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  Epilepsie: Flackerlicht in Blau-Rot kann Anfall auslösen
Epilepsie: Erdbebenvorhersage hilft bei Prognose
Epilepsie: Genvariante als Auslöser entdeckt
Epilepsie: OP am Gehirn empfohlen Epilepsie: Gen-Maus für die Fallsucht
Epilepsie: Ausreichend Selen schützt Premiere: Hirn-Fotos von Epilepsie veröffentlicht
Ursache Epilepsie: Forscher entdecken verantwortliches Gen Flip und Flap helfen: Ein Comic für Epilepsie-Kinder

Epilepsie-Kinder: Nicht immer Antileptika nötig

Forscherteam entdeckt Epilepsie-Gen

Epilepsie: Freiburger Mediziner entwickeln neue Methode

Epilepsie: Frühwarnsystem "EpiBloc" ausgezeichnet

Wissenschaftler: Mehr Offenheit im Umgang mit Epilepsie-Patienten

Epilepsie: Schwangerschaft meist problemlos

Epilepsie: Gen-Defekt verantwortlich

Neurologe: "Epilepsie-Kranke sollen sich outen"

Epilepsie: Fettreiche Diät soll vor Anfällen schützen

Epilepsie: Gehirn-OP kann Kindern helfen

Weltgesundheitsorganisation: Nur jeder vierte Epileptiker wird behandelt

Epilepsie: Eine halbe Million Deutsche betroffen

Epilepsiemuseum

Alkohol und Drogen erhöhen Risiko eines epileptischen Anfalls

Weltgesundheitsorganisation: Nur jeder vierte Epileptiker wird behandelt

Genf (dpa) - Nur einer von vier Epileptikern weltweit kann auch mit medizinischer Behandlung rechnen. Von den 39 Millionen Menschen, die unter der Krankheit leiden, müssen rund 30 Millionen ohne ärztliche Hilfe auskommen, teilte die Weltgesundheits- organisation (WHO) am Mittwoch in Genf mit. In den Entwicklungsländern sind es sogar bis zu 90 Prozent, die keine Betreuung erfahren. Die Epilepsie gehört zu den am häufigsten auftreten schweren neurologischen Krankheiten. Der Weltgesundheitstag am kommenden Samstag ist der psychischen Gesundheit gewidmet. Ziel ist, dem mentalen Wohlbefinden im Alltag dasselbe Augenmerk zu schenken wie dem körperlichen. (ol)

Quelle: Netdoktor.de vom 05.04.2001

Epilepsie: Eine halbe Million Deutsche betroffen

Berlin/Göttingen (dpa) - Mit einem "Tag der Epilepsie" am 5. Oktober wollen eine Reihe von deutschen Selbsthilfeorganisationen auf diese oftmals noch verschämt betrachtete Krankheit aufmerksam machen. Hier zu Lande seien rund eine halbe Million Menschen betroffen, teilte das in Göttingen beheimatete Organisationssekretariat mit. Unter der Schirmherrschaft der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth und mit dem Motto "Epilepsie braucht Offenheit" werden am kommenden Freitag (5. Oktober) im ganzen Bundesgebiet Veranstaltungen zu dieser neurologischen Krankheit stattfinden. Zentralveranstaltung mit dem Titel "Epilepsie - was kann ich tun" ist in der Katholischen Akademie in Berlin. Obwohl die Epilepsie weit verbreitet ist, wird ihr Bild in der Öffentlichkeit "durch Unwissen und zum Teil abenteuerliche Vorurteile" geprägt, meinen die Veranstalter. "Menschen mit Epilepsie treffen in Ihrem Umfeld immer wieder auf Verständnislosigkeit, Abwehr und soziale Ausgrenzung, die sie oft mehr belasten als die Krankheit selbst." In einer Befragung hatten 23 Prozent angegeben, sie würden einen Kontakt ihrer Kinder mit epilepsiekranken Kindern in der Schule oder beim Spielen nicht gutheißen. Die Organisation des Tages der Epilepsie 2001 wird von der Deutschen Epilepsievereinigung (Berlin), der Deutschen Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie (Bielefeld), dem Informationszentrum Epilepsie (Bielefeld) und der Stiftung Michael (Hamburg) getragen. (bs)

Quelle: Netdoktor.de vom 29.09.2001

Epilepsiemuseum

Als "Krankheit der Könige" war die Epilepsie schon im Altertum bekannt. Auch heute noch  hat das Leiden nicht alle Geheimnisse preisgegeben. Einen Überblick über die Krankheit und ihre Behandlung durch die Jahrhunderte gibt das weltweit ersten überregionale Museum für Epilepsie und Epilepsiegeschichte in Kehl-Kork bei Offenburg.
Im WWW präsentiert Dr. Hansjörg Schneble das Museum mit einem virtuellen Rundgang.   Hier kommen neben Diagnostik und Therapie auch Themen wie "Epilepsie und Kunst" nicht zu kurz. Eine Porträtgalerie versammelt prominente Patienten wie Caesar, Jeanne d'Arc und Rudi Dutschke. Ein Veranstaltungskalender, und Links zu Selbsthilfegruppen und  Medizin- sites helfen, die Informationen zu vertiefen. Eine umfangreiche Literaturliste mit Patienten- informationen, Erfahrungsberichten und Fachtiteln hilft beim Stöbern offline. Eine eigene Liste ist "Epilepsiemotive in der erzählenden Literatur" gewidmet.                       www.epilepsiemuseum.de


Quelle: gesundheit.de 30.01.2001

Alkohol und Drogen erhöhen Risiko eines epileptischen Anfalls

Lobetal (dpa) - Etwa fünf Prozent der Menschen in Deutschland erleiden in ihrem Leben einen epileptischen Anfall. "Exzessiver Alkoholgenuss oder starker Schlafentzug können schon dazu führen, dass selbst gesunde Menschen einen Anfall bekommen", sagte der Leiter des Lobetaler Epilepsiezentrums, Bernd Findeis. Allerdings erkrankten nur 700. 000 Menschen längerfristig an Epilepsie. Sie gilt als die häufigste chronische Krankheit des zentralen Nervensystems. (pg)

Quelle: Netdoktor.de vom 14.05.2001

Epilepsie: Fettreiche Diät soll vor Anfällen schützen

Baltimore - Rund 50 Millionen Menschen leiden weltweit an Epilepsie - etwa 30 Prozent davon an einer schwer behandelbaren Form, die auf viele Medikamente nicht anspricht. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, kann in diesen Fällen eine strenge Diät deutliche Erleichterung bringen. Das zeige eine Langzeitstudie an fünfjährigen Kindern. "Die Diät ist eine exzellente Alternative zur Medikation", sagt Studienleiter John Freeman von den Johns Hopkins Medical Institutions in Baltimore. "Wir sehen lang andauernde Erfolge." Die Kinder bekamen zwei Jahre lang eine sehr fettreiche Kost - 90 Prozent ihres Energiebedarfs wurden durch Fett gedeckt. Dafür aber erhielten sie nur 75 Prozent der normalen Kalorienzufuhr - außerdem Vitamine und Mineralien, um eine Fehlernährung zu vermeiden. Nach sechs Jahren war die Anzahl der Anfälle von durchschnittlich 410 pro Monat bei der Hälfte der 150 Kinder auf 200 Anfälle abgesunken. Zwanzig Kinder hatten überhaupt keine Anfälle mehr. Folge der Fettdiät ist ein starker Anstieg so genannter Ketone im Blut. Auf welche Weise diese Stoffgruppe das Krankheitsgeschehen positiv beeinflusst ist derzeit noch unklar. "Jetzt kommt eine Welle neuer Forschungen in Gang", so Freeman. (ths)

Quelle: Netdoktor.de vom 21.10.2001

Epilepsie: Gehirn-OP kann Kindern helfen

Freiburg (dpa) - Immer mehr Kindern, die an einer Epilepsie leiden, kann durch eine Operation am Gehirn geholfen werden. Dies erklärte am Donnerstag der Präsident der Gesellschaft für Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen an der Uniklinik Freiburg, Rudolf Korinthenberg, zur Eröffnung eines Ärztekongresses. Seit 1999 wurden 40 Kinder an der Universitätsklinik operiert; künftig sollen es 50 pro Jahr sein. "Der epileptische Herd wird nur dann operativ entfernt, wenn die Kinder auf Medikamente nicht ansprechen", sagte Prof. Korinthenberg. Eine Voraussetzung für die zwei- bis sechsstündige Operation ist eine so genannte funktionelle Magnetresonanz-Tomografie. Durch dieses Verfahren können die Mediziner den Krankheitsherd im Hirn genau orten, aber auch die Arbeitsweise des Hirns verstehen. Ein Krankheitsherd kann beispielsweise ein Tumor an der Hirnoberfläche sein. "Wir müssen sicher sein, dass durch den Eingriff das Gehirn in seiner Funktion nicht geschädigt wird", sagte Korinthenberg. Wichtig sei es, Patienten möglichst im Kindesalter zu operieren, um ihnen so ein anfallsfreies und selbstständiges Leben zu ermöglichen. Epilepsien gehören bundesweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland ist etwa jeder hundertste von dieser Funktionsstörung betroffen. Dabei geben Nervenzellen unkontrolliert Impulse ab, so dass die Hirnstromtätigkeit aus dem Takt gerät. Die Folge können Bewusstlosigkeit und ein heftiges, krampfartiges Zucken der Glieder sein. In rund 60 Prozent der Fälle kann Betroffenen langfristig mit Medikamenten geholfen werden. Die chirurgische Behandlung von Epilepsien im Kindesalter ist ein Schwerpunktthema der 28. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie. (ee)

Quelle: Netdoktor.de vom 05.04.2002

Epilepsie: Gen-Defekt verantwortlich

Adelaine/USA – Epilepsie wird durch eine Störung der Gene hervorgerufen. Das berichtet die "Welt". Ein Forscherteam aus sechs Ländern entdeckte ein weiteres Gen, das die Krankheit hervorruft. Das Gen liegt auf dem X-Chromosom und zählt zu den 100 Genen, deren Mutationen geistige Minderleistungen bewirken konnten, teilten die Forscher mit. (vth)

Quelle: Netdoktor.de vom 09.04.2002

Neurologe: "Epilepsie-Kranke sollen sich outen"

Düsseldorf (dpa) - Rund 800 000 Menschen sind in Deutschland von der Epilepsie, einer der häufigsten chronischen Krankheiten, betroffen. Rund drei Millionen Menschen erleiden nach Expertenschätzungen durch Fieber oder Stress wenigstens ein Mal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall. Dennoch habe ein Epilepsie- Kranker vom Kindergarten bis zum Berufsalltag mit drastischen Vorurteilen zu kämpfen, kritisiert der Düsseldorfer Kinder-Neurologe Prof. Gunter Groß-Selbeck. "Besonders Kinder leiden weniger unter ihrer Krankheit, sondern unter dem, was die Umwelt damit macht", sagte der Präsident der Deutschen Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie am Dienstag in Düsseldorf in einem dpa-Gespräch. Umfragen hätten gezeigt, dass unverständlicherweise 15 Prozent der Eltern ihr Kind nicht mit einem epileptischen Kind spielen lassen möchten. Erwachsene stünden im Urteil der Allgemeinheit fälschlich unter dem Vorurteil, im Beruf nicht leistungsfähig zu sein. Ein dauerndes Verschweigen der Krankheit bewirke nur einen Teufelskreis mit immer neuen Diskriminierungen. "Die Betroffenen sollen sich outen", meinte der Neurologe im Vorfeld eines Epilepsie-Kongresses, zu dem in Düsseldorf rund 800 Fachärzte erwartet werden. Nur in Ausnahmefällen äußere sich das Leiden in den oft befürchteten schweren Anfällen. Aber nur möglichst geringe Einschränkungen in Schule oder Freizeit garantierten eine normale Entwicklung des an Epilepsie erkrankten Kindes. Beim Kongress der Epilepsie-Liga soll vom 9. bis zum 12. Mai auch über Therapien als Alternative zu Medikamenten oder Operation diskutiert werden. Allerdings sind nach Angaben des Experten die Kenntnisse über die Funktionsweise der Vagus-Stimulation noch begrenzt. Hierbei werde - ähnlich wie beim Herzschrittmacher - ein Nerv im Nacken des Epilepsie-Kranken elektronisch gereizt, was aus noch ungeklärten Gründen zur Verminderung der Anfälle führe. (ee)

Quelle: Netdoktor.de vom 08.05.2002

Epilepsie: Schwangerschaft meist problemlos

Neu-Isenburg (dpa) - Wenn Frauen unter Epilepsie leiden, müssen sie dennoch nicht auf eine Schwangerschaft verzichten. Sie sollten wegen der Gefahr von Fehlbildungen jedoch auf bestimmte Medikamente verzichten, berichtet die in Neu-Isenburg erscheinende "Ärzte Zeitung". Auch sollten sie die Schwangerschaft per Ultraschall überwachen lassen. Generell treten Fehlbildungen bei epilepsiekranken Schwangeren zwei bis drei Mal häufiger auf als bei gesunden Müttern. Mehr als 90 Prozent der Schwangerschaften von epilepsiekranken Frauen verliefen jedoch ohne Komplikationen. Besonders hoch sei das Missbildungsrisiko, wenn während der ersten Schwangerschaftsmonate Medikamente mit den Wirkstoffen Carbamazepin oder Valproat eingenommen werden, heißt es unter Berufung auf Experten. Geachtet werden sollte dagegen auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure. Ob einzelne epileptische Anfälle zu Fehlbildungen führten, sei umstritten. Meist sei die Anfallrate während der Schwangerschaft stabil, ein erhöhtes Risiko bestehe jedoch während der Geburt des Kindes.

Quelle: Netdoktor.de vom 30.05.2002

Wissenschaftler: Mehr Offenheit im Umgang mit Epilepsie-Patienten

Bielefeld (dpa) - Für Epilepsiekranke wird in Deutschland nach Expertenmeinung noch nicht genug getan. Der medizinische Leiter des Epilepsie-Zentrums Bethel in Bielefeld, Prof. Peter Wolf (63), sprach sich für den Abbau von Barrieren sowie eine berufliche und soziale Eingliederung der betroffenen Patienten aus. "Notwendig ist mehr Offenheit im Umgang mit Epileptikern", sagte der Wissenschaftler in einem dpa-Gespräch. Betroffene würden weniger durch ihre Krankheit als vielmehr durch ihr Umfeld eingeschränkt. Dabei könnten die meisten ein ganz normales Leben führen. In Deutschland leiden nach Auskunft des Fachmannes etwa 800 000 und weltweit rund 40 Millionen Menschen an den Funktionsstörungen des Gehirns. Nach seinen Worten ist Epilepsie eine der häufigsten chronischen Krankheiten des Nervensystems. "Obwohl im Laufe des Lebens drei bis fünf Prozent der Bevölkerung epileptische Anfälle (Kurzschlüsse im Gehirn) erleiden, prägen noch immer Vorurteile die Vorstellungen von der Krankheit", sagte Wolf. Nach wie vor hielten viele Leute sie fälschlicherweise für eine Geisteskrankheit. Epilepsie mit ihren 40 bis 50 Erscheinungsformen sei eine ganz normale Krankheit, die mit Medikamenten behandelt werden könne. Bei 80 Prozent der Patienten verhinderten Medikamente weitere Anfälle. Den übrigen könne meist mit einer Hirnoperation geholfen werden. Im Epilepsie-Zentrum Bethel werden nach Auskunft Wolfs jährlich etwa 130 Betroffene auf einen chirurgischen Eingriff vorbereitet. "In Diagnose, Behandlung und Rehabilitation nimmt die Einrichtung weltweit eine Spitzenstellung ein", erläuterte der Mediziner. Jährlich kostet die Krankheit die europäischen Staaten nach Berechnungen von Experten mehr als 20 Milliarden Euro.

Quelle: Netdoktor.de vom 03.06.2002

Epilepsie: Freiburger Mediziner entwickeln neue Methode

Freiburg (dpa) - Freiburger Mediziner haben ein neues Verfahren im Kampf gegen Epilepsie entwickelt. Die Methode solle auch Epilepsie-Erkrankten helfen, die nicht mit Medikamenten behandelt werden können, sagte der Leiter der Neurochirurgischen Universitätsklinik, Josef Zentner, am Freitag. Mit Hilfe eines Computers könnten Schäden an der Hirnrinde schneller als bisher entdeckt werden. Solche Schäden können zu Epilepsie-Anfällen führen. Ein Schwerpunkt soll die Behandlung von Kindern sein. "Wir setzen dort an, wo die Medizin bisher versagt hat", sagte Zentner. Kleinste Veränderungen der Hirnrinde, die Ursache für die Epilepsie-Erkrankung sein könnten, seien mit Hilfe der in Freiburg entwickelten Technik nachweisbar und könnten dadurch operativ entfernt werden. Mit einem Kernspintomographen werden laut Zentner Daten der Hirnrinde eines Epilepsie-Patienten ermittelt und mit den Daten Gesunder verglichen. Bei einer Veränderung könne dem Patienten durch einen chirurgischen Eingriff geholfen werden. Dies komme besonders Kindern zugute, sagte Zentner. "Wenn ein Schaden an der Hirnrinde frühzeitig erkannt und behoben wird, bleibt das Kind ein Leben lang anfallsfrei", sagte der Mediziner. Eine Therapie mit Medikamenten werde durch die Operation überflüssig. Epilepsie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Jeder 100. Deutsche ist davon betroffen. Die in Freiburg entwickelte Methode kann nach Zentners Angaben bis zu 15 Prozent aller Epilepsie- Erkrankten helfen. Bisher seien mehr als 40 Patienten behandelt worden, die Heilungsquote liege bei 75 Prozent. Das Verfahren wird bei einem Epileptologischen Symposium am Wochenende in Freiburg vorgestellt. Dazu werden 150 Experten aus Deutschland erwartet.

Quelle: Netdoktor.de vom 22.06.2002


Epilepsie: Frühwarnsystem "EpiBloc" ausgezeichnet

Düsseldorf - Neurologen der Philipps-Universität in Marburg wurden nach einem Bericht von "pte.at" auf der Fachmesse MEDICA für eine Entwicklung ausgezeichet, die vielen Epilepsie-Patienten helfen soll. "EpiBloc" heißt das implantierbare Frühsystem, das nicht nur einen beginnenden epileptischen Anfall rechtzeitig erkennen sondern ihn mittels eines abgegebenen Impulses auch im Keim ersticken kann. Dabei kann eine intelligente Software durch mathematische Berechnungen der elektrischen Hirnaktivität (EEG) typische Veränderungen eines nahenden Anfalls erkennen. Dabei zeigen die betroffenen Hirnregionen ein ganz typisches Aktivitätsmuster. Das System kann innerhalb von Sekunden reagieren und den drohenden Anfall durch Stimulation einer bestimmten Hirnregion stoppen. In fünf Jahren können nach Angaben der Forscher die ersten Patienten mit EpiBloc behandelt werden. Das erhaltene Preisgeld von 200.000 Euro soll in weitere Verbesserungen investiert werden. Vor allem die mathematische Analyse der Hirstromkurve zur Anfallserkennung müsse noch weiter verbessert werden, so Felix Rosenow von der Klinik für Neurologie. Es müsse auf jeden Fall sichergestellt werden, dass keine "Fehlalarme" ausgelöst werden können. Zudem muss das System noch verkleinert werden, um es besser implantierbar zu machen.

Quelle: Netdoktor.de vom 21.11.2002


Epilepsie-Kinder: Nicht immer Antileptika nötig

München (dpa) - Kinder müssen nach dem ersten Epilepsie-Anfall nicht immer mit Antileptika behandelt werden. Oft blieben weitere Attacken auch ohne diese medikamentöse Behandlung aus. Das ergaben Studien am National Institute of Neurological Disorders and Stroke in Bethesda (Maryland), berichtet die in München erscheinende Fachzeitung "Ärztlich Praxis" (Ausgabe 14/2003). Antileptika würden oft auch nicht gut vertragen: Die Kinder litten unter starken Nebenwirkungen wie Hautausschläge, Übelkeit oder Gewichtsverlust. Auch geistige Fähigkeiten und die Konzentrationsfähigkeit könnten beeinflusst werden.

Quelle: Netdoktor.de vom 18.02.2003


Forscherteam entdeckt Epilepsie-Gen

Bonn (ddp). Ein internationales Forscherteam hat erstmals ein Gen identifiziert, dass mit verschiedenen Formen von Epilepsien in Zusammenhang steht. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin «Nature Genetics». Ein Defekt des Gens mit dem Namen CLCN2 führt zu fehlerhaften chemischen Mechanismen im Gehirn, die eine Übererregbarkeit der Nervenzellen nach sich ziehen.

Bei etwa der Hälfte der Epileptiker haben Anfälle keine äußere Ursache, sondern sind durch eine genetische Veranlagung bedingt. Diese so genannten idiopathischen Epilepsien beginnen im Kindes- oder Jugendalter und lassen sich in mehrere Unterformen unterteilen. Die Forscher um Armin Heils von der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn konnten erstmals ein Gen dingfest machen, das vier relativ häufige Formen idiopathischer Epilepsien hervorrufen kann. Bisher seien nur Gene gefunden worden, die mit eher seltenen Formen erblicher Epilepsien in Zusammenhang stehen, sagte Heils auf ddp-Anfrage.

Bei 3 von 46 untersuchten Familien mit epilepsiekranken Mitgliedern fanden die Wissenschaftler Mutationen des Gens CLCN2. Dabei betraf der Gendefekt jeweils die erkrankten, nicht jedoch die gesunden Familienmitglieder. Auch bei gesunden Kontrollpersonen ließen sich die entsprechenden Gendefekte nicht nachweisen. «Wir schätzen, dass das von uns identifizierte Gen für etwa 15 Prozent der häufigsten Epilepsieformen verantwortlich ist», sagt Heils. «Allerdings gibt es bestimmt noch 10 oder 15 weitere Gene, die bei Epilepsie eine Rolle spielen.»

Durch Kenntnis der verantwortlichen Gene kann man Epilepsie zwar nicht verhindern. Das Wissen um die biologischen Ursachen erlaube es aber, gezielter wirkende Medikamente zu entwickeln, erläutert Heils. Die bisherigen Medikamente sprechen nämlich bei bis zu 20 Prozent der Patienten nicht an, und viele Betroffene leiden unter Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Schwindel oder Müdigkeit.

Quelle: Lichtblick-newsletter.de vom 03.03.2003


Ursache Epilepsie: Forscher entdecken verantwortliches Gen

Bonn (dpa) - Ein internationales Forscherteam hat die Ursache für verschiedene Formen der Epilepsie entdeckt. Das gefundene Gen spiele möglicherweise bei rund 15 Prozent aller erblich bedingten Epilepsie- Kranken eine Rolle, schätzt die Gruppe um Armin Heils von der Universität Bonn. Es sei für einen Chlorid-Kanal in den Nervenzellen verantwortlich, der die Weiterleitung von Reizen beeinflusse. Die Arbeit des Teams veröffentlicht das Journal «Nature Genetics» am Montag in seiner Online-Ausgabe. In Deutschland leiden 650 000 Menschen an Epilepsie. Etwa die Hälfte der Fälle ist durch Hirntumoren oder Kopfverletzungen hervorgerufen, die andere hat genetische Ursachen. Es gebe sieben Typen genetisch bedingter Epilepsien, die alle familiär gehäuft auftreten, teilten die Universität Bonn und die Volkswagenstiftung mit. «Einige seltene Varianten werden dabei durch einen einzigen Gendefekt ausgelöst», sagte der Mediziner Heils. Die Forscher identifizierten eigenen Angaben zufolge weltweit erstmalig eine Erbanlage, deren Störung verschiedene Typen dieser so genannten idiopathischen Epilepsien hervorrufen kann. Welche Variante der Patient bekomme, hänge wahrscheinlich von weiteren Genen ab. Nicht jeder, der an diesem Gendefekt leide, erkranke an Epilepsie, sagte Heils. «Das Gen allein ist nicht entscheidend für die Krankheit.» Die Träger seien aber in höchster Gefahr, die Krankheit zu bekommen. Dabei spielten Umweltfaktoren, wie die Lebensführung, eine große Rolle. Wichtig sei, auf Alkohol zu verzichten und auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zu achten. Das Projekt «Molekulare Analyse genetisch komplexer Epilepsien» wurde von der Volkswagenstiftung mit 1,16 Millionen Euro gefördert.

Quelle: Netdoktor.de vom 04.03.2003


Flip und Flap helfen: Ein Comic für Epilepsie-Kinder

Lübeck (dpa) - Mit einem Comic wollen Kinderärzte der Universität Lübeck epilepsiekranken Kindern helfen. Die Bildergeschichten mit den Nervenzellen "Flip" und "Flap" sollen den jungen Patienten erklären, was bei einem epileptischen Anfall in ihrem Körper passiert. Nach Ansicht der Wissenschaftler können Kinder auf diese Weise lernen, selbstständig mit ihrer Krankheit zu leben. Für die Umsetzung des Projektes erhält die Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin aus einem Sponsoringprogramm 150.000 Euro. Das Geld stammt aus einem Programm des amerikanischen Chemiekonzerns Johnson & Johnson, mit dem Gesundheitsangebote für Kinder und Jugendliche gefördert werden. Der Scheck wird nach Angaben der Universität am 8. März bei einer Fachtagung in der Kinderklinik Datteln der Universität Witten/Herdecke überreicht werden. Etwa 60 von 100.000 Kindern unter 15 Jahren leiden nach Angaben der Universität an Epilepsie. Bereits seit drei Jahren arbeiten die Fachleute der Uni Lübeck an dem Comic, der Teil eines umfangreichen Schulungsprogramms für Kinder und Eltern ist. "Die betroffenen Kinder wissen oft gar nicht, unter welcher Krankheit sie leiden", sagt die Leiterin der Lübecker Universitätskinderklinik, Ute Thyen. "Sie bekommen die Anfälle nicht bewusst mit und merken nur an den fragenden Blicken der Mitschüler oder am besorgten Verhalten der Eltern, dass mit ihnen irgendetwas nichts stimmt", erläutert sie. Deshalb litten die Kinder häufig an Angst, Schuld- und Schamgefühlen. Mit dem von Lübecker Wissenschaftlern entwickelten Schulungssystem lernen Kinder im Alter zwischen 7 und 15 Jahren in Wochenendseminaren, ihre Krankheit zu verstehen und mit ihr umzugehen. Für die Eltern gibt es eigene Schulungen. "Sie müssen lernen, ihre Kinder nicht zu stark zu behüten und ihnen aus Angst vor einem neuen Anfall alles zu verbieten", sagt Thyen. Erste Tests in Kinderkliniken unter anderem auch in Hamburg und Hannover haben gezeigt, dass die Comicfiguren "Flip" und "Flap" dabei eine große Hilfe sind. "Viele Kinder haben die Comics mit in die Schule genommen und dadurch dort erstmals offen über ihre Krankheit gesprochen", sagt die Psychologin Esther Müller-Godeffroy, die die Seminare leitet. Außerdem habe sich gezeigt, dass die Kinder die notwendigen Medikamente gewissenhafter einnahmen, nachdem sie über ihre Krankheit Bescheid wussten. Vom Sommer an soll das Lübecker Schulungsprogramm in zehn Kinderkliniken bundesweit getestet und die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet werden.

Quelle: Netdoktor.de vom 06.03.2003


Epilepsie: Ausreichend Selen schützt

Berlin (dpa/bb) - Eine ausreichende Zufuhr des Spurenelements Selen schützt nach Angaben der Berliner Charité im Tierversuch vor Epilepsie und Hirnzelltod. «Es wäre lohnenswert, Epileptiker und Schlaganfall-Patienten auf ein zu niedriges Selen-Niveau im Blut zu untersuchen», sagte am Mittwoch die Charité-Neurobiologin Anja Bräuer zu den Konsequenzen der Untersuchung an Ratten. Tiere mit selenarmer Nahrung hatten doppelt so starke Krampfanfälle wie Tiere mit normaler Ernährung. Die Forscher um Robert Nitsch aus dem Institut für Anatomie der Charité hatten einer Rattengruppe extrem selenarme Nahrung gegeben und die Kontrollgruppe normal ernährt. Anschließend lösten sie bei den Tieren durch ein Medikament Krampfanfälle aus. «Es zeigte sich, dass die selenarmen Ratten doppelt so starke und langandauernde Krämpfe erlitten», sagte Bräuer. Auch die Menge an abgestorbenen Hirnzellen belief sich auf das Doppelte. «Selen in ausreichenden Mengen ist essenziell für das Gehirn», so Bräuer. Sie verwies auf ein Experiment Aachener Ärzte, die 1994 zwei Kleinkindern zusätzliches Selen verabreichten, worauf sich deren Krampfanfälle verringerten. Die Ergebnisse der Bräuer/Nitsch- Versuche wurden im November 2002 in der Fachzeitschrift der Federation of the American Societies for Experimental Biology (FASEB Journal) veröffentlicht.

Quelle: Netdoktor.de vom 03.04.2003


Premiere: Hirn-Fotos von Epilepsie veröffentlicht

Bielefeld (dpa) - Eine neue Foto-Dokumentation des Bielefelder Bethel-Verlages ermöglicht erstmals einen Blick auf die Beschaffenheit des Hirngewebes lebender Epilepsie-Patienten. Bislang habe es nur Abbildungen von Gehirnen bereits verstorbener Epileptiker gegeben, teilten die Bethel-Anstalten am Donnerstag mit. Das abgebildete Gewebe stamme von rund 700 Patienten, die zwischen 1990 und 2001 im Epilepsie-Zentrum Bethel operiert wurden. Epilepsie- Anfälle werden den Angaben zufolge von verändertem Hirngewebe ausgelöst. Mit Hilfe der Dokumentation könnten Chirurgen sich nun vor Operationen ein besseres Bild von der Beschaffenheit dieses Gewebes und den Ursachen der Anfälle machen. Vor derartigen Eingriffen würden Gehirnbereiche, die die Anfälle auslösten und entfernt werden müssten, genau festgelegt.

Quelle: Netdoktor.de vom 05.09.2003


Epilepsie: OP am Gehirn empfohlen

Freiburg (dpa) - Immer mehr Epileptikern, die nicht auf Medikamente ansprechen, kann laut Experten durch eine Operation am Gehirn geholfen werden. Rund zwei Drittel der Patienten werde komplett anfallsfrei, sagte der Ärztliche Direktor der Neurochirurgie des Freiburger Uniklinikums, Prof. Josef Zentner, am Mittwoch in Freiburg. Fünf Prozent der an einer Epilepsie erkrankten Patienten könne operativ behandelt werden. Sie sollten möglichst im Kindesalter operiert werden, um ihnen ein anfallsfreies Leben zu ermöglichen. Voraussetzung für die Operation sei, dass den Patienten nicht mit Medikamenten geholfen werden könne. Zudem müsse über eine so genannte funktionelle Kernspintomographie der Krankheitsherd im Hirn genau geortet werden. Dies könne beispielsweise ein Tumor an der Hirnoberfläche sein, sagte Zentner. Die Uniklinik Freiburg mit dem Epilepsiezentrum Freiburg-Kork sei die landesweit einzige Klinik, an der diese Operationen erfolgten. Das Zentrum kooperiere mit entsprechenden Einrichtungen in Heidelberg, Stuttgart und Mannheim. Epilepsien gehören bundesweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind 0,8 bis 1,0 Prozent der Bevölkerung von dieser Funktionsstörung betroffen. Dabei geben Nervenzellen unkontrolliert Impulse ab, so dass die Hirnstromtätigkeit aus dem Takt gerät. Die Folge können Bewusstlosigkeit und ein heftiges, krampfartiges Zucken der Glieder sein. Zwei Drittel bis 70 Prozent der Betroffenen könne langfristig mit Medikamenten geholfen werden, sagte Zentner. Die chirurgische Behandlung von Epilepsien ist ein Schwerpunktthema der 44. Jahrestagung der Deutschen Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie. Sie wird am Donnerstag, 20. Mai, in Freiburg eröffnet und dauert bis zum 22. Mai. Die Deutsche Liga gegen Epilepsie zählt rund 1500 Mitglieder.

Quelle: Netdoktor.de vom 20.05.2004



Epilepsie: Gen-Maus für die Fallsucht

Hamburg (dpa) - Hamburger Forscher haben eine genmanipulierte Versuchsmaus zur Erforschung von Epilepsie entwickelt. Das Team um Dirk Isbrandt vom Zentrum für Molekulare Neurobiologie des Universitätsklinikums Eppendorf nutzt die Gen-Mäuse, um zu erkennen, was sich bei der Entstehung bestimmter Formen von Epilepsie im Gehirn abspielt. Die Hamburger Mediziner hoffen, künftig schneller Medikamente gegen die Krankheit entwickeln zu können, teilte die Universitätsklinik am Mittwoch in Hamburg mit. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen defekte Kaliumkanäle in Nervenzellen. Kaliumkanäle sind wichtig für die Regelung der elektrischen Stromimpulse im Gehirn. Die Forscher schleusten ein defektes Gen in das Erbgut der Mäuse und setzen so die Kaliumkanäle außer Funktion. Das führt zu unkontrollierbarer Ausbreitung elektrischer Ströme im Gehirn, die auch für schwere epileptische Anfälle bei Menschen charakteristisch sind, sagte Isbrandt. Bonner Forscher hatten defekte Kaliumkanäle auch bei Menschen mit Epilepsie gefunden. Die Krankheit kommt in mehreren Dutzend Formen vor und hat unterschiedliche Auslöser. Nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation erkranken in Europa etwa 0,6 Prozent der Bevölkerung an einer aktiven Epilepsie.

Quelle: Netdoktor.de vom 06.01.2005



Epilepsie: Genvariante als Auslöser entdeckt

Bonn (ddp). Milliarden von Nervenzellen sind im Gehirn genau aufeinander abgestimmt. Bei Menschen mit Epilepsien ist dieses Zusammenspiel zeitweilig gestört. Die Nervenzellen werden zu stark erregt, so dass es zu einer gleichzeitigen elektrischen Entladung vieler Nervenzellen kommt. Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) haben jetzt eine Genvariante entdeckt, die eine bestimmte Form der Epilepsie auslöst, die besonders Kinder betrifft. Die Genvariante führe dazu, dass ein wichtiges Kontrollelement für den Erregungszustand der Nervenzellen im Gehirn, der so genannte GABA-Rezeptor, zerstört werde, teilt das NGFN mit. Gene, die Epilepsie hervorrufen, sind in Gehirn und Rückenmark weit verbreitet und kontrollieren unter anderem Bewegungsabläufe und den Schlaf. Der GABA-Rezeptor befindet sich in der Hülle von Nervenzellen und dient als Andockstation für bestimmte Botenstoffe. Bindet sich ein bestimmter Signalstoff an einen GABA-Rezeptor, so wird dadurch ein Mechanismus ausgelöst, der die elektrische Entladung von Nervenzellen hemmt. «Dieser Kontrollmechanismus wird durch die gefundene Genvariante außer Kraft gesetzt. Die Nervenzellen sind enthemmt beziehungsweise übererregt, und ein epileptischer Anfall kann entstehen», erläutert Armin Heils aus dem Forscherteam. Vieles spreche dafür, dass dies ein zentraler Mechanismus für die Entstehung von Epilepsien sein könnte, heißt es weiter. Allerdings besteht für die Wissenschaftler noch viel Forschungsbedarf: «Wir stehen erst am Anfang, die genetischen Ursachen zu entschlüsseln», sagt Professor Holger Lerche. So konnten die Wissenschaftler die Veränderung im Gen des GABA-Rezeptors bislang nur bei einem von 100 Patienten als Auslöser der Erkrankung finden. «Daher ist es wichtig, dass wir die noch unbekannten Varianten der Epilepsie-Krankheitsgene aufspüren», ergänzt Heils. «Nur wenn wir wissen, welche genetischen Defekte für eine bestimmte Epilepsie-Form verantwortlich sind, wird es eines Tages vielleicht möglich sein, den Patienten mit einer maßgeschneiderten Therapie zu helfen.»

Quelle: Netdoktor.de vom 12.08.2006

 


Epilepsie: Erdbebenvorhersage hilft bei Prognose

London (ddp). Epileptische Anfälle könnten in Zukunft mit Hilfe seismologischer Methoden vorausgesagt werden. Da die Muster epileptischer Anfälle dem typischen Verlauf von Erdbeben ähneln, könnte die Erdbebenvorhersage wichtige Erkenntnisse bei der Voraussage solcher Anfälle liefern. Das schließen Neurologen um Ivan Osorio von der Universität in Kansas City aus einem Datenvergleich der Gehirnaktivität von Menschen während eines epileptischen Anfalls mit dem Verlauf von 300 000 Erdbeben. Über die Ergebnisse berichtet das Wissenschaftsmagazin «New Scientist» (12. Januar, S. 9). Als Gemeinsamkeit zwischen beiden Phänomenen fanden die Wissenschaftler sieben verschiedene sogenannte statistische Potenzgesetze. Solche Gleichungen verknüpfen beispielsweise die Beziehung zwischen der Stärke eines Bebens und der Häufigkeit des Auftretens solcher Erschütterungen oder den Pausen zwischen den Ereignissen. Derartige Gesetzmäßigkeiten sind auch aus anderen Bereichen bekannt. Beispielsweise können sie Zeitspannen beschreiben, die zum Beantworten von E-Mails benötigt werden. Der Verlauf epileptischer Anfälle lässt sich mit solchen Potenzgesetzen ebenfalls darstellen, wiesen die Forscher nach. Auch die Pausen zwischen den Anfällen beziehungsweise den einzelnen Beben zeigten ein ähnliches Muster, fanden die Wissenschaftler heraus: Je länger das vorangegangene Ereignis zurücklag, desto später erfolgte auch das nächste Beben oder die nächste Attacke. Auf kürzere Pausen folgten gewöhnlich mehrere kleinere Erschütterungen. Die Wissenschaftler hoffen, mit den verbesserten Methoden Anfallspatienten die Vorhersage von Anfällen zu erleichtern. Dies könnte zu einer verbesserten Lebensqualität beitragen.


Quelle: Netdoktor.de vom 11.01.2008

 

Epilepsie: Flackerlicht in Blau-Rot kann Anfall auslösen

San Francisco (ddp). Flackernde Lichter in Rot und Blau sind für Epileptiker gefährlicher als andere Farbkombinationen: Der Wechsel zwischen diesen beiden Farben irritiert das Gehirn messbar mehr als der zwischen anderen Tönen, wie britische und indische Wissenschaftler gezeigt haben. Diese Irritation kann zwar im gesunden Gehirn kompensiert werden. Bei vielen Epileptikern fehlt dieser Schutzmechanismus jedoch und die pulsierenden Lichter lösen eine unerwünschte Synchronisierung der Hirnaktivität und damit nicht selten auch einen Anfall aus. Da flackernde Rot-Blau-Kombinationen in Fernsehsendungen sehr häufig seien, sollten Epileptiker sehr vorsichtig beim Anschauen von Animationen und Trickfilmen sein, empfehlen die Forscher um Joydeep Bhattacharya von der University of London und seine Kollegen im Fachmagazin «PLoS one» (Bd. 4, Nr. 9, Artikel e7173).

Bei Menschen, die zu sogenannten photosensitiven Anfällen neigen, kann schon der Wechsel aus Licht und Schatten unter Bäumen oder das Flackern eines Bildschirms zu einem Aussetzer des Bewusstseins, krampfartigen Muskelzuckungen oder sogar einem voll ausgeprägten epileptischen Krampfanfall führen. Entscheidend für die Reaktion des Gehirns sind dabei sowohl die Frequenz, mit der das Licht flackert, als auch der Kontrast und das Muster der Signale. Doch auch die Farbe des Lichts scheint eine wichtige Rolle zu spielen, denn besonders häufig werden Anfälle im Zusammenhang mit bunten Cartoon-Sendungen im Fernsehen beschrieben. So gab es im Jahr 1997 in Japan mehr als 700 Berichte über Anfälle, die während der Ausstrahlung eines Pokemon-Cartoons auftraten.

Bereits frühere Studien hatten Hinweise ergeben, dass vor allem die Farbkombination Rot-Blau problematisch für das Gehirn ist. Um das nun genauer zu testen, ließen Bhattacharya und seine Kollegen elf gesunde und zwei an Epilepsie erkrankte Freiwillige verschiedene Farbkombinationen auf einem Bildschirm ansehen und registrierten dabei die Hirnströme der Teilnehmer. Die Farben wechselten mit einer Frequenz von zehn Hertz für jeweils drei beziehungsweise - bei den Epileptikern - zwei Sekunden. Gezeigt wurden die Kombinationen Rot-Blau, Rot-Grün und Grün-Blau.

Man habe man einen deutlichen Unterschied zwischen der Reaktion der gesunden Gehirne und der der Epileptiker sehen können, erläutert Bhattacharya: Die Gehirne der gesunden Probanden reagierten auf die irritierenden Lichtsignale, indem sie die Komplexität ihrer Signale erhöhten. Am stärksten ausgeprägt war diese Reaktion bei der Blau-Rot-Kombination. Bei den Epileptikern dagegen nahm die Komplexität und damit die Unordnung der Signale ab, das heißt, einige Gehirnbereiche begannen, synchron mit anderen zu arbeiten - ein Merkmal, das als Beginn eines epileptischen Anfalls gilt.

Da der Grad der Unordnung in den Hirnströmen ein Maß dafür sei, wie heftig sich das Gehirn gegen den Einfluss der Lichtsignale wehre, sei damit klar, dass die Rot-Blau-Bestrahlung den stärksten Einfluss habe und damit auch potenziell die größte Gefährdung darstelle. Die Wirkung direkt nachweisen könne man allerdings nicht, da es zu gefährlich sei, bei den Epileptikern absichtlich einen Anfall auszulösen.

Quelle: Netdoktor.de vom 28.09.2009

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Zuletzt geändert am:09.12.2009