-Gesundheitsbehörde FDA sieht bei der Einnahme von Medikamenten gegen Depressionen eine erhöhte Selbstmordgefahr bei Kindern und Jugendlichen. FDA-Mitglied Thomas Laughren sagte am Dienstag (Ortszeit), klinische Studien zu neun der neuesten Antidepressiva hätten gezeigt, dass damit behandelte Kinder häufiger Selbstmordgedanken oder -versuche hätten. Nach Laughrens Einschätzung tritt die erhöhte Selbstmordgefahr bei 2 bis 3 von 100 mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen auf.

Quelle: Netdoktor.de vom 16.09.2004



Kinderärzte: "Zappelphilipp-Syndrom" frühzeitig behandeln

Forchheim (ddp). Besteht bei einem Kind der Verdacht auf eine so genannte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), sollten sich Eltern frühzeitig ärztlichen Rat holen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte, Klaus Skrodzki, mahnt: "Wird die Erkrankung zu spät erkannt und behandelt, können die Verhaltensauffälligkeiten durch äußere Umwelteinflüsse verstärkt und damit für die jungen Patienten, aber auch ihre Familien, zu einer enormen Belastung werden."

Den Angaben zufolge leiden in Deutschland zwischen drei und sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen an ADHS. Bei der Hälfte besteht die Störung bis ins Erwachsenenalter fort. Die allgemein als "Zappelphilipp-Syndrom" bekannte Hirnfunktionsstörung wird häufig vererbt. Ihre Ursache liegt in einer Störung der Signalübertragung in bestimmten Teilen des Gehirns. Wie stark die Symptome ausgeprägt sind, hängt auch davon ab, welche Faktoren aus der Umgebung auf das Kind einwirken.

Die Verhaltensauffälligkeiten treten in der Regel vor dem siebten Lebensjahr und in mehreren Lebensbereichen gleichzeitig auf. Ein von ADHS betroffenes Kind zeigt meist starke Konzentrations- und Lernschwierigkeiten, kann nicht eine Minute still sitzen, ist impulsiv und leicht reizbar. Neben den Schulproblemen leidet oft auch das Verhältnis zwischen dem Kind und seinem sozialen Umfeld, den Eltern und Geschwistern.

Wie wichtig frühes Erkennen und eine gezielte Behandlung der Störung für die Entwicklung der jungen Patienten ist, belegen nach Darstellung von Skrodzki Untersuchungen in der Jugendhaftanstalt in Ottweiler/Saarland. Von 170 männlichen Straffälligen im Alter von durchschnittlich 19,5 Jahren wiesen bis zu 45 Prozent Symptome einer ADHS auf. Das entspricht einem etwa zehnmal häufigeren Auftreten als in einer nicht straffälligen vergleichbaren Altersgruppe. Bei 85 Prozent der Untersuchten bestanden auch Alkohol- und Drogenabhängigkeit - häufige Folgen einer unbehandelten ADHS in der Kombination mit oppositionellem Trotzverhalten.

Weitere Informationen zu ADHS bietet die Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte unter http://www.kinderaerzte-im-netz.de und die Internetseite der AG ADHS der Kinder- und Jugendärzte unter http://www.agadhs.de

Quelle: Lichtblick-newsletter.de Nr.138 vom 16.09.2004



Schlafstörungen bei Kindern: Oft folgen Verhaltensstörungen

Köln (dpa) - Kinder mit Schlafstörungen sind bis zu sieben Mal häufiger verhaltensauffällig und hyperaktiv als ausgeschlafene Kinder. Das ist das Ergebnis einer am Montag von der Imhoff-Stiftung in Köln veröffentlichten Untersuchung, an der unter anderem die Universität Köln beteiligt war. Abhilfe bei Einschlafstörungen könne unter anderem ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus sein, sagte Alfred Wiater von der Kinderklinik Köln-Porz. Die Studie stützt sich auf die Befragung von 13 000 Grundschülern aus dem Jahr 2002. Demnach klagen zehn Prozent der Viertklässler häufig über Einschlaf- und sechs Prozent über Durchschlafprobleme. Drei Prozent der Kinder leiden unter Tagesmüdigkeit. Schon bei Säuglingen sollten Eltern auf deren Schlafverhalten achten, sagte Wiater. Am besten solle das Babybett im Elternschlafzimmer stehen und eine feste Matratze haben. Außerdem sei das Babybett kein Platz für Kuscheltiere oder Spielzeug.

Quelle: Netdoktor.de vom 21.09.2004



Schule: Stress erzeugt Kinder-Kopfschmerzen

Göttingen (dpa) - Stress in der Schule kann bei Kindern zu Kopfschmerzen führen. Dies ist ein erstes Ergebnis einer Studie der Universität Göttingen, an der sich mehr als 5000 Familien beteiligt haben. «Kinder mit hoher schulischer Belastung sind eher von Kopfschmerzen betroffen», berichtete die Psychologin Professor Birgit Kröner-Herwig am Dienstag. Wer sich mehr bewege, sei dagegen eher kopfschmerzfrei. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Psychologen treten Kopfschmerzen mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Mehr als zehn Prozent aller 14-Jährigen leiden mindestens einmal pro Woche unter entsprechenden Beschwerden. Für ihre Studie hatten die Forscher im vergangenen Jahr 5600 Familien mit Kindern zwischen 7 und 14 Jahren erstmals befragt. Drei weitere Befragungen der Familien sollen in den kommenden Wochen sowie in den Jahren 2005 und 2006 folgen. «Nur wenn wir die Entwicklung der Kinder langfristig verfolgen, lassen sich zuverlässige Aussagen über gesundheitsfördernde und gesundheitsgefährdende Faktoren machen», sagte Kröner-Herwig. Die vom Bundesforschungsministerium geförderte Studie ist nach Angaben der Psychologin die bundesweit erste Untersuchung, die sich mit wiederholten Befragungen über mehrere Jahre («Längsschnitt») mit Schmerzen bei Jugendlichen befasst.

Quelle: Netdoktor.de vom 27.10.2004



Körper und Seele: Jedes fünfte Kind hat Probleme

Heidelberg (dpa) - Etwa jedes fünfte Kind in Deutschland leidet nach Einschätzung von Wissenschaftlern unter Entwicklungs- und Verhaltensstörungen. Alarmierend sei dabei die Zunahme der so genannten neuen Kinderkrankheiten wie Allergien, Übergewicht und Aufmerksamkeitsstörungen, teilte die Deutsche Liga für das Kind bei ihrer Jahrestagung am Freitag in Heidelberg mit. Die Ursache dafür liege oft in der Beziehung zu den Eltern. Liga-Präsident Prof. Franz Resch forderte eine Verstärkung der Präventionsmaßnahmen.

Quelle: Netdoktor.de vom 01.11.2004



Ärtzliche Information: Bei Kindern häufig unzureichend

Berlin (dpa) - Kinder werden dem Ulmer Kinderpsychiater Michael Kölch zufolge oft unzureichend über ihre Krankheit und Behandlungsabläufe informiert. «Ein großer Teil weiß gar nicht, was auf sie zukommt», sagte Kölch in einem dpa-Gespräch in Berlin. «Das gilt für mögliche Behandlungsalternativen ebenso wie für Nebenwirkungen.» Kinder ab etwa acht Jahren seien bei altersangepassten Gesprächen meist in der Lage, solche Informationen zu begreifen und Entscheidungen zu treffen. Statt auf die kleinen Patienten einzugehen, werde oft auf die mehrseitigen Informationsblätter der Pharmahersteller verwiesen. Diese dienten aber weniger der Information als der juristischen Absicherung, kritisierte Kölch anlässlich eines zweitägigen Symposiums der Paul-Martini-Stiftung zur Arzneimittelversorgung bei Kindern am Wochenende in Berlin. Sobald die Sorgeberechtigten den Aufklärungsbogen unterschrieben, hafte der Arzt kaum mehr für eventuelle Folgen. Den Eltern sei dabei meist nicht bewusst, dass durchschnittlich die Hälfte der eingesetzten Medikamente gar nicht speziell für Kinder zugelassen wurden. «Auf der Intensivstation trifft das sogar auf mehr als 90 Prozent der verwendeten Medikamente zu.» Die Pharmakonzerne verzichteten bei Kindern allzu häufig auf die für eine Zulassung nötigen Studien. «Der Grund ist banal: Kinder sind eine gesunde Klientel. Das rechnet sich nicht.» Die Wirkung von Arzneimitteln unterscheide sich bei Kindern aber häufig grundsätzlich von derjenigen bei Erwachsenen. Ziel müsse es deshalb sein, EU-weit Anreize oder Sanktionen zu schaffen, um Kinderstudien zu fördern.

Quelle: Netdoktor.de vom 14.11.2004


Trauma-Therapie: Nothilfe entwickelt Programm für Kinder

Duisburg (dpa) - Mit einem speziellen Programm will die Kindernothilfe traumatisierten Jungen und Mädchen in Asien helfen. Gemeinsam mit anderen internationalen Organisationen wollen die Helfer ein Konzept zur Trauma-Therapie für die jüngsten Überlebenden der Flutkatastrophe entwickeln. Die Mädchen und Jungen in den Flüchtlingslagern an Sri Lankas Ostküste seien schwer traumatisiert, berichtete die Organisation am Sonntag in Duisburg. «Sobald der Wind dreht und die Meeresgeräusche in das Lager wehen, beginnen die Kinder mit dem Zittern.» In den kommenden Wochen werde die Kindernothilfe rund 70 000 Menschen in Sri Lanka unterstützen. Zudem sei die Organisation an Wiederaufbauprogrammen in Sri Lanka, Südindien und auf der indonesischen Insel Nias beteiligt. Nach Angaben der Kindernothilfe sind in Sri Lanka derzeit etwa 800 000 Menschen in rund 800 Lagern untergebracht.

Quelle: Netdoktor.de vom 10.01.2005


Entwicklungsrisiko: Kinder psychisch kranker Eltern

Bremen (ddp-nrd). Kinder psychisch kranker Eltern werden häufig allein gelassen. Sie laufen dabei Gefahr, selbst psychische Auffälligkeiten und Störungen zu entwickeln, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Bremer Universität hervorgeht. Spezielle Versorgungs- und Hilfsangebote stehen demnach für die Betroffenen trotz des großen Bedarfs kaum zur Verfügung.

Eltern, die unter Depressionen, Schizophrenie oder Alkoholabhängigkeit litten, könnten sich häufig ihren Kindern nicht in ausreichendem Maße emotional widmen und angemessen auf die kindlichen Bedürfnisse eingehen, heißt es in der Untersuchung. Oft kämen familiäre Probleme wie Krankenhausaufenthalte, Ehekrisen, Gewalt oder Arbeitslosigkeit und finanzielle Sorgen hinzu. Dennoch gebe es weder für die betroffenen Erwachsenen in ihrer Elternrolle noch für ihre Kinder besondere Präventions- und Hilfsangebote, beklagen die Verfasser.

Die gravierenden Defizite wurden in der Studie von Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen bestätigt. Die Experten verwiesen auf die hohe Belastung und Bedürftigkeit der Kinder psychisch erkrankter Eltern. Die Autoren forderten sinnvolle Hilfsangebote, die von einer altersgerechten Aufklärung und Begleitung der Kinder bis zu Paten- und Pflegschaften reichen könnten.

Quelle: Lichtblick-newsletter.de Nr.151 vom 05.01.2005


Immer mehr Kinder und Jugendliche psychisch gestört

Potsdam (ddp-lbg). Im Land Brandenburg leben immer mehr psychisch gestörte Kinder. Bei den unter 15-Jährigen nahm ihre Zahl zwischen 1994 und 2002 um
31 Prozent auf 1141 zu, wie Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage mitteilte. Diese Entwicklung sei um so bemerkenswerter, als dass sich die Gesamtzahl der Kinder im Land durch den Geburtenknick auf 40 Prozent des Vorwendestandes verringert hat.

Vor diesem Hintergrund verwies die Ministerin darauf, dass es in Brandenburg wie auch in den anderen neuen Bundesländern zu wenige niedergelassene
Kinder- und Jugendpsychiater und -psychologen gibt. "Wir haben die Defizite gerade in der ambulanten Versorgung erkannt und setzen uns gegenüber den Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigung für eine Verbesserung ein", betonte die Politikerin.

Nach Darstellung von Ziegler ist es für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen besonders wichtig, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Unter anderem auch mit diesem Ziel habe sie vor drei Monaten eine Arbeitsgruppe "Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen" eingesetzt.

Quelle: Lichtblick-newsletter.de Nr.151 vom 05.01.2005



ADHS-Ratgeber: "Lass mich, doch verlass mich nicht"


München (ddp). Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS) - mit und ohne Hyperaktivität - verliert sich nicht mit dem Alter. Viele "Zappelphilipps"
und "Traumsusen" leiden als Erwachsene noch immer unter massiven Problemen - auch in der Partnerschaft und in Beziehungen. Diesem schmerzhaften Problembereich widmet sich die renommierte ADHS-Therapeutin Cordula Neuhaus in ihrem Buch "Lass mich, doch verlass mich nicht".

Einfühlsam beschreibt die Psychologin und Verhaltenstherapeutin, wie Impulsivität, Verspieltheit, Stimmungstiefs, Eifersucht und Chaos Beziehungen belasten und allzu oft zu Trennungen führen - ebenso wie der eigenwillige Umgang mit Nähe und Distanz: Sie sind leicht entflammt, fühlen sich jedoch ebenso leicht bedrängt oder abgelehnt.

Nach Angaben des dtv-Verlages gibt dieses Buch allen Betroffenen konkrete Hilfsmittel für eine entspanntere Kommunikation an die Hand und ermutigt zu einem fröhlichen "Dennoch". Denn ADHS-Partnerschaften können gelingen - mit Geduld, Einfühlung und einer großen Portion Humor - etwas, was ADHS-Betroffene von jeher auszeichnet.

Die Autorin Cordula Neuhaus arbeitet seit vielen Jahren mit ADHS-Betroffenen und ist als Dozentin in der Weiterbildung tätig. Sie ist als ADHS-Kapazität international anerkannt. Von ihr sind unter anderem erschienen: "Das hyperaktive Kind und seine Probleme" und "Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme". "Lass mich, doch verlass mich nicht" erscheint im Januar.

Cordula Neuhaus: "Lass mich, doch verlass mich nicht"
dtv-Verlag Januar 2005, ISBN 3-423-34106-8, 10 Euro


Quelle: Lichtblick-newsletter.de Nr.151 vom 05.01.2005


Tier-Therapeuten: Kaninchen für die Kinderpsychiatrie

Stralsund (dpa) - Zwergkaninchen und Meerschweinchen sind erstmals in Deutschland als «Therapeuten» an einem Klinikum im Einsatz. Im Hanse-Klinikum Stralsund sollen die Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie durch den Umgang mit den Vierbeinern lernen, Beziehungen aufzubauen, Verantwortung zu übernehmen und Wärme zu erfahren, teilte das Klinikum mit. Die Tiere aus dem Tierpark Stralsund sind am Dienstag in das Klinikum eingezogen.

Quelle: Netdoktor.de vom 26.01.2005



"Zappelphilipp"-Syndrom: Neues Mittel auf dem Markt

Hamburg (dpa) - Ein neues Mittel gegen das «Zappelphilipp»-Syndrom ADHS kommt am 1. März in Deutschland auf den Markt. Das Präparat Strattera bietet nach Angaben des Herstellers Eli Lilly eine alternative Therapie für Kinder und Jugendliche mit der so genannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Seit seiner Erstzulassung vor zwei Jahren in den USA sei Strattera mehr als zwei Millionen Patienten verschrieben worden, berichtete die Firma am Donnerstag in Hamburg. Es sei für Kinder von sechs Jahren an sowie auch zur Weiterbehandlung im Erwachsenenalter geeignet. ADHS-Patienten haben oft typischen Verhaltensauffälligkeiten wie extreme Ablenkbarkeit, übertriebener Bewegungsdrang, Konzentrationsschwäche und Reizbarkeit. Nach Einschätzung von Prof. Michael Schulte-Markwort vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bietet Strattera zum ersten Mal eine «echte Alternative» zum herkömmlich gegen ADHS eingesetzten Mittel Ritalin. «Es ist vergleichbar gut in der Wirksamkeit.» Ritalin sei nur bei 70 Prozent der ADHS-Kinder wirksam. Nun gebe es die Hoffnung, auch den anderen Kindern helfen zu können. Im Gegensatz zu Ritalin falle Strattera zudem nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Das mache medizinisch gesehen zwar keinen Unterschied, sei aber vermutlich beruhigend für die Eltern, sagte Schulte-Markwort. Strattera (Wirkstoff Atomoxetin) hemmt die Wiederaufnahme eines Botenstoffs in die Nervenzellen. Damit wirke es möglicherweise auch auf depressive Symptome, die gelegentlich bei ADHS vorkämen, sagte Schulte-Markwort, der in Hamburg die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik leitet. Als Nebenwirkung von Strattera nannte Schulte-Markwort «tolerable» Magen-Darm-Störungen, die aber nur in der ersten Zeit auftreten würden. Auch in der Verträglichkeit sei Strattera vergleichbar gut wie Ritalin. Schulte-Markwort schätzt, dass Ritalin und Strattera künftig in etwa gleichhäufig gegeben werden. Bislang seien keine langfristigen Nebenwirkungen von Ritalin nachgewiesen worden. Bei Strattera gebe es noch keine vieljährigen Erfahrungen. «Man kann davon ausgehen dass mindesten drei Prozent der Kinder ADHS haben», schätzt Schulte-Markwort. Es werde noch nicht jedes ADHS-Kind mit Ritalin behandelt. «Anderseits wird nach meinem Eindruck manchmal aber auch zu schnell verschrieben.» Zwischen 1995 und 2000 hat sich die Ritalin-Verschreibung in Deutschland nahezu verzehnfacht. Die Verschreibungspraxis war daher in die Kritik geraten.

Quelle: Netdoktor.de vom 25.02.2005


"Baby Blues" und "Heultage" - Internet-Angebot für junge Mütter

Bonn (ddp-nrw). Mit einem neuen Internet-Angebot wollen Ärzte der Bonner Universitätsklinik jungen Müttern mit psychischen Problemen helfen. Etliche Frauen leiden in den Tagen nach der Entbindung an einer seelische Verstimmung, wie Anke Rohde von der Bonner Universitätsfrauenklinik am Montag erläuterte.

Dieses auch als "Baby Blues" und "Heultage" bekannte Phänomen gehe meist nach einigen Tagen vorüber. Bei einigen Frauen entwickelt sich das Ganze aber zu einer länger anhaltenden Wochenbettdepression oder gar zu einer krankhaften und behandlungsbedürftigen Psychose.

Besonders problematisch sei die Situation für Frauen, die bereits psychisch erkrankt waren. Gemeinsam mit dem Kinderarzt Christof Schaefer entwickelte Rohde das Online-Angebot www.frauen-und-psychiatrie.de. Es soll für betroffene Frauen und deren Angehörige erste Anlaufstelle sein. Aber auch behandelnde Ärzte finden hier Informationen.

Die Medizinerin stellt Unwissenheit auf beiden Seiten fest: "Junge Mütter gehen bei psychischen Problemen oft zu spät zum Arzt, und dort werden sie dann gar nicht oder falsch behandelt. Aus Angst um das Kind empfehlen Ärzte beispielsweise abzustillen, das stürzt die Patientinnen in noch größere Schuldgefühle gegenüber dem Kind."

Solche Diagnosen hängen nach Beobachtungen von Rohde mit der Angst vor Nebenwirkungen von Psychopharmaka für das ungeborene beziehungsweise gestillte Kind zusammen. In diesen Fällen gelte es, Nutzen und Risiko gründlich abzuwägen. Die Internetseite bietet ein elektronisches Nachschlagewerk zu verschiedenen Medikamenten und ihren Auswirkungen auf Verhütung, Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit.
http://www.frauen-und-psychiatrie.de


Quelle: Lichtblick-newsletter.de Nr.158 vom 10.03.2005



Baby-Blues: Hilfe bei Depression

Bonn (dpa) - Der so genannte Baby-Blues trifft viele junge Mütter nach der Entbindung. Manchmal entwickeln sich diese «Heultage» aber auch zu einer länger anhaltenden Wochenbettdepression oder sogar zu einer Psychose. Eine erste Anlaufstation bei solchen seelischen Problemen soll jetzt die Internetseite www.frauen-und-psychiatrie.de bieten, heißt es bei der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Betrieben wird die Seite von der Frauenklinik am Universitätsklinikum Bonn.

Quelle: Netdoktor.de vom 08.03.2005


"Zappelphilipp-Syndrom": Neue Erkenntnisse erzielt

Aachen (dpa) - Bei der Erforschung des «Zappelphilipp-Syndroms» ADHS sind deutsche Wissenschaftler einen großen Schritt voran gekommen. In einer Studie mit mehr als 200 Patienten stellten sie vier Typen von Auffälligkeiten im Gehirn fest. Experten gehen davon aus, dass die Erkenntnis zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlung führen wird. «Die Kinder müssen so spezifisch wie möglich behandelt werden», sagte die Leiterin des klinischen Teils der Studie, Kerstin Konrad von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen am Mittwoch. Bisher seien die Patienten größtenteils mit den gleichen Medikamenten behandelt worden. Die neuen Erkenntnisse müssten zu einer spezifischen Therapie führen. Neben Medikamenten gelte das auch für Trainingsverfahren. Kinder mit krankhaften Aufmerksamkeitsdefiziten und Hyperaktivität leiden unter Konzentrationsstörungen, körperlicher Unruhe und übermäßigem Bewegungsdrang. 80 Prozent der Erkrankungen sind nach Erkenntnissen der Wissenschaft genetisch bedingt. «Wir wissen, dass viele Gene zusammenspielen, die zu der Ausbildung der Krankheit führen», sagte Konrad. In den vergangenen Jahren habe man erfolglos danach gesucht. Mit diesem Zwischenschritt wollen die Forscher die möglichen Gene eingrenzen.

Quelle: Netdoktor.de vom 23.06.2005


Studie: Jedes dritte Kind leidet unter massiven Ängsten

Köln (ddp). In Deutschland leidet jedes dritte Kind unter massiven Ängsten. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Kölner Universitätsklinik, wie der «Kölner Stadt-Anzeiger» (Dienstagausgabe) vorab berichtet. Die Ängste der Kinder würden von den Eltern oftmals nicht bemerkt oder stark unterschätzt. Insgesamt wurden 700 Eltern von Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren sowie 300 Kinder zwischen 11 und 17 Jahren befragt. «Wir haben es mit ausgeprägten und deutlichen Ängsten zu tun», sagte der Leiter der Untersuchung, Manfred Döpfner, der Zeitung. Überraschend sei vor allem die große Kluft «zwischen den tatsächlichen Ängsten der Kinder und denen, die die Eltern wahrnehmen». Besonders falle diese Tendenz bei den Ängsten auf, die Eltern zu verlieren, sagte Döpfner, der den Deutschen Psychologie-Preis 2005 erhielt. Hier hätten die Kinder und Jugendlichen sechsmal häufiger entsprechende Ängste und Sorgen angegeben als ihre Eltern vermuteten. 29,5 Prozent der befragten 11- bis 17-Jährigen sagten, sie machten sich große Sorgen, die Eltern zu verlieren. Aber nur 4,8 Prozent der befragten Eltern konnten sich vorstellen, dass ihre Kinder unter solchen Ängsten leiden. Dieselbe Tendenz beobachteten die Wissenschaftler im Bereich der Leistungsängste: 16,6 Prozent der Kinder und Jugendliche gaben an, darunter zu leiden. Aber nur 7,7 Prozent der Eltern sagten, sie wüssten beim eigenen Kind darum. Diese Diskrepanzen seien bedenklich, so die Kölner Wissenschaftler. Nicht erkannte und nicht behandelte Ängste bei Kindern und Jugendlichen erhöhten den Angaben zufolge das Risiko für andere psychische Störungen im Erwachsenenalter. Neben den Verlust- und Leistungsängsten spielten bei den Kindern und Jugendlichen übertriebene Angst vor Tieren (in 11,7 Prozent der untersuchten Fälle) und allgemeine Ängstlichkeit (10,9 Prozent) eine Rolle.

Quelle: Netdoktor.de vom 21.03.2006


Auch Kinder können unter Depressionen leiden

Von ddp-Korrespondent Kai Gerullis

München/Weil der Stadt (ddp). Die Lust auf ihre Freunde ist Sophie vergangen.
Langsam zieht sich die sonst so fröhliche Siebenjährige aus dem Alltag zurück.
Auch der anfängliche Spaß an der Schule ist restlos verflogen. Ursache für das ausgeprägte Stimmungstief könnte eine Depression sein - ein Krankheitsbild, das Experten bei Kindern noch vor Jahren ausgeschlossen hatten. "Mittlerweile haben Studien aber gezeigt, dass etwa drei bis vier Prozent der Kinder in den USA an Depressionen leiden", sagt Gunhild Kilian-Kornell, Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland.

Außer dem Namen hat die Erkrankung nur wenig mit den Depressionen der Erwachsenen gemein. Je nach Altersstufe variieren die Symptome, dadurch lassen sich die psychischen Störungen nur schwer diagnostizieren. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihre Kinder genau beobachten, wenn sich diese über längere Zeit ungewöhnlich verhalten. "Hören Kinder auf zu spielen, ist das ein klares Alarmsignal", sagt Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbands für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland.

Bei Kleinkindern können verstärktes Weinen, Bauchschmerzen oder Antriebsmangel auf depressive Verstimmungen hindeuten. "Im Vorschulalter sind dann vor allem
Schlaf- und Essstörungen, ein Rückzug aus der Gemeinschaft im Kindergarten oder aggressives Verhalten mögliche Symptome", betont Schaff. Ältere Kinder zeigen hingegen Schulangst oder einen nicht erklärbaren Leistungsabfall.

Die Ursachen für Depressionen sind bei Kindern vielfältig. Sie können sich nach dem Verlust eines Elternteils entwickeln, aber auch eine Reaktion auf soziale Probleme in der Familie - wie Arbeitslosigkeit - sein. "Ein möglicher Auslöser ist auch der Wegzug des besten Freundes oder ein ungewollter Ortswechsel des Kindes", sagt Kilian-Kornell. Auch wachsender Druck in der Schule oder Hänseleien durch Klassenkameraden können bei den Jüngsten ein seelisches Loch aufreißen.

Erste Anlaufstelle bei psychischen Problemen ist der Kinder- und Jugendarzt.
"Er muss körperliche und organische Ursachen ausschließen", sagt Kilian-Kornell. Denn auch der weit verbreitete Wurmbefall könnte ähnliche Beschwerden auslösen. Bei der Diagnose helfen spezielle Fragebögen oder ein so genanntes Bauchwehprotokoll, das die Kinder zusammen mit ihren Eltern ausfüllen. "In der Vergangenheit wurden Depressionen bei Kinder häufig nicht ernst genommen", sagt Kilian-Kornell. "Eltern sollten aber immer ihrem Gefühl vertrauen und bei einem ernsthaften Verdacht auf eine Depression notfalls eine zweite Meinung einholen."

Werden bei Kindern wie Sophie depressive Verhaltensmuster festgestellt, überweist der Arzt den jungen Patienten in der Regel an einen Kinderpsychiater. "Die Behandlung setzt primär auf psychotherapeutische Methoden und nicht auf Medikamente", betont Schaff. Diese werden einzeln angeboten, meist treffen sich Kinder dazu aber auch mit ihrem Therapeuten in kleinen Gruppen.

Fest integriert in den Therapieplan ist die Familie. "Das ist sehr wichtig, denn Kinder sind manchmal der Spiegel der Seele eines Elternteils", sagt Schaff. Mitunter leidet beispielsweise die Mutter oder der Vater an einer versteckten Depression, die von den Kindern unbewusst übernommen wird. "Lassen sich die Eltern behandeln, entlastet das oft auch das Kind", erläutert die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie.

Die Inhalte der Therapiesitzungen hängen von der Art des depressiven Verhaltens ab. "Beispielsweise lernen die Kinder, wie man Gefühle erkennt und mit ihnen umgeht", erklärt die Kinderpsychotherapeutin. Haben Hänseleien den Weg ins Stimmungstief geebnet, stärken die Therapeuten das Selbstwertgefühl der Kleinen. "Dabei kann man auch aktuelle Themen wie die Fußball-WM aufgreifen. Auf diese Weise macht man den Kindern klar: 'Wir sind wer!'", erläutert Schaff. Bei ängstlichen Kindern lautet das Therapieziel meist, die soziale Kompetenz zu stärken. Egal welche Art der Therapie gewählt wird - wie lange die Behandlung dauert, hängt individuell vom Kind und den Ursachen der Verstimmung ab.

Weiterführende Informationen

Lesen:
Lawrence L. Kerns: "Hilfen für depressive Kinder. Ein Ratgeber"
Huber, Bern, 1996, ISBN: 3456828152, 19,95 EUR

Ulrike Schäfer: "Depressionen im Kindes- und Jugendalter"
Huber, Bern, 1999, ISBN: 3456832222, 10,95 EUR

Christiane Nevermann: "Depressionen im Kindes- und Jugendalter. Erkennen, Verstehen, Helfen"; C.H. Beck, 2001, ISBN: 3406475663, 12,50 EUR

Gunter Groen: "Depressive Kinder und Jugendliche"
Hogrefe-Verlag, 2002, ISBN: 3801713288, 32,95 EUR

Internet:
Das Deutsche Grüne Kreuz bietet auf seinen Internetseiten Fakten über Symptome und Auslöser von Depressionen bei Kindern. ("Depressionen bei Kindern" in die Suche eingeben) http://www.dgk.de

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte informiert über Depressionen bei Kindern. ("Depressionen" in die Suche eingeben) http://www.kinderaerzteimnetz.de

Der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Internet. http://www.kinderpsychiater.org

Quelle: Lichtblick-newsletter.de Nr.185 vom 07.08.2006



Psychische Probleme: Jedes fünfte Kind betroffen

Hamburg (ddp). Kinder und Jugendliche haben nach einem Zeitungsbericht immer häufiger psychische Probleme. Nach dem so genannten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts seien 21,9 Prozent der 7- bis 17jährigen psychisch auffällig, berichtete die «Bild-Zeitung (Mittwochausgabe) vorab. 10 Prozent litten unter Ängsten, 5,4 Prozent unter Depressionen, 7,6 Prozent hätten ein gestörtes Sozialverhalten. Eines der häufigsten chronischen Gesundheitsprobleme von Heranwachsenden seien Essstörungen, schrieb das Blatt. 21,9 Prozent der 11- bis 17jährigen seien davon betroffen, Mädchen (28,9 Prozent) sehr viel häufiger als Jungen (15,2 Prozent). Hauptrisikofaktoren für psychische Gesundheitsprobleme von Kindern seien ein »ungünstiges Familienklima« und »niedriger sozioökonomischer Status".

Quelle: Netdoktor.de vom 16.05.2007


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Zuletzt geändert am: 09.12.2009